Cola & Jimmu – Enigmatic
Posted on 18 Juli 2013 | No responses
Ihr werdet es mir hoffentlich nachsehen das die Postingrate diesen Monat ein wenig zurückgestuft wird. Mit dem angeblichen Sommerloch hat das eigentlich auch nicht allzu viel zu tun.
Aber bevor ich in die eigentliche Arbeits-Horrorwoche durchstarte, muss ich noch einen kleinen Blockbuster posten. Etwas, dass ich kaum noch für möglich gehalten habe.
Das Jimi Tenor immer noch ein auf die 50 zugehender Musik Junkie geblieben ist konnte man die letzten Jahre innerhalb seiner künstlerischen Laufbahn besonders gut mitverfolgen. Besonders die Zusammenarbeit von Afrobeat Ikonen wie Tony Allen oder Kabu Kabu blieben bei mir hängen. Nun hat sich Tenor einen weiteren interessanten Partner dazu geholt. Noch viel interessanter aber ist die Tatsache das der legendäre Finne sein wohl housigstes Album aller Zeiten abgeliefert hat. Kein Scherz.
In Kooperation mit Soul Invastigators Frontfrau Nicole Willis erdolcht Tenor mal eben die letzte Generation von House-Plagiatoren lässig aus dem Handgelenk. Enigmatic ist ein mächtiger Sprung zurück in die ganz ganz wilde Zeit von Labels wie Nu Groove, Bottom Line, Madhouse oder eben auch Tenors Sähkö Blueprint PUU. Der Unterschied zu anderen aktuellen Houseproduktionen ist derer das Tenor’s Platte wirklich klingt wie aus den Frühen 90ern ins Heute gebeamt. Es ist mehr als eine Hommage – es ist wie von dort, für die Gegenwart. Zweifelsohne eines der liebevollsten Platten des Jahres.
Einzige Leidtragende ist Nicole Willis, deren Stimmeinsätze eher begrenzt sind. Dies passt zu den einzelnen Tracks natürlich hervorragend, schmälert allerdings den Wirkungsgrad des Talentes Willis um Längen. Wer da mehr möchte sollte auch unbedingt die beiden Soul Investigators LP’s checken.
Ansonsten bleibt die Notitz „Ja, Pflichtkauf!“ zu vermerken. Mit sooo dick Edding!
Cola & Jimmu – Enigmatic erschien als Einzel-LP mit 10 Tracks am 10. Juli auf Herakles Records.
Tracklist:
A1 369° Grind
A2 Enigmatic
A3 Transcend Our Love
A4 Wild Honey
A5 So Refined
B1 I Made Up My Mind
B2 Satyricon
B3 Tombstone
B4 Brooklyn Girl
B5 Classified
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Ta-Ku – Dowhatyoulove
Posted on 14 Juli 2013 | No responses
Zurück aus der Erholungsphase, die geprägt war von erstaunlich viel Sonne (+ Sonnenbrand!), gutem Essen (+ lecker Bier), viel Fahrrad (+ schön Muskelkater) und einem kleinen kitschigen Highlight (+ Sonnenuntergang -> ♥).
Der Panik zum Trotze das mir in dieser Zeit Unmengen an tollen Platten entgangen sind, überflog ich die abwesenden Tage nur mit einem gelassenen Knurren. Es ist ja auch schließlich Sommerloch.
Dennoch hätte es Kollege Ta-Ku auf keinen Fall verdient eben in dieses fürchterliche Loch zu fallen und zwischen Autostau und Badeurlaub in Vergessenheit zu geraten.
Vor einiger Zeit stellte ich die mit Suff Daddy zusammen entstandene Split-LP Bricks & Mortar vor, wo sich Ta-Ku für die hochinteressante B-Seite verantwortlich zeigte.
Nun veröffentlicht er nach der ultrararen 50 Days For Dilla Reihe seine dritten Solo-Langspieler, von dem es hoffentlich auch genug Pressungen geben wird.
