Free The Robots – Ctrl Alt Delete
Posted on 10 Januar 2011 | No responses
War ja mal wieder völlig klar das ich nach dem Jahreswechsel nicht aus dem Tee komme. Aber so zwischen Holland-Trip und Konsolenfieber kann einem schon mal die rechte Gehirnhälfte förmlich einknicken. Aber nu hab ich ne Woche Urlaub und lass mal alles raus. Achja, frohes Neues!
Zurück in den musikalischen Untergrund holte mich ein Album aus dem Sommer letzten Jahres was sich zu der Zeit irgendwie an mir vorbeigeschlichen haben muss. Weil ansonsten wäre es sicherlich schon längst in WordPress gemeisselt.
So langsam sollte ich für Artists aus Kalifornien ne neue Unterkategorie eröffnen, weil ein weiteres Mal ein Künstler aus dem Sonnenstaat meine Ohren beglückte.
Der in Santa Ana angesiedelte Jungproduzent Chris Alfaro schickte mit Ctrl Alt Delete sein zweites Album unter seinem Pseudonym Free The Robots an die elektronische Wobbel-Front. Dabei scheut Alfaro keineswegs den Crash mit Jazz Elementen. So schiebt er geschickt im Eröffnungstrack Sci-Fidelety neben einem charismatisch-gruseligem Theremin völlig unverhofft ein funkoides Piano ins Rennen. Aber natürlich bleepts, schepperts und bratzt es auch sonst gehörig auf dem Langspieler. Tracks wie Orion’s Belt Buckle oder Global Warning sind wahre Beatmonster die direkt den Floor mit Bass einhüllen. Ein digitalisierter Wirbelsturm in 13 Akten.
Dick. Fett. Woah!
Tracklist:
A1 Sci-Fidelity ( 6:21)
A2 Turbulence (3:54)
A3 Jupiter (5:36)
B1 Orion’s Belt Buckle (3:59)
B2 Wandering Gypsy (4:29)
B3 Select/Start (3:44)
B4 Voices (5:52)
C1 Granite Rock (4:06)
C2 Mental Universe (4:20)
C3 Global Warning (9:08)
D1 The Eye (6:47)
D2 Turkish Voodoo 3:19)
D3 Inter Arma (4:16)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=129C40A6AD310DA1
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Angelo Badalamenti & David Lynch – Mulholland Drive (OST)
Posted on 22 Dezember 2010 | 3 responses
David Lynch. Was soll ich sagen? Lost Highway im Cinedom Köln, 1997. Volles Kino, Samstag Abend. Nachdem sich Bill Pullman in Balthazar Getty verwandelte leerte sich der Saal zunehmend und mir wurde klar das dies DER Shit war. Lost Highway ist natürlich keineswegs ein Film für Lynch-Einsteiger. Aber wenn bereits bei diesem Streifen Begeisterung für den Regiesseur von Eraserhead und Twin Peaks geweckt wird ist natürlich Mulholland Drive die logische Konsequenz.
Übrigens bisher der einzige Film den ich mir im Kino an zwei Tagen hintereinander angesehen habe. So derartig gefesselt war ich von diesem mysteriösen Meisterwerk. Worums da geht? Haha, der war gut!
Lynch ist ebenfalls für seine exzellenten Soundtrack Zusammenstellungen bekannt und lässt besonders die düsteren Passagen von seinem Haus und Hof Komponisten Angelo Badalamenti einspielen. So auch bei Mulholland Drive untermalt dieser gekonnt die von Lynch inszenierten Psycho-Abgründe seiner Protagonisten. Dabei wechseln klassische Musik-Arrangements mit psychodelischen Rock-Nummern, Free Jazz Stücken und fast schon albern harmlosen Früh-60er Schlagern. So gilt: So wild der Film, so wild der Score. Gipfeln tut das Ganze im schaurig schönen Love Theme das den Begriff Gänsehaut in eine völlig neue Dimension katapultiert.
Der Soundtrack erschien parallel zum Film 2001 ausschliesslich auf CD. 2008 brachte dann Milan Records in kleiner Stückzahl eine Vinyl Pressung heraus die glücklicherweise in diesen Tagen wiederveröffentlicht wurde.
