Die kleine Album Rundschau – Februar 2013

Posted on 03 März 2013

Noch schnell einen Vanillepudding reingepfeffert und ab gehts.
Wie versprochen die lohnenswerten Langspieler des vergangenen Monats.
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Leslie Clio – Gladys

Beginnen wir doch einfach mal mit Major-Deal-Mukke, inklusive Soul Anstrich.
Wer morgens immer dazu genötigt wird einen ARD-Regionalsender für die Ziegruppe 14 bis 25 einzuschalten, kennt wahrscheinlich dieses grandiose Gute Laune Lied mit diesem „told you so, told you so, told you so“ im Refrain. Dieser abgrundtiefe Ohrwurm des Grauens stammt von einer jungen Hamburgerin, deren Debütalbum von Tomte Bassist Nikolai Potthoff produziert wurde. Gladys erfüllt alle Träume eines schmierigen Konzern Labelchefs im Jahr 2013. Jeder Song ist so unverschämt auf Hit trainiert das man am Schluss völlig geschafft sich erstmal ne alte Der Plan LP reinzieht um seinen Geist einigermaßen wieder zu entschlacken. Ähm, ich mags trotzdem, irgendwie.

Gladys erschien als Einzel-LP am 6. Februar natürlich auf der Übermacht Universal.

Tracklist:
A1 Told You So
A2 I Couldn’t Care Less
A3 Gotta Stop Loving You
A4 Island
A5 Sister Sun Brother Moon
A6 Twist The Knife
B1 Dr Feelgood
B2 Let Go
B3 God No More
B4 Melt Back
B5 Holding On To Say Goodbye


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Autechre – Exai

Aber um mal ein gutes Beispiel für das gewollte Kontrastprogramm dieses Blogs parat zu haben springen wir doch schnell mal zu den gestörten Schrauberlingen von Autechre. Deren Mitglieder Rob Brown und Sean Booth sind im Schulalter wohl sehr häufig gemobbt und drangsaliert worden und verarbeiteten ihre traumatischen Erlebnisse seit Anfang der Neunziger zu seltsamen Elektronik-Müll und verkaufen diesen einfach als IDM bei Warp. Die Fans lieben es und werden es auch kaufen selbst wenn die beiden einfach nur 70 Minuten lang Rülpsen und Furzen würden (mit Flanger drüber natürlich). Aber was solls, irgendwie ist es ja doch stellenweise ganz drollig was die beiden Sonderschüler da abliefern. Für den perfekten Pärchenabend. Inner Klapse.

Exai erschien am 28. Februar als üppige 4er LP Box auf Warp. Preislich geht das ganze somit natürlich über die 30er Marke. Gewusst wie.

Tracklist:
A1 FLeure
A2 irlite (get 0)
B1 prac-f
B2 jatevee C
B3 T ess xi
C1 vekoS
C2 Flep
D1 tuinorizn
D2 bladelores
E1 1 1 is
E2 nodezsh
F1 runrepik
F2 spl9
G1 Cloudline
G2 deco Loc
H1 recks on
H2 YJY UX

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Love Echo – I Promise You Always The Sky

Wenn man sich nur das Cover ansieht und den Albumtitel liest, könnte man auf etwas ganz übles schließen. Musik nämlich, die höchst langweilige Mainstream Paare stolz ihren Eltern vorspielen, um zu zeigen wie wunderbar familienkompatibel ihr Musikgeschmack mittlerweile ist. Dazu ein Cover wie direkt aus der Bertelsmann-Club Datenbank. Horror pur!
Die Musik allerdings ist alles andere als schrecklich. Das Duo Love Echo kommt irgendwie aus dem Breitengraden zwischen Luxemburg und Frankreich, und produziert nette Elektronik-Tracks zwischen Post Dream Pop und vocallastigem Downbeat. Ja, natürlich könnte man das auch seinen spießigen Eltern vordudeln und hoffen das Papa mit dem Fuß wippt. Man kann aber auch einfach das Kaffeekränzchen absagen und dazu gemütlich auf der Couch chillen. Alleine, jawohl! Wer’s nicht mag kann ja Autechre hören. Mal schauen was eure Ellis DAZU sagen! :)

I Promise You Always The Sky erschien am 4. Februar als Einzel-LP auf Lebensstrasse Records.

