Meg Baird – Seasons On Earth

Posted on 3 November 2011 | No responses

November November. Komm, du schaffst das. Bis Ende meines Urlaubs die 15 Grad-Marke zu halten. Komm schon, ich glaub an Dich!
Nunja…wovon träum ich eigentlich Nachts? Von Freiheit, weitem Land und der schönen Prärie?
Richtig, ich habe mal wieder so ne Country-Ische aufgegabelt.

Meg Baird heißt die gute Frau. Ansässig in Philadelphia, ein Teil der recht populären Folk-Band Espers und nun schon seit geraumer Zeit auch auf Solopfaden unterwegs.
Über Baird’s zweites Album Seasons On Earth stieß ich vorherige Woche und es hat natürlich nicht lange gedauert bis mich auch diese tolle Stimme gefangen hat. Ein bisschen musste ich an Marissa Nadler denken, nur das Meg Baird einen Tick mehr Country Elemente in ihre Musik einfließen lässt. Hinzu kommen schöne Texte über die Wehmut nach Freiheit, die Verbundenheit zur Natur und eine Spur Romantik. Baird gibt sich weniger mystisch, vielmehr vertritt sie klassisch klare Folk-Strukturen und sie lässt sich auch durchaus Zeit in ihren Songs. Bis ihre helle Stimme zum Einsatz kommt können auch schon mal anderthalb Minuten vergehen und man merkt ihr ihre Liebe zu ihrer Akustikgitarre an. Ihre Akkorde sind oft variantenreich und haben einen Hang zur Catchyness. In Songs wie Stars Climb Up The Vine oder The Land Turned Over kommt dies besonders gut zur Geltung. Der stärkste Momente dürfe wohl bei der Ballade Beatles And The Stones erreicht sein. Im hinteren Teil bricht die Qualität leider etwas ein und man wird das Gefühl nicht los das Baird sich auf ihrem ersten Langspieler Dear Companion etwas besser und vorallendingen hingebungsvoller gegeben hat. Insgesamt gehen 60% des Albums in Ordnung. Genrefans können denke ich mal trotzdem bedenkenlos zugreifen.

Seasons On Earth erschien als 180 Gramm LP (inklusive Download-Code) Ende Oktober auf Drag City. Der CD-Release erfolgte circa einen Monat eher.

Tracklist:
A1 Babyon
A2 Stars Climb Up the Vine
A3 Share
A4 Even Rain
A5 Friends
B1 Beatles and the Stones
B2 The Finder
B3 The Land Turned Over
B4 Stream
B5 Song For the Next Summer


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8tracks: Oktober 2011

Posted on 2 November 2011 | No responses

Der Oktober ist rein wettertechnisch eh mein Favorit. Plattentechnisch wars auch bemerkenswert. Der Wanderpokal geht an die Gitarren-Fraktion, Herr Hodn und Herr Daviz retten Hip Hop und Tori Amos muss leider leider doch The Field weichen. Sorry Süße!

Tobi @ 8tracks


Voll auf die 12″ (2)

Posted on 31 Oktober 2011 | 4 responses


Lifes Track – EP 2 (bosconi 015.5)

Italien wird auch immer produktiver. Auch wenn das Land immer ein wenig Zeit braucht um in die Gänge zu kommen. Dafür dann aber richtig. Hier aus dem Lager des Deep House Labels Bosconi eine recht starke 4-Track EP die sich teilweise sehr angenehm detroitisch gibt.

 
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Francis Harris – Lostfound (scissor and thread 003)

Francis Harris arbeitet ja eher im Hintergrund und bringt selten Platten unter seinem Namen raus. Hier gibt er den ähm „Minimalhouser“ mit nettem Vocaleinsatz der dänischen Sängerin Gry Bagøien. Und hey, auf der B-Seite gibts noch nen Mathew Herbert Remix. Das ist doch was!

 
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Love Unlimited Vibes – Love.Three (luv 003)

Eigentlich mag ich ja solche illegalen Remixe nicht. LUV 003 enthält einen sehr nah am Original orientierten Edit von SBTRKT’s Hold On und expandiert den Track auf eine brauchbare DJ-Tool Länge. Das geht schon in Ordnung.

 
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Late Nite Tuff Guy – Baby…You Fooled Around (dessert island 008)

Naja, und über den Produktionsaufwand von Disco-Edits muss ich ja auch kein Wort mehr verlieren, oder? Wahrscheinlich hat dieser Late Nite Tuff Guy die A-Seite in 10 Minuten gezimmert, während der Fußnagelpflege oder so. Aber ich finds natürlich großartig. War ja klar.