Dem Himmel sei Dank. Silencio!
Tracklist:
A1 Angelo Badalamenti With City Of Prague Philharmonic – Jitterbug (1:27)
A2 Angelo Badalamenti With City Of Prague Philharmonic – Mulholland Drive (4:16)
A3 Angelo Badalamenti With City Of Prague Philharmonic – Rita Walks / Sunset Boulevard / Aunt Ruth (1:55)
A4 Angelo Badalamenti With City Of Prague Philharmonic – Diner (4:16)
A5 Angelo Badalamenti – Mr. Roque / Betty’s Theme (4:06)
A6 Milt Buckner – The Beast (2:29)
B1 Sonny Boy Williamson – Bring It On Home (2:39)
B2 Linda Scott – I’ve Told Every Little Star (2:17)
B3 Angelo Badalamenti And David Lynch – Dwarfland / Love Theme (12:14)
C1 Angelo Badalamenti With City Of Prague Philharmonic – Silencio (4:27)
C2 Rebekah Del Rio – Llorando (Crying) (3:32)
C3 David Lynch And John Neff – Pretty 50s (3:02)
C4 David Lynch And John Neff – Go Get Some (7:08)
D1 Angelo Badalamenti With City Of Prague Philharmonic – Diane & Camilla (4:48)
D2 Angelo Badalamenti – Dinner Party Pool Music (1:26)
D3 David Lynch And John Neff – Mountains Falling (8:15)
D4 Angelo Badalamenti With City Of Prague Philharmonic – Mulholland Drive / Love Theme (5:40)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=033FBABB123429A0
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Vinyl Charts 2010
Posted on 17 Dezember 2010 | No responses

Kachelmann, Sarrazin, Meyer-Landruth. Das war 2010. Achja, und Katzenfickerberger. Joa soweit, so langweilig.
Aber natürlich gehts hier ja um Musik, und da wird es schwierig nicht pathetisch zu werden. Oder nicht von meiner ersten Plattensammler-Midlife Crisis zu erzählen. Der Moment wie ich meine letzte reine Deep House Bestellung völlig desinteressiert ins Regal schob und mit einem Schlag plötzlich Platten in die Wantlist addedte von denen ich vor einem Jahr noch nicht mal ahnte das es sie gab.
Nun ist bald Schicht im Schacht mit 2010 und meine liebsten Scheiben des Jahres sind allesamt Longplayer. Ein von mir oftmals verschmähtes und mit Vorsicht gekauftes Format hat endlich Einzug ins Expedit erhalten.
Schwedische Folksänger, schnurrbarttragende Teilzeit-Elfen und tighte Hip Hop Jungs (und Mädels) entern die Charts in Zwanzigzehn, let’s go!
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=C4BE15D73F53476F
01. Dexter – Hi-Hat Club Vol. 3: The Jazz Files
02. Bonobo – Black Sands
03. The Tallest Man On Earth – The Wild Hunt
04. Cocorosie – Grey Oceans
05. Baths – Cerulean
06. Kollektiv Turmstrasse – Rebellion der Träumer
07. Strong Arm Steady – In Search Of Stoney Jackson
08. Robot Koch – Songs For Trees And Cyborgs
09. Blockhead – The Music Scene
10. Eternia & MoSS – At Last
Kollektiv Turmstrasse – Rebellion der Träumer
Posted on 15 Dezember 2010 | No responses
Ich habe auf meine Rhetorik bezogen zwei grundlegende Hobbys. Zum einen Vorurteile streuen, zum anderen mit Vorurteilen aufräumen. Das gilt natürlich besonders oft für Musiker die sich mit einem Schlag künstlerisch verändert haben.
Was habe ich früher nicht auf den neo-minimalistischen Produzenten-Mob geschimpft. Zu gross war die Masse derer die glaubten ihre verkrüppelten 4/4 Kicks hätten Groove.
