CocoRosie – Tales Of A Grasswidow

Posted on 26 Mai 2013 | No responses

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Ungeduldig haben Fans und Kritiker auf diese Platte gewartet. Aber nun endlich ist sie draußen. Nach der ersten Single Auskopplung „Get Lucky“ kommt nun das heiß ersehnte Album Random Access…ähm…ach Walfischdreck, falscher Textbaustein…

*Kram* *Wühl* Stoiber *Stöber*
Ah, jetzt ja!

3 Jahre haben sich die zwei bekloppten Casady Schwestern vom Abenteuerspielplatz fern gehalten. Aber nun hat es ihnen wohl allzu sehr in den angeklebten Schurrbärten gejuckt und sie sind zurück in ihrer kleinen, seltsamen Welt.

Als ich 2010 ihr 4. Album Grey Oceans entdeckte, wusste ich zuerst nicht was ich mit dem schrägen Sound anfangen sollte. Kindlicher Gesang vermischte sich mit merkwürdigen Geräuschen, dunklen Klavier Akkorden und einer Atmosphäre wie bei einem Gaspar Noé Film. Einem beklemmenden aber zutiefst berauschenden Werk war ich da ausgesetzt.
Jetzt sind Cocorosie wieder da. So als wären sie nie weg gewesen. Ich habe wieder ähnlich lange gebraucht um mich mit Tales Of A Grasswidow anzufreunden. Obwohl dieses mal etwas anders ist bei der musikalischen Darbietung.
Cocorosie haben sich Pop geöffnet. Aber auf solch subversive Art das es mir fast entgangen wäre.
Schlüsselmoment ist der 3. Track Child Bride, wo sich Bianca’s Stimme um eine schrubbelige Theo Parrish’artige Kick legt und wie von Zauberhand sich Sierra’s sakraler Gesang wie eine wärmende Decke dazu gesellt. Ein rauschhafter und zutiefst beeindruckender Track der mich nahezu zu Tränen rührte.
Ab hier hat mich die LP voll in der Hand. Die Schwestern dürfen echt alles mit mir machen. Ob Panflöten (die ich sonst völlig blöd finde), Rapeinlagen bei End Of Time oder todtraurige Suizidballaden (Harmless Monster).
Unterm Strich kann man sagen das Tales Of A Grasswidow das wohl geradlinigste Cocorosie Album ist. Dieser Schritt ist zu begrüßen, da sich die beiden trotzdem zu keinem Zeitpunk die Blöße geben ihren eigensinnigen Pfad zu verlassen. Sie achten nur tunlichst darauf das auch genug Leute ihnen folgen.
Bleibt einzig nur die Frage wer zum Teufel immer diese scheußlichen Cover Artworks gestaltet. Dachte nach Grey Oceans das es nicht mehr schlimmer gehen würde. Da habe ich mich wohl getäuscht.

Tales Of A Grasswidow erschien als Einzel-LP mit 11 Tracks am 22. Mai auf City Slang.

Tracklist:
A1 After The Afterlife
A2 Tears For Animals
A3 Child Bride
A4 Broken Chariot
A5 End Of Time
A6 Harmless Monster
B1 Gravediggress
B2 Far Away
B3 Roots Of My Hair
B4 Villain
B5 Poison

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Evenings – Yore

Posted on 25 Mai 2013 | No responses

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Heut Abend werde ich vorm TV sitzen, Fußball schauen und dann denken „Hm, ESC letzte Woche war irgendwie geiler…“
Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich erzählen das es endlich wieder mal etwas Erwähnenswertes aus dem Plocker Sektor gibt.
Plocker. Ein Begriff den ich gerne in Zusammenhang stelle mit Acts wie Isan, Mouse On Mars, Oval…ihr wisst was ich mein hm.

