Thomas Brinkmann – Anna/Beate (Ernst 01)
Posted on 18 August 2010 | 4 responses

Die ersten Takte klingen als ob die Platte sich ein paar üble Kratzer eingefangen hätte. Was besonders bei neuem Zustand für viel Verwirrung sorgen kann. Aber es muss so, nein, es ist einfach so.
Ich verehre Thomas Brinkmann. Schon seit seinen Studio 1 Variationen auf Profan tue ich das. Ich kenne auch keinen anderen Musiker der so einen hohen Wiedererkennungswert hat. Jedes Sample hat diesen einzigartigen Touch.
Warum er den Platten auf seinem Ernst Label Frauennamen gab habe ich nie herausgefunden. Die erste Veröffentlichung hörte auf Anna & Beate und war noch radikalerer Minimalismus wie ihn die Herren Voigt, Hood oder Hawtin jemals gemacht haben.
Brinkmann’s Beatarragement ist eigentlich so simpel und doch so effektiv. Eine Kickdrum aus seinem MPC Sampler klingt zerknautscht, unsauber und vertrakt. Jedes noch so unbedeutende Knacken fügt sich nahtlos in die Tracks ein. Jedes Zischen oder Plockern kann eine Sneare darstellen. Mit Beate 2 hat man fast schon sowas wie einen Hit der mit seinem hypnotischen Flair Körper zum schwitzen bringen kann.
Wie sagte einst Hannelore Klinke: „This is the real minimal stuff, alles Andere wurde nachgemacht!“
httpv://www.youtube.com/watch?v=6XC6HMGhraI
DJ Devastate – The Golden Era
Posted on 17 August 2010 | 2 responses
Die Tendenz zeigt gen Hip Hop, habter sicher bereits gemerkt oder?
Frisch entdeckt! Ein Weltklasse Mix des Schweden DJ Devastate der die goldene Ära von Rapmusik in 54 Minuten zusammenfasst. Natürlich mit dabei: Lord Finesse, Mobb Deep, Tribe Called Quest u.v.a.
Press Play!
Strong Arm Steady – In Search Of Stoney Jackson
Posted on 16 August 2010 | 1 response
Auf meinem MP3 Player rotieren die Alben eigentlich regelmässig. Was gehört bzw. gebloggt wurde fliegt runter. Aber eine LP überlebt hartnäckig seit Beginn des Jahres.
Die Gründung der in Los Angeles angesiedelten Rap-Crew Strong Arm Steady reicht gut 7 Jahre zurück. Vom damaligen Frontmann und Chartbreaker Xzibit ins Leben gerufen sorgte die Truppe innerhalb der USA schnell für Zündstoff sowohl in Konzerthallen als auch in so mancher Mixtapesammlung. Auf dem Plattenmarkt allerdings gings für die übrigen Jungs Mitchy Slick, Krondon und Phil Da Agony erst nach der Trennung von Xzibit richtig los. 2007 das Debütalbum Deep Hearted und Anfang dieses Jahres der fulminante Nachfolger In Search Of Stoney Jackson der auf PBW’s Label Stones Throw Records raus kam.
Produziert wurde das Ganze vom legendären Madlib. Bei den Tracks beteiligt sind Gast-MC’s wie zb. Planet Asia, Talib Kweli oder Roscoe. Eigentlich würde das schon ausreichen der LP den Stempel „besonders hörenswert“ aufzudrücken, aber innerhalb der 18 Tracks gibts es so eine unglaublich grosse Ansammlung an fresh -und catchyness das der Repeatbuttom quasi als Pflicht anzuerkennen ist.
Auch wenn der Platte in der 2. Hälfte etwas die Puste ausgeht ist das immer noch eines der besten neueren Hip Hop Alben die ich seit langem gehört habe. Allein schon wegen Tracks wie Best Of Times, Cheeba Cheeba oder New Love lohnt der Kauf. Hörts euch an!
Tobi im Raveland
Posted on 14 August 2010 | No responses