Denn Dowhatyoulove hat es versammt nochmal in sich.
Der australische Beatbastler offenbart auf der 18-Track LP eindrucksvoll sein umfangreiches Repertoire an geschmeidigen Funk und Hip Hop Cuts und lässt zu keiner Sekunde daran zweifeln das er eine echt coole Sau ist. Natürlich kann man ihm vorwerfen einfach nur (Dilla) Zitate zu droppen, aber hey, gut zitiert ist halb gewonnen. Bei mir jedenfalls zieht die Masche fresh aufgebügelter Beatrumpler. Weil da einfach Liebe drinsteckt, ganz einfach!
Dowhatyoulove erschien als Einzel-LP am 11. Juli auf Jakarta. Die ersten 200 Exemplare erschienen in farbigem Vinyl.
Tracklist:
A1 Intro (Searching)
A2 Where
A3 Make You Wanna
A4 Keys Go Harder
A5 Blow Up
A6 June 30th (D.I.L.L.A)
A7 Boom
A8 Color Her Sunshine
B1 Someone Else
B2 Supposed To Do
B3 Chop
B4 Masaya
B5 Meet You There
B6 Red Alert
B7 See Me Through
B8 Static
B9 Steady Goes
B10 Sylvia
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Langspielplatten Revue | Juni 2013
Posted on 27 Juni 2013 | 3 responses
Da ich mich für ein paar Tage in Urlaub begebe wird die Monatsinventur einfach ein paar Tage vorverlegt.
Der Juni hatte einige sehr interessante Werke zu bieten. Diese sollten unbedingt noch mal kurz erwähnt werden bevor ich es vergesse. Ihr wisst ja, dieser Blog ist auch ein etwas zu lang geratener Einkaufszettel.
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Mount Kimbie – Cold Spring Fault Less Youth
Mount Kimbie wechseln vom UK Garage Stall Hotflush zum Künstlerlabel Warp. Das ist nur konsequent, da das Duo ihr Repertoire wieder mal erweitert hat. Eigentlich kaum zu glauben das das noch überhaupt möglich war. Aber das Album mit dem schwer zu merkenden Titel hat wirklich unzählige Sachen zu bieten, die einzuordnen schwieriger nicht sein können. Ich versuche hier jetzt einfach mal keine Genres aufzuzählen, sondern finde einfach das Mount Kimbie ein verdammt innovatives Produzenten Team sind, dessen Tracks aneinandergereiht wie eine wirre Compilation moderner elektronischer Musik aus dem Vereinigten Königreich wirkt. Ich weiß noch nicht einmal ob ich das jetzt gut oder doof finde. Ich weiß nur das ich diese Platte jetzt mindestens zum 8. mal höre und immer noch völlig ratlos bin. Allerdings im positiven Sinne. Hm, das schließt wohl auf „gut“, oder?
Cold Spring Fault Less erschien als Doppel LP mit 11 Tracks am 11. Juni auf Warp Records.
Tracklist:
A1 Home Recording
A2 You Took Your Time
B1 Break Well
B2 Blood And Form
B3 Made To Stay
C1 So Many Times, So Many Ways
C2 Lie Near
C3 Meter, Pale, Tone
D1 Slow
D2 Sullen Ground
D3 Fall Out
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Astrid Engberg – Poetry Is Gone
Eines der Hits des Monats bescherte für mich zweifelsohne eine mir völlig unbekannte Dänin, deren Stimme aber höchst vertraut wirkt. Der Titeltrack des LP-Openers ist ein leicht angewobbelter Soul-Rumpler mit einer hohen Sogwirkung und ner Menge Schmackes. Überhaupt sind die Arrangements der Platte immer sehr atmosphärisch dicht und wuchtig gestaltet und werden von Astrid Engbergs warmer Stimme hervorragend zusammengehalten. Was ein wenig stört sind die einzeln verstreuten Rap Parts von Mannic, die nicht immer zum jeweiligen Song passen. Das ist etwas schade, hier hätte man das Ganze besser voll und ganz auf Engberg zugeschnitten. Trotzdem ist die LP ein Hinhörer. Was die große 2 zu bedeuten hat weiß ich allerdings nicht.