Nachdem der US-Amerikaner Nathan Broaddus unter seinem Projekt Evenings zwei rein digitale Releases veröffentlicht hat, darf nun auch die Plattencrowd seine hoch interessanten Entwürfe auf Vinyl bestaunen.
Die Yore LP ist zusammengesetzt aus Tracks des Lately Albums und der North Dorm EP. Da beide Veröffentlichungen über einen Zeitraum von 2 Jahren entstanden sind ist auch auf Yore die musikalische Entwicklung des Künstlers gut heraus zu hören.
Evenings macht keinerlei Anstalten oft verkopften Genres wie IDM, Leftfield oder Glitch neue Aspekte abzugewinnen, sondern versucht einfach einen guten und facettenreichen Track zu erzählen. Dies gelingt auch zum größten Teil. Seine kurzweiligen Entwürfe sind gespickt von unterschiedlichen Stimmungen und Einflüssen. Gerade wenn es darum geht das Geräusch-Wirrwarr mit einem Beat zu unterfüttern zeigt sich das Evenings eigentlich eher rocken will. Denn dann hat man sich schnell beim Kopfnicken erwischt. Kommt ja auch nicht so oft vor bei solch nem Sound.

Yore erschien am 23. Mai als Einzel-LP auf Friends Of Friends. Auf dem 10 Dollar teuren Bandcamp Release gibt es noch 2 zusätzliche Remixes von Shigeto und Munno.

Tracklist:
A1 [Intro] Jæune Reflection
A2 Friend [Lover]
A3 Favorite Maze
A4 Ager
A5 Lo-velo
A6 Softly We Go
B1 Babe
B2 Chesapeake
B3 Lately
B4 Goodbye Forever
B5 Friend
B6 Babe


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Steve O’Sullivan ‎– Mosaic Reshaped & Unreleased

Posted on 23 Mai 2013 | No responses

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Wenn ich meine Techno-Helden aus den 90ern aufzähle, sind es ja immer die üblichen Verdächtigen. Der Wolfgang, der Moritz, der Brinkmann und natürlich der Supa-Richie. Aber einen Namen vergesse ich immer völlig zu Unrecht. Was ist denn mit Steve O‘ Sullivan? Von dem habe ich echt mehr im Schrank als ich dachte.

Steve O‘ Sullivan stellte in der zweiten 90er Hälfte ein wahres Label-Imperium auf die Beine. Tolle Maxis aus dem Hause Mosaic, Bluetrain oder auch Green gehen auf sein Konto. Rückblickend betrachtet ist sein Schaffen als solches irgendwie etwas untergegangen. Auch wenn viele Platten seiner Labels heutzutage zu recht deftigen Preisen gehandelt werden, wird er selten in einem Atemzug mit den von mir vorhin genannten Pappnasen genannt.
Vielleicht ändert ja eine kleine Zusammenstellung von einigen raren Mosaic Tracks etwas an der Popularität des Meisters.
Auf Mosaic Reshaped & Unreleased versammeln sich zwar nur insgesamt 9 Stücke, diese gehören allerdings schon zu den absoluten Sahnestücken des Labels aus den Jahren 1996 bis 98. Ob Out Of The Blue von der Tokio Blues EP, Arrival von der irre teuren Optimus Prime oder auch das nie veröffentlichte Better Late Than Never.
Die Compilation bietet genug Einblicke in den frühen Labelfundus. Für Fans und Liebhaber dieser Zeit ein absolutes muss.

Mosaic Reshaped & Unreleased erschien als 3-fach Vinyl am 17. Mai auf Sushitech und kostet um die 35 Euro. Die ersten 100 Exemplare erschienen in grauem Vinyl.