Bestimmt war das Hamburger Duo Kollektiv Turmstrasse auch von meinem Zorn betroffen. Seit 2004 brachten sie auf Labels wie Ostwind oder Musik gewinnt Freunde ihre mitunter harmlosen Tech-House Schunkler unters Väth Volk.
Nun aber haben Christian Hilscher und Nico Plagemann urplötzlich den Club verlassen, die tanzende Menge hinter sich gelassen und ihr erstes Album auf Connaisseur veröffentlicht.
Nun kann das Aufräumen mit Vorurteilen beginnen.
Rebillion der Träumer hat all das was gerade der europäische Tanzsektor oft vermissen ließ: Tiefe, Wärme, Schönheit. Schon beim Eröffnungstrack Affekt wird klar das hier alles anders wird. Hypnotisch wird ein Gerüst aus flirrenden Geräuschen und Sounds aufgebaut bis irgendwann der Beat einsetzt und man glaubt einen neuen Burial Track zu hören. Schnell nochmal aufs Cover schauen. Ja, das sind wirklich Kollektiv Turmstrasse.
Auch einige Gastsänger (u.a. Florian Schirmacher) tragen zu der exzellenten Stimmung der LP bei und geben dem Ganzen gelegentlich einen affinen Pop-Charme (Kontakt, Was Bleibt), inklusive Geigenhimmel.
Selbst der einzige Track, abgesehen von Heimat, mit 4/4 Kick (Deine Distanz) weiss zu überzeugen und ist fast sowas wie ein Trance-Hit der von einem entfernten Raum aus durch die dünnen Wände wahrgenommen wird.
Rebellion der Träumer kommt wie gerufen in diesem frühen Wintereinbruch. Als hättens die Zwei geahnt.
Auf der Vinyl Pressung fehlen leider die kurzen Ambient-Interludes (immerhin 9 Stück!) die auf der CD-Version zwischen alle Haupttracks gemischt wurden. Schade Schade.
Tracklist:
A1 Affekt (4:34)
A2 Sphäre (5:56)
A3 Kontakt (4:36)
B1 Deine Distanz (6:22)
B2 Was Bleibt (7:05)
C1 Heimat (5:09)
C2 Uneins (5:24)
C3 Schwindelig (4:52)
D1 Goldmarie (5:30)
D2 Addio Addio (6:00)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=FDAD4FCBD7957346
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Full Crate & FS Green – Hi-Hat Club Vol. 5: Eggs And Pancakes
Posted on 12 Dezember 2010 | No responses
Puh. Gerne würde ich auch in der Adventszeit mehr bloggen, aber dieser Job, dieser Job! Dabei merke ich gerade jetzt wieviel gute Mukke sich noch am Jahresende durchmogeln möchte. Bevor mir hier noch irgendwas wirklich wichtiges entgleitet halte ich es lieber gut fest. Auch wenn man ein wenig (Achtung Überleitung!) klebrige Finger bekommt. Bei dem ganzen Ahornsirup, haha!
Die bemerkenswerte Hi-Hat Club Reihe auf Melting Pot geht in die 5. Runde und was bin ich nicht zu Dexter’s Beitrag vor ein paar Monaten durch die Wohnung gebounced.
Nun also die zwei Kääsköppe Full Crate und FS Green deren Platte Eggs And Pancakes nicht nur die grosse Liebe zum ausgiebigen frühstücken offenbart sondern auch hingebungsvolle Hip Hop Beats aus den Boxen tönen lässt.
14 Tracks sind auf der LP zu finden wobei die meisten jeder für sich gezimmert hat. Nur beim Titeltrack und bei To The Floor wurde ein gemeinsamer Austausch an Beats & Samplen getroffen.
Alles in allem eine sehr warme und gut durchzuhörende Platte die vielseitige Arrangements mit satten Bassnoten verbindet. Full Crate und FS Green machen so Lust auf mehr und fördern die Absicht des Hi-Hat Clubs eine neue, unverbrauchte Generation von Beatbastlern aufzubauen.
Dickes Teil!