 
Discogs soon
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Marco M. Bernd – Aurora (ehrenfels 002)

Kommen wir doch lieber zu waschechtem Dub Techno. Marco M. Bernd führt sein Ehrenfels Label weiter fort und klingt auf der treibenden B-Seite wie ne frühe Basic Channel. Beängstigend gut.

 
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Soulphiction – Freerotation (philpot 056)

Unglaublich wie konsequent sich Philpot hält. Und wie gut die Jungs immer noch klingen. Michel Baumann ist nun auch bei phunky Acid House angekommen und remixt sich auf der B-Seite einfach mal selbst. Auch ok.

 
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Phuture – The Creator (jack trax 14/bootleg)

Wird zwar wahrscheinlich kein offizielles Release sein, aber das muss man verschmerzen können. Da die Originalplatte nämlich schweineteuer ist. Die 2. Version ist schon ne recht derbe Kante. Musthave for Acid Nerds.

 
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Mirel Wagner – Mirel Wagner

Posted on 28 Oktober 2011 | No responses

Toll. Die Nase ist zu, der Kopf droht zu platzen und der Kaffee schmeckt scheisse! Was könnte meine Stimmung bloß aufbessern? Achja hier, ein fröhliches, finnisches Mädchen mit ihrem Gute Laune Albumdebüt.
Buharhar!

Nein, mit guter Laune hat Mirel Wagner’s erste Platte sicherlich nicht soviel am Hut. Vielmehr werden dem Hörer hier die kargesten Zutaten für ein höchst minimalistisches Blues-Folk Album aufgetischt.
Nur eine spärlich gezupfte Gitarre begleitet Wagner’s zurückhaltenden Gesang, der sich auch schon mal in ein Flüstern verwandeln kann. Textlich bewegt sich Wagner zwischen morbiden Träumen, Nahtoderfahrungen und Erinnerungen aus der Kindheit. Ganz behutsam huschen die 9 kurzen Songs durch die Boxen und bereits nach 30 Minuten drückt man erstaunt und leicht döselig die Repeattaste. No Death, Despair und Joe sind meine Lieblingsstücke.
Ein nahezu ungreifbares Album, traurig, schaurig und unglaublich schön. Kaufenswert!

Mirel Wagner erschien als Einzel-LP zuerst nur in Finnland auf Svart Records und nun auch endlich im Rest der Welt via Bone Voyage.

Tracklist:
A1 To The Bone
A2 The Well
A3 No Death
A4 No Hands
A5 Red
B1 Despair
B2 Joe
B3 Dream
B4 The Road

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Buy it on vinyl!


Hulk Hodn & Hubert Daviz – Kaseta

Posted on 26 Oktober 2011 | No responses

Es gibt Platten, da weiß man schon vorher das da nix schiefgehen kann. Und so war es auch! Yeah! :)

2 Kölner Hip Hop Instrumentalisten mit der Lizenz zum Bootys shaken geben sich die Ehre. Herr Hodn, seines Zeichen zuverlässiger Schraubbohrer im Boom Bap’schen Hi-Hat Club Kosmos und Herr Daviz, der von mir bisher etwas spärlich beachtete Gegenpart, haben eine exzellente Doppel Zwölf rausgekloppt.
Was bei Kaseta sofort positiv ins Gewicht fällt ist der erhöhte Anteil an Tracks über der 3-Minuten Schallgrenze. Gerade Daviz‘ Beiträge können hier punkten. Das gibt den einzelnen Stücken mehr Raum für Spielereien und man bekommt nicht nur einmal das Gefühl es mit mehr als nur nem schnöden Beat-Tape zu tun zu haben. Das Ganze ist ein weiterer Schritt in Richtung Emanzipation der MPC-Nerds und ein in jeder Hinsicht wirklich tolles Album. Koofen, wa?

Kaseta enthält 23 Tracks und erschien am 21. September als 2×12″ auf Entourage-Business. Der CD-Release erfolgt in der ersten Novemberwoche.