Tracklist:
A1 Ferocious Physics Quintet, The – This Is Not A Seance (Alternate Mix)
B1 Mark Ambrose – Take It Back (Remastered)
B2 Wise Caucasian, The – Out Of The Blue (Version)
C1 Jorge Zamacona – Effort #1 (Extended Mix)
D1 Wise Caucasian, The – Celestial Empire (Version)
D2 Wise Caucasian, The – Socratic Roads (Remastered)
E1 Downlink – Arrival (Remastered)
F1 Steve O’Sullivan – Burnt Out? (Version)
F2 Steve O’Sullivan – Better Late Than Never (Unreleased Mix)

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Dexter – The Trip

Posted on 20 Mai 2013 | No responses

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Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Deswegen bin ich auch seit dem Moment der Ankündigung vor ein paar Monaten so hibbelig wie schon lange nicht mehr.
Dexter hat mich vor 3 Jahren mit The Jazz Files endgültig auf den instrumentalen Hip Hop Weg geschickt. Keine Platte habe ich seitdem öfter aus seiner Hülle gezogen als dieses großartige Machwerk.
Auch auf der neuen Platte widmet sich der junge Heidelberger Beatklopper einem groß angelegten Konzept. Auf die elterliche Jazzsammlung folgt nun die intensivste Auseinandersetzung mit Rockplatten der späten 60er. Für mich erst einmal nicht unbedingt das wichtigste Genre. Aber Dexter hat mein vollstes Vertrauen gehabt. Und er hat mich nicht enttäuscht.

Auf The Trip wird schnell klar wieviel Zeit, Mühe und Liebe in dieses gut 40 minütige Werk gesteckt wurde. Dexter wühlte sich nicht nur durch einen Haufen Psy-Rock Platten, sondern auch durch Filme, Kunst und Lebensgefühl dieser Zeit. Die flotten 2 Minuten Tracks sprühen nur so vor Lebhaftigkeit, Freude und dem dazugehörigen Rausch. Ein perfekter Spiegel einer wilden Epoche. Filmsamples prallen auf trippige Gitarrenriffs und werden unterlegt mit den denkbar fettesten Beats die hierzulande jemand schmieden kann. Das ist zweifelsohne Welt-Niveau. Herr Otis Jackson kann sich warm anziehen.
Ein würdevoller Nachfolger von The Jazz Files, der zu keiner Sekunde schwächelt und durchweg zu packen weiß. Beeindruckend. Höchst beeindruckend.

The Trip erscheint als Einzel-LP (im Gatefold Cover) leicht verspätet erst am 7. Juni auf Melting Pot. Der Digital Release ist bereits am 17. Mai erschienen. Die CD folgt am 31. Mai. Ausserdem wird es eine auf nur 50 Exemplare limitierte Edition mit speziellen LSD-artigem Cover (oben rechts) geben.

Tracklist:
A1 Once Again Back (Tune In)
A2 San Francisco H
A3 Walk With Us
A4 Witch/Room
A5 Rainbow Flight
A6 Teenage Mother
A7 Cupcakes
A8 With Ease
B1 Hippie Revolt (Turn On)
B2 Acido (Heavyyy)
B3 You & I
B4 Roll It, Light It, Suck It
B5 Dexy Lovecraft
B6 Clouds Of Zero
B7 Never Knew
B8 Pictures
B9 Summerdays (Drop Out)

on Discogs (bisher nur Limited Edition)
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Still Corners – Strange Pleasures

Posted on 19 Mai 2013 | No responses

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Entschlacken mit „The Trip“. Damit meine ich aber keineswegs das neue Dexter Album, zu dem ich natürlich auch noch meinen Senf abgeben werde. Wie der Zufall es so will trägt der Eröffnungstrack des neuen Still Corners Album den gleichen Titel. Still Corners, wer was das nochmal? Stimmt, 2011 war irgendwas.