Eins habe ich in meinem Leben gelernt: Man muss auch zu der Scheisse stehen die man früher gehört hat!
Was sollen wir drum herum reden? Ich bin Jahrgang 1979. Ich habe den Begriff Techno nicht etwa zum ersten Mal von Kevin Saunderson oder Juan Atkins gehört, sondern in Das Boot von U96. Ich habe früher jeden beschissenen Samstag RPR Maxi Mal gehört und und einen unüberschaubaren Haufen Rave, Trance und Gabba Compis mir ins Billy Regal gepfeffert.
Erst im April 95 haben mich Steffen Irrlinger und Ingo Sänger mit Treibhaus befreit.
Aber vorher lief das! Eine kleine Auswahl:
Peanut Butter Wolf – My Vinyl Weights A Ton
Posted on 13 August 2010 | No responses

Endlich mal wieder rausgekramt! Ein tonnenschweres Meisterwerk der alten Hip Hop Schule.
Der amerikanische DJ und Producer Chris Manak gab sich in den frühen 90ern den kongenial-albernen Künstlernamen Peanut Butter Wolf. Er veröffentlichte zuerst mit dem bereits 1993 verstorbenen MC Charizma ein Album um dann 1996 sein heute immer noch existierendes Label Stone Throw Records zu gründen. Sein einziges „richtiges“ Album kam 1998 raus und hatte den „bescheidenen“ Titel My Vinyl Weights A Ton.
Doch aller Protzigkeit zum Trotze wiegt dieser Langspieler tatsächlich ne Menge. Das mag an den ultrafetten „PBW-Beats“ liegen, aber natürlich auch an den zahlreichen Gast-MC’s wie zb. Quasimoto oder Planet Asia. Dazu kommen unzählige Interlude’s mit beeindruckenden Scratchingskills und Samplebausteinen. Ein Erlebnisalbum in jeder Hinsicht und für Liebhaber des unvergänglichen Oldschool-Shits eine unverzichtbare Bassperle.
Hunee – Things Behind The Sun
Posted on 12 August 2010 | 1 response

Menschen mit gutem Musikgeschmack sollte man immer im Auge behalten, oder nicht? Über diesen Hunee (Blog bookmarken!) da bin ich doch bestimmt schon unzählige Male gestolpert. Ist das schon wieder so’n Nu-Disco Kid dass den lieben langen Tag nix besseres zu tun hat als sich an längst vergessenen Tanzperlen zu vergehen oder hab ich zum wiederholten Male den Scheuklappen-Modus zu Unrecht angeworfen? Wie so oft ist Antwort b) richtig…verdammt!
Der neueste Mix des Berliners auf Soundcloud lässt auch keinerlei Zweifel an seiner musikalischen Weitsicht. Da kann neben bekannten 80er Hits auch mal mir völlig fremder chansonähnlicher Sound von epischer Breite dazu kommen. Ambient und Indie-Rock sind auch am Start. Achja, und dieses „Disco“ Gedöhns natürlich auch…muss ja!
Mix der Woche, ganz klar!
Download (107Mb/78Min/192kbs/mp3)
Baths – Cerulean
Posted on 11 August 2010 | 1 response

Kaum zu glauben. Hätte ich nicht die Tage einen zweiten Versuch unternommen mich bei Twitter zu integrieren wäre ich niemals auf folgende Neu-VÖ gekommen. Ein Hoch aufs Echtzeit-Micoblogging.
Anfang Juli brachte ein gewisser Will Wiesenfeld unter seinem Pseudonym Baths sein Debütalbum auf dem amerikanischen Label Anticon heraus, und bereits nach einem Monat rumort es von Untergrund bis Fachpresse. Keine Ahnung wer der Kerl ist, aber er scheints drauf zu haben.
Bereits die ersten 3 Tracks lassen erahnen was hier gebacken ist. Staccato Slowbeats treffen auf einen sympatischen Hang zu Melodie und Gesang. Hier wird nicht alles mit Samplen zukleistert sondern mit Perfektion arrangiert, mit liebevoll gestalteten Breaks verlegt und niemals das Verschnaufen vergessen. Für einen Track wie Rafting Starlit Everglades würden sich die mittlerweile verkrusteten Kompakt-Jungs sämtliche Finger lecken. Es rockt, es rockt einfach!
Cerulean ist heisser Antwärter auf den „Best LP in 2010“ Award. Aber sowas von!