Poetry Is Gone erschien als Einzel LP mit 10 Tracks am 28. Mai auf Phonosaurus.
Tracklist:
A1 Poetry Is Gone
A2 It’s Been So Long
A3 Alright (feat Mattic)
A4 Heaven’s Shore (feat Mattic)
A5 Outrolude
A6 The Sun
B1 Rain (feat Mattic)
B2 Ouaga Noma
B3 Again
B4 Away We Move
B5 Can U Find My Love (feat Mattic)
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Family Atlantica – Family Atlantica
Wenn man Family Atlantica googlet bekommt man zum einen die Info vom Label und eine Facebook Seite. Der Rest sind Reiseangebote der TUI. Selbst die Homepage URL ist ein toter Kadaver. Ihr merkt schon, ich habe keine Ahnung wer diese Afrofunk Band ist. Ich weiß nur das das unbetitelte Album eines der faszinierendsten Trips seit langem war. Alles ist sehr psychodelisch aufbereitet, mit viel schleichender Rhythmik und nicht selten von bedrohlicher Atmo begleitet. So etwas könnte auch im Wartezimmer eines afrikanischen Medizinmannes laufen. Am Ende fühlt man sich vergiftet und will den Scheiß direkt nochmal hören. Gefährliche Platte.
Family Atlantica erschien als Doppel LP mit üppigen 20 Tracks am 3. Juni auf Soundway.
Tracklist:
A1 Fly Through The Lightning To Speak With The Sun
A2 Incantation To The Ancestors
A3 Arena
A4 Cumbacutiri
A5 Libation At The Gate Of No Return
B1 Jaia
B2 Manicero
B3 Pranto Do Banzo
B4 Escape To The Palenque
B5 El Apamate
C1 El Negreo
C2 Gaita Psycadelica
C3 Myths and Proverbs
C4 Clavelito Colorado
C5 Eboka Ritual
D1 Tamunangue Blues
D2 The Griot’s Blessing
D3 Pescador Saharawi
D4 La Familia
D5 Speak To the Spirit of The Sea
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Mark Ernestus presents Jeri-Jeri – 800% Ndagga
Wer es etwas geordneter möchte, aber auf den afrikanischen Rausch nicht verzichten möchte, empfehle ich diese Zusammenarbeit zwischen Basic Channel Genie Mark Ernestus und der senegalesischen Band Jeri-Jeri. Musikalisch erinnert das Ganze ein wenig an die Produktionen des Moritz von Oswald Trio’s. Genauso ausufernd und höchst minimalistisch schraubt Ernestus hier Tracks von epishcer Breite zusammen. Mit dem Unterschied des tribal’esken Elements und als Sahnehaube die Gesangsperformance von Bandleader Bakane Seck. Streckenweise ist die Platte mit ihren teilweise neunminütigen Auswüchsen etwas sehr anstrengend, aber natürlich als Ganzes betrachtet wieder mal höchst genial. Man traut sich auch schon gar nichts anderes mehr zu sagen.
800% Ndagga erschien als Einzel LP mit 8 Tracks am 4. Juni auf Ndagga. Dazu gibt es noch eine Edition mit den Instrumental Versions.
Tracklist:
A1 Gawlo
A2 Xale
A3 Ndeye Gueye
A4 Dafa Nekh
B1 Casamance
B2 Sama Yaye
B3 Bamba
B4 Daguagne
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Psychemagik – Magik Sunrise
Eine weitere Rare Grooves Compilation. Da fahr ich gerade eh voll drauf ab.