Vor 2 Jahren entdeckte ich die Londoner Band, die mittlerweile von einem Quartett auf ein Duo geschrumpft ist. Damals war ich schwer begeistert von den träumerischen Rock Balladen mit Lo-Fi Anstrich. Inzwischen besteht die Kombo nur noch aus dem Singer/Songwriter Greg Hughes und der Sängerin Tessa Murray. Durch diese Umstrukturierung ist auch mit dem Sound von Still Corners jede Menge passiert.
Auf ihrem neuen Album Strange Pleasures öffnen sich die Beiden viel stärker den Elementen des Pop’s. Murays Stimme ist weiter nach vorne gemischt, so dass dieser Eindruck man befinde sich in einem David Lynch Film einer breiter angelegten Direktheit gewichen ist.
Auch musikalisch werden offensivere Geschütze aufgestellt. Man vertraut mehr klareren Klängen, die zwar immer noch stark 80er angelehnt sind, die aber weniger auf Distanz setzen. Dadurch geht natürlich auch etwas Mystik und der bereits angesprochene Lo-Fi Charakter flöten. Das macht aber fast überhaupt nichts.
Strange Pleasures bürgt für viele wahnsinnig intensive Momente, die zu keiner Zeit ihre Zauberhaftig durch irgendeine Mainstreamformel einbüßen müssten.
Möglicherweise sind Fans der früheren Alben über den neuen Output etwas enttäuscht. Gerade ich als jemand der es oftmals begrüßt wenn Künstler sich nicht von Trends und Öffnung der Masse beeindrucken lassen, wäre normalerweise eher abgeneigt. Aber wer solch ein sicheres Sequel seiner bisherigen Arbeit abliefert und es in einer frischen Konsequenz weiterentwickelt, verdient konstante Aufmerksamkeit.
Kaufempfehlung für alle die gern bei warmen Wetter in den blauen Himmel starren. Damit macht es noch mehr Freude.

Strange Pleasures erschien als Einzel-LP mit 12 Tracks am 10. Mai auf Sub Pop. Die ersten Pressungen erschienen in eisblauem Vinyl. Sicher sehr schick anzusehen.

Tracklist:
A1 The Trip
A2 Beginning To Blue
A3 I Can’t Sleep
A4 All I Know
A5 Fireflies
A6 Berlin Lovers
B1 Future Age
B2 Going Back To Strange
B3 Beatcity
B4 Midnight Drive
B5 We Killed The Moonlight
B6 Strange Pleasures

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ESC 2013 | Was noch gesagt werden muss

Posted on 19 Mai 2013 | No responses

Glückwunsch Frau de Forest, da haben sich die Hook, die Flöte und die fehlenden Schuhe ja gelohnt.
Mensch Herr Mammadov, was so ein Ablenkungsmanöver mit nem schnöden Glaskasten so alles verfälschen kann.
Kopf hoch Frau Berger, das war 1A. Zu gut für ukrainische Landwirte.
Haha Frau Garipova, klappt doch immer wieder. Herr Putin ist zufrieden.
Hier Frau Horler, ein Tachentuch für Sie. Wir fanden Sie alle toll. Der Rest halt nicht. Schwamm drüber.
Achja und Herr Dolan, woran lag’s bei ihnen? Jetzt ziehen Sie doch mal endlich diese alberne Jacke aus!

So. Bis im nächsten Jahr!
We are one!


ESC 2013 | The Grembranx Results

Posted on 17 Mai 2013 | No responses

Die Halbfinale sind gelaufen, jetzt geht es ans Eingemachte. Das Grand Finale am morgigen Tag bietet neben einem erstaunlich hohen Anteil an verschnarchten Mainstream Balladen, auch natürlich die obligatorische Vorhersehbarkeit und eine nicht zu unterschätzende Ballung großer Unterhaltungskunst gewürzt mit etwas Trash. So wenig wie nie meines Empfindens nach.
Meine Damen und Herren, die Ghetto-Points für den Eurovision Song Contest 2013:

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(Startnummer/Interpret/Titel/Land)

france
1. Amandine Bourgeois – L’Enfer Et Moi (Frankreich)

Frankreich find ich ja potentiell immer super. Und Frankreich bekommt auch potentiell immer einen ordentlich vor’n Latz. Warum eigentlich? Ich sach’s euch: Keine Lobby – keine Punkte. So ist das.
Dabei bratzt die eng gesetzte kleine Rocknummer mit der röhrigen Sängerin echt gut was weg. Vielleicht fehlt dem Ganzen so ein gewisser Höhepunkt. Ein Punkt wo zum Beispiel ein im Unterhemd vor dem TV gammelnder Georgier plötzlich durchs Wohnzimmer pogt und die 70er Schrankwand umwirft. Frankreich braucht einfach ne Sonderregel für ne Minute mehr. Dann packen die das auch.