Tracklist:
A1 Departure
A2 We
A3 Lovecats
A4 Eligy
A5 Daybreak
B1 Hush
B2 Light
B3 Control
B4 One
B5 Eleven

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Unknown Mortal Orchestra – II

Die Fülle an Psy/Indie-Rock Bands ist in meinem Radius scheinbar immer noch nicht ganz ausgereizt. Die Portlander Kombo Unknown Mortal Orchestra hauen ihr zweites Album raus und ich habe die Ehre davon zu erfahren.
II ist ein wunderbar griffiges und unaufgeregtes Album. Die Songs sind schlicht und (wen wundert’s) höchst Lo-Fi gehalten. Wen man es nicht wüsste würde man das Ganze glatt für ein verschwundenes Tape aus den späten 60ern halten. Schon stark. Das Cover auch.

II erschien am 25. Februar als Einzel-LP auf dem Bon Iver Heimatlabel Jagjaguwar.

Tracklist:
1 From The Sun
2 Swim and Sleep (Like A Shark)
3 So Good At Being In Trouble
4 One At A Time
5 The Opposite of Afternoon
6 No Need For a Leader
7 Monki
8 Dawn
9 Faded In the Morning
10 Secret Xtians

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VA – Django Unchained OST

Mit einer gewissen Scham muss ich ja eingestehen das ich den Film immer noch nicht gesehen habe. Wahrscheinlich würde ich einen Tag später direkt den Sountrack dazu ordern. Denn beim bloßen reinhören ist die Lust das Ganze mit den dazugehörigen Bildern zu verbinden enorm. Quentin Tarantinos Verständnis für den richtigen Song in der richtigen Szene hat mich schon immer fasziniert. Für seinen Western Django Unchained dürfen zahlreiche Kompositionen von Ennio Morricone und die obligatorischen Filmsamples natürlich nicht fehlen. Aber allein schon der Titelsong ist den Kauf wert. Möglicherweise eines der besten Soundtracks ever. Ja, das ist ein Pflichtkauf.

Der Soundtrack zu Django Unchained erschien am 22. Februar als Doppel-LP (180g Vinyl) auf Republic/UMG

Tracklist:
A1 No Artist – Winged
A2 Luis Bacalov, Rocky Roberts – Django Theme Song (English Version)
A3 Ennio Morricone – The Braying Mule
A4 No Artist – „In That Case Django, After You…“
A5 Luis Bacalov, Edda dell’Orso – Main Theme Song (Lo Chiamavano King)
A6 Anthony Hamilton & Elayna Boynton – Freedom
B1 No Artist – Five-Thousand-Dollar Nigga’s And Gummy-Mouth Bitches
B2 Luis Bacalov – La Corsa (2nd Version)
B3 No Artist – Sneaky Schultz And The Demise Of Sharp
B4 Jim Croce – I Got A Name
B5 Riz Ortolani – I Giorni Dell’Ira
B6 Rick Ross – 100 Black Coffins
C1 Jerry Goldsmith – Nicaragua
C2 No Artist – Hildi’s Hot Box
C3 Ennio Morricone – Sister Sara’s Theme
C4 Elisa Toffoli* – Ancora Qui
C5 James Brown And 2Pac – Unchained (The Payback / Untouchable)
D1 John Legend – Who Did That To You?
D2 Brother Dege – Too Old To Die Young
D3 No Artist – Stephen The Poker Player
D4 Ennio Morricone – Un Monumento
D5 No Artist – Six Shots Two Guns
D6 Annibale E I Cantori Moderni – Trinity: Titoli

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Kavinsky – Outrun

Aber bleiben wir doch noch für die Schlussplatte beim Thema Film. Seit ich nämlich den unglaublich tollen Streifen Drive gesehen habe bin ich auch auf den Franzosen Kavinsky aufmerksam geworden. Der produzierte für das lethargische Rache Drama den ultra catchy Titelsong Nightcall. Dieser ist auf Kavinskys Debüt Outrun ebenfalls zu finden. Umrahmt wird das ganze von artverwandten elektroiden Mid-Tempo Beats zum hippen abspacken. Eigentlich ist solcher auf 80s gemachter Krempel meilenweit von meinem Musikverständnis entfernt. Aber wenn man sich dazu Ryan Gosling in seinem 73er Chevrolet Chevelle vorstellt ist es schon irgendwie verdammt cool. Für Freunde des späten Daft Punk Sounds und für solche wie mich die so etwas heimlich hören, wenn keiner guckt.

Outrun erschien als Einzel-LP am 28. Februar auf dem Air Label Record Makers.

Tracklist:
A1 Prelude
A2 Blizzard
A3 ProtoVision
A4 Odd Look
A5 Rampage
A6 Suburbia
A7 Testarossa Autodrive
B1 Nightcall
B2 Deadcruiser
B3 Grand Canyon
B4 First Blood
B5 Roadgame
B6 Endless

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