Das DJ/Producer Duo Psychomagik gehört seit einiger schon zu einer neuen Genration Nu-Disco Sprösslingen. Da mach ich ja oft die Schotten dicht und überlasse die Euphorie anderen. Da ich allerdings mir zuvor keine eigenen Produktionen der beiden angehört habe, fehlt mir der dazugehörige Vergleichswert zu dieser doch ziemlich überzeugenden 80’s Compi. Auf der Doppel LP gibt es die einzelnen Tracks der gleichnamigen Mix-CD und man muss sagen das Magik Sunrise doch eher wenig mit dem allgemeinen Kiddie-Disco der letzten Jahre zu tun hat. Vielmehr versammelt sich hier ein variantenreicher Reigen an wirklich ultra ultra raren Platten der 1980’er die völlig bewusst große Genre Sprünge vollbringen. Ich will da jetzt gar keine Schubladen für öffnen müssen. Spotify an und ab dafür. Tolle und ungewöhnliche Selektion!
Magik Sunrise erschien als 2×12″ mit 15 Tracks am 11. Juni auf Leng. Die Mix-CD erschien einen Monat zuvor.
Tracklist:
A1 Iasos – Formentera Sunset Clouds
A2 Daniel Mathieu – C’Etait Un Beau Dimanche
A3 Fox – The Juggler 3:16
B1 Walter Hawkins – Metropolis
B2 Steve & Teresa – Catching A Wave
B3 Cherubin – Sunrise
B4 Yves Simon – Raconte-Toi
C1 Susana Estrada – ¡Gózame Ya!
C2 Joey Newman – The One You Love
C3 Rob Mehl – House On The Rock
C4 George Oban – Basshoven
D1 Rioland & Goldfeder – Tension
D2 Jeff Lieberman – Transformation
D3 David Astri – Safe And Sound
D4 Adioa – Toubab Bilé (Inst. Version)
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NRFB – Trüffelbürste
Wenn sich eine Band Nuclear Raped Fuck Bomb nennt und aus Mitgliedern von den Goldenen Zitronen, Die Sterne oder auch Egoexpress besteht, dann sperr ich meine Hamburger Schule Lauscher gerne etwas weiter auf. Das Album mit dem tollen Titel Trüffelbürste bietet auch genau das was man in solch einer Konstellation erwartet: Kryptische Texte, schrägen Sound und natürlich auch geballte Wut. Es gibt regelrechte Hits wie das schmissige „Kill Meanstream“, oder auch Tracks die dem Hörer einiges an Schmerzfreiheit abverlangen. Echt verblüffend das mich so etwas heute noch packt. Tip für alle die’s mal wieder nötig haben sich wenigstens ein bisschen revolutionär zu fühlen.
Trüffelbürste erschien als Einzel LP (+CD) mit 10 Tracks am 12. Juni auf Staatsakt.
Tracklist:
A1 Beelzebub
A2 Schatten Aus Gold
A3 Kill Mainstream
A4 Fotoapparat
A5 Hälfte Des Gehirns
B1 Zoo Im Krieg
B2 Kollegenschwein
B3 Die Ziegentreiber
B4 Hochzeitstag
B5 Greif Vogel Greif
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Nancy Elizabeth – Dancing
Den Abschluss bildet nach längerer Zeit mal wieder eine richtig muckelige Ethereal/Folk LP.
Dancing ist das mittlerweile dritte Album der britischen Singer/Songwriterin Nancy Elizabeth. Ihre Langspielplatte ist geprägt von einer recht kühlen Atmosphäre, jede Menge Theatralik und Poesie. Zwar übertreibt es Elizabeth damit manchmal etwas, aber gerade der mittlere Teil des Albums hat enorm starke Momente zu bieten wie das umwerfende „Simon Says Dance“, welches mir seit Tagen im Ohr liegt. Ein weiterer Pluspunkt sind die Passagen wo Elizabeth auch mal gar nichts sagt und ihre Musik sprechen lässt. So etwas kommt in diesem Genre ja auch nicht gerade häufig vor.
Dancing erschien als Einzel LP mit 12 Songs am 27. Mai auf Leaf.