7 points
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Andrius Pojavis – Something (Litauen)

Ich war echt erstaunt das es dieser Gesangesroboter doch tatsächlich in die Schlussrunde schaffte. Seine affig kerzengerade Popnummer im U2 Gewand ist so sterbenslangweilig, das man ihm sein lächerlich kurzes T-Shirt in sein Quizmaster Grinsegesicht stopfen möchte. Natürlich NACHDEM man es mit eigenem Erbrochenen gefüllt hat. Klingt eklig, ist das aber so.

0 points
——–

3. Aliona Moon – A Million (Moldawien)

Erst dachte ich das wäre die Gülcan mit ner Kamps Brezel aufm Kopp. Aber in Wirklichkeit entpuppt sich dieser optische Fehlgriff als einer der komplexesten Balladen des Abends. A Million ist ein zutiefst beeindruckender Song, sehr sprunghaft, wandlungsfähig und ganz vorzüglich gesungen. Hinzu kommt der nette Effekt mit dem immer länger werdenen Kleid der Interpretin. Gegen einen Sieg hätte ich nichts einzuwenden. Wenn’s der Zerstörung Dänemarks dienen würde, nur zu!

10 points
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4. Krista Siegfrids – Marry Me (Finnland)

Natürlich könnte man jetzt die Katie Perry Karte ausspielen oder dem Song vorwerfen das es platter Humpa Humpa Pop wäre. Aber hey, man muss einräumen das das Teil gerade in der Liveversion einen ganz schönen audiovisuellen Wumms unter der Hirnrinde hinterlässt. Vielleicht liegt es auch an diesem Ding Dong, oder es sind die Drogen. Ja, das ist gut möglich. *Schniff*

4 points
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spain
5. El Sueño De Morfeo – Contigo hasta el final (Spanien)

Spanien Big 5? Haben die nicht Schulden bis unter die Hutschnur?
Ganz gleich, ich konnte mit deren Beiträgen noch nie etwas anfangen. Es sind jedes mal belanglose Formatradioschnulzen in Landessprache. So auch diesmal. Zum Glück werden sie ähnlich bestraft wie Frankreich. Aber in diesem Fall völlig gerechtfertigt. Kein Mitleid!

0 points
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6. Roberto Bellarosa – Love Kills (Belgien)

Ich freu mich ja schon das unsere belgischen Nachbarn es ins Finale geschafft haben, aber doch bitte nicht mit so einem vergammelten und schlecht vorgetragenen Song. Eine Spät 80er Pop Nummer die sich im Break sogar noch wagt an Dubstep zu vergehen. Das „beste“ ist aber Bellarosa selbst, der aussieht wie eine Kreuzung aus Max Mutzke (Augenbrauen) und Justin Bieber (Frisur) in einem völlig fehlplatzierten Kleidungsstück. Vorvorletzter Platz! Strafe muss sein!

0 points
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7. Birgit Õigemeel – Et uus saaks alguse (Estland)

Bevor ihr jetzt alle „laaangweilig“ brüllt: Ja gut, so ein bisschen langweilig ist diese gefällige Mid-Tempo Ballade schon etwas. Die entscheidenden Gummipunkte erntet die stimmgewaltige Sängerin mit einem drollig kantigen Landessprachen-Faktor und ja, einer gewissen Zauberhaftigkeit. Hex Hex! Top 10 würde mich nicht wundern.

