Ich bin wahrlich kein Experte für Akustikintrumente aber der schwedische Singer/Songwriter José González sollte sich doch mal seine Gitarre stimmen lassen. Aber wie bei so mancher “verpappten” Theo Parrish Sneare muss das wohl so klingen.
González’ Debütalbum Veneer kam 2003 zuerst in einer geringgepressten Version auf Imperial Recordings raus und dann 2 Jahre später nochmal auf (man höre und staune) Peacefrog. Ähnlich wie die von mir kürzlich gelobten Kings Of Convenience verzichtet González auf irgendwelchen Schrammelrock-Schnickschnack und minimalisiert alles auf seine Stimme und die dazu abgeranzte Gitarre.
Wie jesacht: Dat muss so!
Ihr wisst ja: Bei guter Musik spielt Zeit keine Rolle. Was zählt ist das man sie erlebt und begreift. Das Releasedate ist sekundär. Ein gutes Beispiel dafür hätte ich auch gerade zufällig parat.
Neulich bei einem Mini-Grillfest bei Freunden lauschte ich einen Moment der Musik die im Hintergrund lief. Zuerst dachte ich das wären Simon & Garfunkel. “Aber nein, das sind die Kings Of Convenience“.
Und ich ganz schlau: “Achso hier, Erlend Øye, und so…jaja ist klar, ne” Bla! :)
Dabei hätte ich bis vor ein paar Tagen gesagt KOV wären ne Hip Hop Band oder so…
However. 2001er Debüt CD Quiet Is The New Loud ausgeliehen, schön cremig auf den MP3 Player gezogen und dann ab mit der S-Bahn durchs verregnete Köln düsen. Ich glaube einen besseren Zeitpunkt kann es für dieses tolle Akustikrock-Album kaum geben. Jeder Song ist so derartig sanft und zurückhaltend das um einen herum alles weitaus relaxter und stressfreier erscheint.
Eine LP aus einem Guss wie man so schön sagt. Kaufempfehlung!
Nun schliesst sich der Kreis indem ich die Reihe damit beende womit ich sie begann. Das letztjährige Album Die Enstehung der Nacht der Goldenen Zitronen empfinde ich als grosse Überraschung weil es so verdammt …äh “krass” ist. Im Kölner Hochschulradio Köln Campus lief der ultimative Hit der Platte “Bloss weil ich friere” in der Tagesrotation und jedesmal fragte ich mich “Wie geil ist das denn bitte?”.
Der Songtext sollte zur Analyse im Deutschunterricht zum BRD-Bildungsstandard gehören. Drei Minuten voll purer Wahrheiten…”achja, ich habe Schmerzen!”
Jetzt muss ich aber auch so konsequent sein und Tocotronic erwähnen.
Ihr wisst schon, diese immer so griesgrämig guckenden Milchbubis mit den abenteuerlichen Frisuren.
Aber um mal die Zitronen zu zitieren:
“Es ist erschreckend wie gerne ich manche Zeitungen lese obwohl ich sie eigentlich hasse!”
…und so ist das auch irgendwie mit Tocotronic.