Tracklist:
A1 The Last Battle
A2 Heart
A3 Indelible Day
A4 Mexico
A5 Simon Says Dance
A6 Death In A Sunny Room
B1 Debt
B2 Shimmering Song
B3 All Mouth
B4 Raven City
B5 Desire
B6 Early Sleep
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So, und nun drück mit die Daumen! Denn ich fahr in ein Land wo das Wetter mindestens genauso Scheiße ist wie hier…
Bis denne!
Fat Freddy’s Drop – Blackbird
Posted on 24 Juni 2013 | No responses
Es gibt ja so Bands, die muss man mal live gesehen haben, ansonsten hat man echt ne Menge verpasst. Ich bin ja auch kein wirklich großer Konzertgänger und ich bin besonders gut Konzerte zu verpassen oder gar nicht mitzubekommen. Was hab ich mich geärgert vor ein paar Jahren als Fat Freddy’s Drop in der Kölner Live Music Hall auftraten und ich erst ein paar Wochen später bei Soundcloud davon erfuhr.
Ja, FFD hätte ich wirklich wirklich gerne mal live erlebt. Diese völlig unübersichtliche Kapelle die aus 7 oder 8 Mann besteht und bei Konzerten sicherlich mal locker doppelt so viele sind.
Ach was solls, ergötze ich mich einfach an ihren Platten. Kommt ja nur alle 3 bis 4 Jahre eine raus. Damn it!
Yes, sie sind zurück. Die neuseeländischen Alleskönner, Multi Instrumentalisten und Gute Laune Verbreiter. Die deren Fans aussehen wie schmuddelige Dreadlocks-FairTrade-Veganer, kommen völlig unvermittelt wieder in die Plattenstores zurück. Das erst 3. Studioalbum umfasst zwar nur 9 Tracks, diese sind aber die optimale Schnittstelle der beiden Vorgängerplatten. Denn während Based On A True Story als ein sehr Instrument-orientiertes Album galt und Dr Boondigga And The Big BW sich langsam aber sicher Techno und House Elementen öffnete, ist Blackbird eine ausgesprochen gelungene Mischung aus den Stärken des Vorangegangen.
Die erste Hälfte ist typischer FFD Sound: Umfangreich in seiner musikalischen Entfaltung, stets bedacht auf einen langsamen Rhythmus und natürlich immer gut versorgt durch Joe Dukie’s charismatische Stimme. In der zweiten Hälfte nimmt Blackbird an Fahrt auf und ist weitaus elektronischer geprägt. Das Tempo wird durch 4/4 Kicks erhöht, die Spiellänge ufert mehr aus und die Gesangspassagen werden eher eingedämmt. Die letzten 4 Tracks sind möglicherweise sogar stärkeren Momente der LP. Hier zeigen Fat Freddy’s Drop was sie auch sein können: Rauschbegleiter einer lauen Sommernacht mit Freunden die einfach nur eine tolle Zeit zusammen verbringen wollen. Ich kenne kaum eine Band auf die man sich so gut einigen könnte und die gleichzeitig so viele Menschen glücklich machen würde.
Wie immer schwer zu sagen wo man diese Platte einordnen sollte, dafür haben sich FFD letztendlich zu wenig musikalisch gewandelt. Das finde ich aber mehr als in Ordnung. Never change a running system!
Blackbird erscheint als Doppel-LP voraussichtlich diese Woche auf The Drop.
Tracklist:
01 – Blackbird
02 – Russia
03 – Clean The House
04 – Silver & Gold
05 – Bones
06 – Soldier
07 – Never Moving
08 – Mother Mother
09 – Bohannon
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Gregor Schwellenbach – Gregor Schwellenbach spielt 20 Jahre Kompakt
Posted on 22 Juni 2013 | 2 responses
Kompakt. Von mir einst geliebt, bis aufs Blut verteidigt um dann doch irgendwann zu erkennen das die Jungs zu Scampi-fressenden Geldschefflern mutiert sind. Nichtsdestotrotz kann man ja ab und zu wieder in den Labelkatalog reinhorchen.