6 points
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8. Alena Lanskaja – Solayoh (Weißrussland)

Wo ist Euro Dance? Zypern hatte mich im letzten Jahr voll im Griff. 2013 ist von meinem peinlichsten Lieblingsgenre nur noch eine weißrussische Hafennutte übrig geblieben, die so derartig scheiße singt und deren Song sowas von widerlich konstruiert wurde, dass ich mich in diesen 3 Minuten einfach mal kurz zu Ivi Adamou zurücksehne. *Seufz*

0 points
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9. Gianluca Bezzina – Tomorrow (Malta)

Och süß. Ein offensichtlich geistig Behinderter Ukulelespieler in einer Gruppe gut gelauntem Pflegepersonals der Klapsmühle Malta. Dieser akustisch geprägte Popsong tut keinem weh. Nicht Dir, nicht mir, nicht unseren Ohren. Zum knuddeln nett. Aber Top 10 wäre zuviel des Guten.

5 Points
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10. Dina Garipova – What If (Russland)

Die Russen könnten echt mit nem furzenden Hühnerkadavar auftreten, die würden es trotzdem noch ins Finale schaffen. Auch diese todlangweilige Disneyballade wird morgen sicherlich den ein oder anderen Fernsehzuschauer ins Land der Träume schicken. Einziger Pluspunkt ist die irgendwie nett und sympatisch wirkende Interpretin mit Quadratkopf. Könnte auch als Austauschmitglied bei der Kelly Family herhalten.

1 point
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germany
11. Cascada – Glorious (Schlaaand!)

Ach stimmt, wir haben ja auch Euro Dance mit Nuttelfummel im Gepäck. Einziger Unterschied: Wir machen’s besser. Cascada waren beim deutschen Vorentscheid ganz klar der beste Artist mit dem besten Song. Punkt. Jetzt gilt es die vorhandene Euro-Popularität auch dementsprechend umzusetzen. Weil diesmal bekommen wir wahrscheinlich auch Punkte aus Ländern die uns sonst noch nicht mal ein vertrocknetes Schwarzbrot in die Schüssel werfen würden. Achja und die Sängerin ist in meinen Augen völlig optimal proportioniert. Nochmal Punkt!

7 points
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12. Dorians – Lonely Plane (Armenien)

Der ESC ist ja grundlegend ein etwas gestrig und vor allen Dingen ein sehr konservativer Wettbewerb. Diese alteingesessene Haltung verkörpert die Softrock Kombo aus Armenien perfekt. Fürs Lokalradio zu wüst, für eine junge ARD Welle zu unhip. Welch ein Fiasko. Zum Glück gibt es ein Auffangbecken namens Eurovision Song Contest. Ich kann mich mit der Nummer nur ganz ganz schwer anfreunden, empfinde sie aber zu keiner Sekunde als einen Störfaktor. 15. Platz ist realistisch.

3 points
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13. Anouk – Birds (Niederlande)

Das letztjährige Ausscheiden des Niederländischen Beitrags schmerzte schon sehr. Umso mehr freute ich mich über das Weiterkommen dieser völlig aus den Rahmen fallenden Traum Ballade. Anouk verwandelt Birds mit ihrer tollen, tiefen Stimme in einen ausgesprochen beeindruckenden Song, der sicherlich auch als James Bond Titel herhalten könnte. Das kann man schon locker als einen dicken, fetten Geheimtip bezeichnen. Lobby hin oder her. Brauchte Lena 2010 auch nicht. Ich drück die Daumen. Zumal Amsterdam nicht so weit weg wäre nächstes Jahr…hihi.

10 points
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14. Cezar – It’s My Life (Rumänien)

Und nach dem Traum folgt unweigerlich der transsilvanische Alptraum. Eigentlich war ich vollends genervt vom Weiterkommen dieses Opernpop Eunuchen im Drakula Dress. Wenn man aber den nicht von der Hand zu weisenden Unterhaltungsfaktor dieser grauenvollen Darbietung mit einbezieht und man bedenkt das ich bei Startnummer 14 bereits hakkedicht sein werde…dann ist mit das glatte 2 Punkte wert. Haha!

