Wow! 25 Beiträge letzten Monat, nicht schlecht! Obwohl ich ja für den September das Gefühl mit mir trage das es etwas weniger werden könnte.
Dennoch starte ich einfach mal direkt am 1. mit einem recht gelungenen Fremdmix des Kanadiers Fullrange dessen musikalische Selektion mir an so einem kühlen Vormittag sehr angenehm erscheint. Unter anderen geben sich Jamie Lidell, Bonobo und Lauryn Hill die Klinke in die Hand.
Musikalische Aufarbeitung in den “00er Jahren” zu beginnen ist gar keine so verkehrte Idee. Erstmal muss man nicht ganz so tief in den historischen Abgründen wühlen und an die jeweiligen Scheiben zu gelangen ist auch keine Sache die einem das letzte Hemd kosten würde. Derzeit grab ich mich ja durch den Hip Hop Komposthaufen der auch nach 2000 überraschend fresh erscheint.
2004 kam sowas wie der letzte richtig grosse Paukenschlag auf den Markt. Ein Album was Genrefans und Kritiker dazu brachte sich überglücklich in den Armen zu liegen. Bei mir derzeit in Hardcore-Rotation. Madvillain ist das gemeinsame Projekt von Daniel Dumile aka MF Doom und Otis Jackson Jr. aka Madlib (schon wieder er!).
Aber die zwei haben sowieso mehr Pseudonyme am Start als Unterbuchsen im Pax-Schrank. Die Diskographie übersteigt so manch greisen Old-School MC und ich bekomm langsam Angst vor dem was noch kommt. Madvillainy ist ein durchweg grosses Album was immer mit den Stimmungen spielt. Zum Einen richtige “feel good” music wie bei Raid und zum Anderen wird man gnadenlos von den zwei Schizos in den tiefsten Abgrund geschickt wie bei Shadows Of Tomorrow.
Die Rhymes haben Flow, die Beats haben Bass, Samples und sonstige Erheiterungen tun ihr Übriges.
So, ich bestell den Scheiss jetzt und dann mach ich nomma nen schönen Köpper in den Komposthaufen, ok?
Wenn eine Platte mit den Worten “The subject is Jazz” beginnt ist das erstmal kein so schlechtes Zeichen.
Instrumentalen Hip Hop kann man eigentlich nicht genug suporten. Wird er meines erachtens immer noch recht stiefmütterlich behandelt. Dem entgegen wirkt ein Zusammenschluss einiger deutscher Beatproducer die sich unter dem Namen Hi-Hat Club dem Genre des raplosen Breakbasteln verschworen haben. Auf dem Kölner Label Melting Pot werden die Resultate seit letztem Jahr in regelmässigen Abständen auf Vinyl und CD veröffentlicht. Von den bisherigen 4 Teilen gefällt mir besonders der 3. Part des Heilbronners Dexter, der nicht nur als Producer sondern auch als DJ und Rapper sein Unwesen treibt.
Auf The Jazz Files allerdings widmet er sich ganz seiner Instrumentalen Seite und das auf eindrucksvolle Art und Weise.
Die Beats rappeln ordentlich, mit Sampeln wird nur so um sich geworfen und viele kleine Radiomitschnitte collagenhaft mit eingefügt. Eine schlichtweg grossartige und vor allem kurzweilige Platte. Toll!
Nicht über die kurze Playlist wundern, ich habe die einzelnen 17 Tracks zu 4 ganzen Parts zusammengefügt.
Die Tendenz zeigt gen Hip Hop, habter sicher bereits gemerkt oder?
Frisch entdeckt! Ein Weltklasse Mix des Schweden DJ Devastate der die goldene Ära von Rapmusik in 54 Minuten zusammenfasst. Natürlich mit dabei: Lord Finesse, Mobb Deep, Tribe Called Quest u.v.a.
Press Play!
Auf meinem MP3 Player rotieren die Alben eigentlich regelmässig. Was gehört bzw. gebloggt wurde fliegt runter. Aber eine LP überlebt hartnäckig seit Beginn des Jahres.
Die Gründung der in Los Angeles angesiedelten Rap-Crew Strong Arm Steady reicht gut 7 Jahre zurück. Vom damaligen Frontmann und Chartbreaker Xzibit ins Leben gerufen sorgte die Truppe innerhalb der USA schnell für Zündstoff sowohl in Konzerthallen als auch in so mancher Mixtapesammlung. Auf dem Plattenmarkt allerdings gings für die übrigen Jungs Mitchy Slick, Krondon und Phil Da Agony erst nach der Trennung von Xzibit richtig los. 2007 das Debütalbum Deep Hearted und Anfang dieses Jahres der fulminante Nachfolger In Search Of Stoney Jackson der auf PBW‘s Label Stones Throw Records raus kam.
Produziert wurde das Ganze vom legendären Madlib. Bei den Tracks beteiligt sind Gast-MC’s wie zb. Planet Asia, Talib Kweli oder Roscoe. Eigentlich würde das schon ausreichen der LP den Stempel “besonders hörenswert” aufzudrücken, aber innerhalb der 18 Tracks gibts es so eine unglaublich grosse Ansammlung an fresh -und catchyness das der Repeatbuttom quasi als Pflicht anzuerkennen ist.
Auch wenn der Platte in der 2. Hälfte etwas die Puste ausgeht ist das immer noch eines der besten neueren Hip Hop Alben die ich seit langem gehört habe. Allein schon wegen Tracks wie Best Of Times, Cheeba Cheeba oder New Love lohnt der Kauf. Hörts euch an!
Endlich mal wieder rausgekramt! Ein tonnenschweres Meisterwerk der alten Hip Hop Schule.
Der amerikanische DJ und Producer Chris Manak gab sich in den frühen 90ern den kongenial-albernen Künstlernamen Peanut Butter Wolf. Er veröffentlichte zuerst mit dem bereits 1993 verstorbenen MC Charizma ein Album um dann 1996 sein heute immer noch existierendes Label Stone Throw Records zu gründen. Sein einziges “richtiges” Album kam 1998 raus und hatte den “bescheidenen” Titel My Vinyl Weights A Ton.
Doch aller Protzigkeit zum Trotze wiegt dieser Langspieler tatsächlich ne Menge. Das mag an den ultrafetten “PBW-Beats” liegen, aber natürlich auch an den zahlreichen Gast-MC’s wie zb. Quasimoto oder Planet Asia. Dazu kommen unzählige Interlude’s mit beeindruckenden Scratchingskills und Samplebausteinen. Ein Erlebnisalbum in jeder Hinsicht und für Liebhaber des unvergänglichen Oldschool-Shits eine unverzichtbare Bassperle.
Die von mir hochgeschätzte Kollegin Orsii aus London hat gestern Abend ihren vorerst letzten Mix auf Mixcloud gepostet. Grund dafür ist ihr derzeitiger Fokus auf ihre eigene Radioshow auf Laid Back Radio.
Das ist natürlich schade weil ihre Stilvielfältigkeit höchst beeindruckend ist, aber aus Erfahrung gesprochen weiss ich das solch angekündigten Pausen von Bedroom DJ’s (wie mir) oftmals nicht von allzulangem Bestand sind.
Wir hoffen also auf baldigen Nachschub und geniessen nun erstmal diesen vorzüglichen Funk/Soul/Disco/Hip Hop Mix. Yeah!