Tracklist:
A1 Pick A Star
A2 Troopercat
A3 Monoshow
A4 Tycoon Thug
A5 Awesome
A6 1 Up
A7 Eggs And Pancakes
B1 Thursday
B2 Never Never
B3 Bobby & Melinda
B4 Falling Flutes
B5 Crack
B6 Inspirations
B7 To The Floor
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=0EDB2C57BA5F090A
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Nottz – You Need This Music
Posted on 8 Dezember 2010 | No responses
Kurz vor Jahresende wollen wohl noch ein paar Kandidaten in die sagenumwobenen Jahrescharts.
Der folgende Kollege hat sich mit seinem Debütalbum besonders angestrengt. Dabei ist Dominick Lamb aka Nottz im Hip Hop Zirkus kein Unbekannter. Produzierte er doch bereits Platten u.a. für Busta Rhymes, J Dilla und die G-Unit.
Jetzt tritt er endlich aus dem Hintergrund hervor und wirft mit You Need This Music ein ausgesprochen tolles Erstlingswerk auf den Markt. Dabei schraubt Nottz nicht nur an den Reglern sondern greift auch zum Mic. Rappende Producer sind ja immer so eine Sache, bei Nottz allerdings ist der Sprachfluss durchaus akzeptabel. Natürlich kommt er nicht immer konstant an seine Gast-MC’s (immerhin u.a. Snoop Dogg und Joell Ortiz ) heran, aber das entscheidene sind auf You Need This Music auch die unfassbar präzisen Beats. Die strotzen nur so vor funkyness, fintenreichtum und skurrilen Einfällen. Raps werden gerne mal mit unvorhersehbaren Effekten oder Geräuschen gebrochen und wiedersetzen sich somit ihren eigenen Flow-Gesetzen. Das hilft der LP ungemein und lässt sie ausgesprochen kurzweilig erscheinen.
Erschienen ist You Need This Music im Oktober auf CD. Die Vinyl kann man ab 10. Dezember auf hhv.de ordern.
Tracklist:
1 Intro (2:05)
2 Fair Warning (3:29)
3 Blast That (3:49)
4 Shine So Brite (2:51)
5 You Need This Music (3:57)
6 I Do It For Yawl (4:12)
7 How Long Will It Last? (4:11)
8 A Dream Come True (6:33)
9 I Still Love You (2:35)
10 Dontcha Wanna Be (My Neighbor) (3:48)
11 No Money Down (4:06)
12 Never Caught Slippin‘ (4:33)
13 The Cycle (3:47)
14 Right Here (5:37)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=7BAFC2F7DE81FF66
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Sweet Reinhard – M
Posted on 4 Dezember 2010 | No responses
Ich hab alles noch vor Augen. Frühjahr 1995. Im Radio dudelt Eins Live Treibhaus. Steffen Irrlinger und Ingo Sänger lesen die Veranstaltungshinweise vor. Im Hintergrund stampft eine von mir so noch nie gehörte Kickdrum. Es ist der Track Stille Hände von Reinhard Voigt aka Sweet Reinhard. Profan 005. Ein Wendepunkt in meiner musikalischen Wahrnehmung.
Klingt ganz schön pathetisch, was? Aber es war so.
Kurz darauf änderte sich mein Kaufverhalten was Platten anging drastisch. Der ganze Voigt’schte Zyklus wurde eingesackt. Und nur weil Wolles kleiner Bruder eine so derartige Wucht in eine Kickdrum gepackt hat. Stille Hände ist heute noch ein zeitloses Dokument kölschem Technoverständnis. Ein Track wie ein defekter Automat der durch kurz gehackte Acidlines klingt wie ein dröhnender Elektronik Schunkler. Geht heute noch genauso gut nach vorn.
Auf der B-Seite befinden sich mit Insulin und Lichtblick noch zwei weitere herrausragende Stücke die einem im Stop & Go Verfahren den Kopf nicken lassen.
Ganz grosses Kino von damals.
Tracklist:
A1 Wild Heart (5:49)
A2 Stille Hände (5:22)
B1 Insulin (5:00)
B2 Lichtblick (5:29)
B3 Sweet Nichts (5:46)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=F2AACAAC102159E9
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