2 points
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uk
Bonnie Tyler – Believe In Me (UK)

Seufz, wann lernt das Vereinigte Königreich es endlich und schickt in diesen Wettbewerb keine abgehalfterten Ex-Popstars mehr ins Rennen. Letztes Jahr hatte ich mit Engelbert noch relativ viel Mitleid um seinen Vorletzten Platz, in diesem Jahr weine ich dem kümmerlichen Abschneiden von der faltig gewordenen Schlager-Trulla Bonnie Tylor keine verdammte Träne nach. In den Staub.

0 points
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sweden
16. Robin Stjernberg – You (Schweden)

Ich bin dem Austragungsland in seiner musikalischen Entscheidungskraft nahezu immer positiv gewogen. Soll man nicht glauben, in diesem Jahr auch. Auch wenn dieser Robin Stjernberg mir sich ein paar Milliliter zuviel Botox in die Stirn gejagt hat, ist sein Song ein Radikal-Ohrwurm mit viel Artistik, beknackter Gestik, einem Grinsesicht und garantiertem Mitjaul-Faktor. Wie machen das diese Schweden nur immer?

7 Points
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17. ByeAlex – Kedvesem (Ungarn)

Tja, mit Geldwäsche kennen sich die Ungarn ja aus. Oder was singt der Berlin Mitte Hipster mit Schlumpfmütze da? Kedvesem darf man getrost fast schon als Indie Song schimpfen, weil die leichtfüssige Popnummer in so gar keine ESC Schublade passen will. Finde ich ja durchaus sympatisch, nur muss der bebrillte Kollege ein paar Töne besser singen als im Halbfinale. Da nützt dir auch deine Unterstützung im Background nur bedingt, mein Jung!

5 points
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18. Emmelie de Forest – Only Teardrops (Dänemark)

Ich habe mir geschworen dieses Lied eigentlich zu hassen, um im selben Moment schon bei der ersten Strophe auf meinen Armen eine fette Gänsehaut zu entdecken. Verdammt, das gibts doch nicht. Ich weiss, die Nummer wird gewinnen, vielleicht haushoch. Aber mal ganz ganz ehrlich: Ein penetranter Ohrwurm Popsong, eine barfüßige, leicht verwahrlost aussehende Sängerin (ohne Schuhe!) und ein zentrales Instrument (in diesem die Flöte) wirken nach genauer Betrachtung wie die pure Kalkulation in Reinform. Aber aus diesen Stoffen werden nunmal ESC Sieger gemacht. Eine unbequeme Wahrheit. Naja, und Kopenhagen ist ja auch nicht so weit weg…von daher. Sieg schon, kleine Dänin!

8 points
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19. Eyþór Ingi Gunnlaugsson – Ég á líf (Island)

Die Landessprachen kommen wieder, soviel steht fest. Auch wenn ich gar nicht wissen will wie oft der gute Mann mit gut gekämmter Rockermähne beim Finanzamt seinen Namen buchstabieren muss. Sein Song ist eine Celin Dion Schmachtballade, die aber auf isländisch gesungen einen sehr hackigen und kantigen Charakter bekommt. Was mich verblüfft hat, war die große Zuspruch in der Malmöer Halle für die seichte Nummer. Das sind schon wieder Sympathiepunkte für viel zu nette Musik. So gehts auch.

4 points
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20. Farid Mammadov – Hold Me (Aserbaidschan)

Wer zieht diesem Land eigentlich mal den Stock ausm Arsch? Seit Jaaahren kloppen die echt nur gefällige Softpopnummern raus. Auch wenn in diesem Song die Rockelemente verstärkt wurden, ist das immer noch meilenweit weg von beachtenswert. Als Ablenkung vom musikalischen Graus gibt es eine rudimentäre Zaubernummer mit einem Glaskasten. Da würde ich den Singvogel auch am liebsten wieder einsperren und der Regierung seines Heimatlandes übergeben. Sollen die sich doch mit dem rumschlagen!