Zu einem etwas fragwürdigen Jubiläum erschien nun eine Platte, deren Idee so toll ist, das ich mich frage wieso man da nicht schon vorher drauf gekommen ist.
Der bärtige Gregor Schwellenbach passt rein optisch gesehen perfekt zur hippen Crew aus dem belgischen Viertel. Allerdings passen seine Kompositionen weder auf ne Speicher, noch aufs poppig technoide Mutterlabel. Nein nein, Gregor Schwellenbach ist Komponist, Pianist, Kontrabassist und Dirigent und er interpretiert 20 Tracks des Labels mit dem großen Punkt auf seine Art und Weise. Und ich finde das überraschend genial.
Allein die Eröffnung macht klar womit wir es zu tun haben. Mit etwas das die Grenze von Techno und moderner, avantgardistischer Klassik verwischen lässt. Die Platte mit Jürgen Paape’s Triumph zu beginnen ist schon ein kluger Schachzug. Der erste Kompakt Release von 1998 gehört für mich heute noch zu den Highlights des Labels. Schwellenbach schafft es hier dieses Gefühl des simplen aber effektiven Schiebers in seine eigene Welt zu extrahieren ohne das die eigentliche Seele des Tracks verloren geht. Mit Kickdrum inklusive. Überhaupt sind es die tanzbaren Tracks die den eigentlichen Reiz der LP ausmachen. Ob Closer Music’s Departures, Michael Mayer’s Speaker oder auch das mögliche Highlight Studio 1’s Grün. Dies alles sind kongeniale Beispiele für einen faszinierenden Trip in eine Parallelwelt voll ausgemerzter Widersprüche. Bei den klassischen Ambient Tracks von Triola oder Ulf Lohmann ist der Spielraum etwas enger gesetzt worden und dadurch bieten solche Stücke weniger Abweichungen zu den Originalen. Die großen Stärken des Albums sind die ausufernden Momente, diese kleinen epischen Episoden der instrumentalen Verführung die bei Oxia’s Domino in totaler Glückseligkeit gipfeln. Am Ende würden mir noch hunderte Tracks einfallen die Schwellenbach umschreiben sollte. Vielleicht gibt es irgendwann mal ein Sequel. Wäre schön.
Bleibt die Frage wie man auf die 20 Jahre kommt. Labelgründung war 1998. Hm, doch zuviele Scampis?
Gregor Schwellenbach spielt 20 Jahre Kompakt erschien als Doppel Vinyl (+ CD) am 3. Juni auf Kompakt.
Tracklist:
A1 Jurgen Pappe’s Triumph
A2 Justus Kohncke’s Was Ist Musik
A3 Closer Musik’s Maria
A4 Gui Boratto’s No Turning Back
A5 Ulf Lohmann’s Because
A6 Kaito’s Everlasting
B1 Voigt & Voigt’s Vision 03
B2 Closer Musik’s Departures
B3 Closer Musik’s One, Two Three (No Gravity)
B4 Voigt & Voigt’s Gong Audio
C1 Triola’s AG Penthouse
C2 Michael Mayer/Reinhard Voigt’s Unter Null
C3 Supermayer’s Two Of Us
C4 Jurgen Pappe’s Ofterschwang
C5 Jonas Bering’s Melanie
C6 Saschienne’s La Somme
D1 Michael Mayer’s Speaker
D2 Oxia’s Domino
D3 Studio 1’s Grun 4
D4 Superpitcher’s Tomorrow
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74 Miles Away – Gear Change
Posted on 20 Juni 2013 | No responses
…und während ich mir hier gepflegt einen abschwitze, präsentiere ich euch den klanglich verpackten Sommer. Der möglicherweise monströseste Release des Monats steht an. Alter Falter!