Tracklist:
A1 Ueberego
A2 Cash&Cream
A3 Trash
A4 No Matter
A5 MrEvans
A6 Circ
B1 Boykott
B2 One4Puetz
B3 Maze
B4 Aalto
B5 Doh‘ Stop
B6 Ducera
C1 Scuse Me
C2 One4Suff
C3 Red Light Backyard
C4 Burelli
C5 Schubmehl
C6 Ignut Oil
D1 Capsule
D2 Lounges (Prelude)
D3 Baris
D4 Bukitacake
D5 Novalue

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Buy it on vinyl!


Remember Remember – The Quickening

Posted on 22 Oktober 2011 | No responses

Holt Rock dieses Jahr etwa noch Hip Hop ein? Das wäre ja was…
Beim erstmaligen durchskippen der Soundfiles fand ich an folgender Platte zwar Gefallen, allerdings wurde mir erst beim vollen Hörumfang bewusst mit welch monströsem Teil ich es zu tun hatte. Ich sachs euch: Beim S-Bahn fahren fallen euch plötzlich Dinge auf…unglaublich!

Beim tollen Bandnamen Remember Remember mag man vielleicht zuerst mal an eine Coverband aus dem Bergischen Land denken, allerdings kommt Multi-Instrumentalist Graeme J.D. Ronald aus Glasgow und hat mit Interpretationen und Zitaten eher wenig gemein.
Die Instrumentenliste auf The Quickening ist ellenlang. So lang, dass man es kaum glauben kann das die meisten davon von nur einer Person gespielt wird. Dadurch sind Remember Remember auch weit entfernt von reiner Improvisation, sondern wirken erstaunlich sortiert und nie überbordernd.
Schon der Eröffnungstrack White Castle zieht einen nach den ersten Minuten völlig in den Bann mit seiner rauschhaften Mystik. Gutes Mixintro würde ich sagen.  Der Neuneinhalb minütige Folgesong Ocean Potion zieht mit einem Mal unmerklich das Tempo an und wird geschmückt mit Glockenspiel-Ästhetik, Gitarre und tollen Synth-Flächen. Den Schlüsselmoment erlebte ich bei Scottish Widows, einem schwermütigen „Piano trifft Cello-Track“ der sich auch gut in einem italienischen Filmdrama machen würde. Etwas pathetisch aber höchst faszinierend.
Nur kurzzeitig bricht die LP in der hinteren Mitte mal ein und sorgt für ein unliebsames Richard Clayderman Flair. Der fröhliche Schlusstrack John Candy bügelt das aber wieder problemlos aus.
Insgesamt der perfekte Unterwegs-Soundtrack. Sicherlich auch gut auf langen Autofahrten. Bisher meine Lieblingsplatte im Oktober.

The Quickening erschien via Rock Action Records (PIAS Group) zuerst als CD Ende September und letzte Woche schließlich auch als Einzel-LP. Diese beinhaltet auch einen MP3-Download Code.

Tracklist:
A1 White Castle
A2 Ocean Potion
A3 Scottish Widows
A4 Hey Zeus
B5 Unclean Powers
B6 A Larger Demon
B7 One Happier
B8 John Candy

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Lana Del Rey – Video Games

Posted on 20 Oktober 2011 | No responses

Yeah, hypen, hypen, hypen! Und nicht an die Leser denken!
Die Welle rollt gnadenlos durch Blogs, Printmedien und Social Medias. Nahezu 3 Millionen Klicks (seit Mitte August!) auf YouTube können nicht irren. Die Intellektuellen-Bravo Spex vermutet gar einen hollywoodsatirischen Scherz David Lynch’s. Wegen diesen Schlauchboot-Lippen und so. How oberflächlich ist that then?
Aber was zählt ist die Musik, oder hab ich da was verpasst?

Keinen Plan woher diese Lizzy Grant plötzlich kommt. Scheinbar aus dem Nichts veröffentlicht sie ihre Debütsingle Video Games unter ihrem Porno-Queen-artigen Alter Ego Lana Del Rey und sprengt die Genregrenzen zwischen Pop- und Soulballade. Das ist nicht nur enorm erfrischend sondern endlich mal ein bitternötiger Kontrast zu Stampf-Gaga, Glatzen-Britney und Spritzen-Amy. Und bitte lass das Label Indie sein, bitte bitte! Weil DANN wäre das wohl das Ende der Majors…in den Staub mit euch!

Video Games erschien diese Woche via Stranger Records als MP3-Release und als auf 500 Stück limitierte Picture 7″. Wer eine abbekommen hat schicke sie mir bitte zu! :-)

Tracklist:
A Video Games (4:02)
B Blue Jeans (3:40)

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