0 points
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21. Koza Mostra & Agathonas Iakovidis – Alcohol Is Free (Griechenland)

Haha sauber, die Griechen! Seit unzähligen Contests stehen die Jungs und Mädels bei mir hoch im Kurs. Meistens waren es aber Euro Dance Klopfer die mein Herz mit Wonne erfüllten. Aber siehe da, die können auch Ska mit Folk. Alcohol Is Free ist nicht nur das ultimative ESC Party Motto, sondern auch ein bittersüßer Abgesang aus Chaos, Krise und politische Abgründe. Die wohl dynamischste Nummer an diesem Abend. Kaum auszudenken wenn die Truppe das gewinnen würde. Möglich isset.

10 points
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22. Zlata Ognevich – Gravity (Ukraine)

Eine von mir anfangs etwas unterschätze Ballade, die ein wenig nach ähm Downtempo Dancefloor klingt. Ich persönlich kann dem Ganzen eigentlich nur geringfügig etwas Gutes abgewinnen, denke aber das der Song erschreckend gut abschneiden könnte. Ein beklemmendes Gefühl.

2 points
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italien
Marco Mengoni – L’Essenziale (Italien)

Das es die Italiener wieder wissen wollen, merkt man an ihren ausgesprochen guten Beträgen der letzten 2 Jahre. Diesmal versuchen sie es leider mit einer gefälligen Eisdielen-Ballade. Auf englisch wäre dieser Song noch nicht mal einen Punkt aus San Marino wert. Mehr weiß ich dazu gar nicht zu vermerken. Ihr könnt es besser!

1 point
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24. Margaret Berger – I Feed You My Love (Norwegen)

Zu Norwegen habe ich bereits alles gesagt. Diese eiskalte Pophymne soll gefälligst gewinnen und die zerzauste Dänin hinter sich lassen. I Feed You My Love wäre damit der wohl düsterste ESC Siegertitel aller Zeiten. Und der beste noch dazu. Es wäre mehr als nur ein Statement für bessere Musik, es wäre eine Genugtuung gegenüber derer die den Eurovision Song Contest seit Jahren als unnützen Trash abtun. Es wäre ein wunderbarer Fratzenschlag, bei dem ich zugern mit aushole. Kawummm…lass krachen Margaret!

12 points
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25. Sophie Gelovani & Nodi Tatishvili – Waterfall (Georgien)

Balladen, Balladen, Balladen. Und jetzt auch noch im Duo. Diese Konstellationen sind ja besonders gefährlich. Wusst‘ ich direkt das dieser schleimig-schaurige Schmachtfetzen sich den Finalplatz sichern wird. Top 10 ist auch wieder garantiert. Diesmal aber nur mit Lobby. Ansonsten: Wenn ich nen Wunsch frei hätte, sollen die 2 Schnarchnasen auf der Bühne über die Kabelhilfe stolpern. Und selbst dann bekommen die noch Punkte. Buhaha, zu tragisch!

0 points
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Ryan Dolan – Only Love Survives (Irland)

Den perfekten Rausschmeisser bietet dieser (wie Peter Urban treffend formulierte) Michael Wendler im Ganzkörper-Lederlook. Die Dancenummer ist so unglaublich bescheuert, das es mit dem Teufel zugehen müsste als das ich nicht bei Startnummer 26 völlig weggeknallt auf den Ikeatisch hüpfen würde. Zusammen mit Andreas Gehm, hahahaha! Weltklasse!

6 points
——–

——–

Puh!
Ansosnten wünsch ich allen Fans & Hatern eine tolle Finalshow und jede Menge Spass!
We are one!


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