74 Miles Away ist nicht nur ein populäres Album des Cannonball Adderley Quintet, nein 74 Miles Away ist auch der Name eines französischen Kollektivs bestehend aus dem Jazz Pianisten Pierre Anckaert, dem Beat-Produzenten Duo Monkey Robot und dem Flötisten Stefan Bracaval. Diese verrückten 5 sind für eines der interessantesten Platten der Saison verantwortlich. Nachdem sie vor 2 Jahren bei Melting Pot ihr Debüt ablieferten, folgt nun mit Gear Change ein völlig losgelöster Nachfolger. Der 8-Tracker besticht durch eine lebhafte Mischung aus warmen Soul-Jazz, funky geladenen Beats und diversen Improvisationen. Dabei wirkt die Platte so wie eine wohl kalkulierte Jam Session, die aber nie ausufert oder selbstverliebt dahinschippert. Alles ist immer sehr ordentlich aufgebaut und wirkt trotzdem erfrischend spontan. Wie als wenn diese Truppe den ganzen Tag nichts anderes macht als zu musizieren. Für Freunde des nerdig gepflegten Fahrstuhlsounds ohne Plattitüden, dafür mit umso mehr Wummms. Ganz dicke dicke Scheibe.
Gear Change erschien als Einzel-LP am 13. Juni auf Favorite Recordings.
Tracklist:
A1 Looking Good
A2 Brusseleiro
A3 Nothing Is For Free
A4 Little Fatima
B1 Gear Change (Québec, Je Me Souviens)
B2 Axel Foley
B3 Sly
B4 Seven Four
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Gensu Dean & Planet Asia – Abrasions
Posted on 18 Juni 2013 | No responses
Ich bin ja bekanntlich nicht so der große Rap Fan. Doch ab und an finde ich Platten die ich nicht nur wegen den Beats mag. Der eigentlich schon als Indie Legende geltende Planet Asia gehört neben Obernase Guilty Simpson ganz nüchtern betrachtet auch zu meinen Lieblings MC’s. So ganz kann ich das auch nicht begrnden. Er macht seine Sache halt einfach gut und ich höre ihm gerne zu. Das reicht doch aus, oder?
Sein neues Album ist zwar gar nicht mehr so neu, aber die Vinyl ist nun mittlerweile mal gepresst worden. Das kennt man ja von den Mello Music Schnarchnasen.
Abrasions ist eine Zusammenarbeit mit dem Beat Frischling Gensu Dean, dessen Entwürfe auf der Platte eigentlich eher unspannend sind. Das ist aber gar nicht so schlimm, schließlich will man Planet Asia auch nicht die Schau stehlen.
Abrasions ist souveräner Rap mit soliden Beats und will so glaube ich auch gar nichts anderes sein. Die einzelnen Tracks sind sauber produziert, werden nie großspurig oder ausfallend und strahlen eine gelassene Routine aus. Das kann man schon als Genugtuung sehen gegenüber den Alben so manch „verpimpter“ Zeitgenossen. Das ist ein ganz klarer Pluspunkt für Dean’s und Asia’s Langspieler. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl das mich die Scheibe langweilt oder nervt. Auf der anderen Seite fehlen ganz klar die Hits, die Tracks an die man sich gern erinnert. Auch die Fülle ist mit 17 Stücken eventuell etwas hoch angesetzt. Sicherlich kein Kandidat für die Bestenliste am Jahresende, aber höchstwahrscheinlich eines der angenehmsten Rap Alben der letzten Monate.
Abrasions erschien als Doppel LP am 12. Juni via Mello Music. Die Deluxe Edition enthält blutrotes Vinyl mit schwarzen Spritzern und eine Bonus Flexi Disc. Schick Schick. Der CD Release erfolgte bereits Anfang März. Bei Bandcamp lungert das Ganze sogar schon seit Ende Februar rum.
Tracklist:
A1 Abrasions Intro
A2 Thoroughest
A3 Bar Mitzvah
A4 Time To Get Dough
B1 Chochise
B2 Dignity
B3 Aura
B4 Chichi, Get The Yayo
C1 Faces On The Dollar
C2 God Hour
C3 Tough
C4 Do What I Want
C5 Chuck Berry
D1 Listen
D2 Reflections
D3 Thyself
D4 Coup de Grace (Final Blow)
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