Wolfgang Voigt – Kafkatrax 1
Posted on 17 Mai 2011 | 1 response
In den verschiedenen Prozessen die ein Musikstil durchläuft tritt früher oder später immer ein bestimmtes Gefühl auf: Nostalgie. Bei Techno bekam ich dieses Gefühl als alle Welt glaubte den Begriff Minimal zu jeder Gelegenheit missbrauchen zu müssen. Irgendwann 2005 war alles Minimal. Auch Acid, House oder Electro. Und was wirklich Minimal war nannte man dann Microminimal oder so.
Auch Kompakt wurde zunehmend uninteressant. Profan, Freiland und Studio 1, alles lange her! Wolfgang Voigt war nur noch ein gut frisierter Mann mit hochgeschlagenen Kragen. Kaum zu glauben das er noch einmal zu alter Form auflaufen würde.
Nun ist es passiert.
Kafkatrax heisst das neue Profan-Sub. Drei Releases soll es nur geben in strenger Limitierung. Eine Hommage an (welch Überraschung!) Kafka, wo eine einzelne Hörbuch-CD als Grundlage aller Klänge herhielt. Nach den ersten Takten der Eröffnungsplatte verzeiht man alles Vergangene! 1.1 groovt tief in den Raum und wirbelt wirre Stimmfetzen umher. Auf der B-Seite klingt dies sogar noch einen Tick „profaniger“ und neben der orangenen Studio 1 fiel mir direkt auch Thomas Brinkmanns Supposé Veröffentlichungen ein.
Spät 90er-Romantik wie sie sein muss.
Kafkatrax ist exklusiv im Kompakt Vertrieb erhältlich und auf 199 Exemplare pro Veröffentlichung limitiert.
Tracklist:
A Kafkatrax 1.1
B Kafkatrax 1.2
Soundfiles via Kompakt
Madlib With Guilty Simpson – Medicine Show No. 1: Before The Verdict
Posted on 15 Mai 2011 | No responses
So, genug Lala-Pop für die nächsten 12 Monate. Jetzt heisst es das kulturelle Hirn wieder aufladen, die musikalischen Zellen entschlacken und die wahren Helden ehren!
Wer könnte mir da besser helfen als der 00er Jahre-Gott schlechthin!
Im letzten Jahr startete die wohl irrwitzigste Aktion die ein Producer je unternommen hat. Jeden verdammten Monat ein Album in die Welt kegeln. Das schafft nur der Mann mit den 3 Millionen Samples, 100.000 Beat Entwürfen und 778 Pseudonymen.
Im Januar 2010 startete Madlib die Medicine Show Reihe. Unveröffentlichte Demos, unfertige Tracks, Remixe, Gimmicks und sonstigen irren Krempel.
In Teil 1 nahm er sich den neuen Rap-Stern from Detroit Guilty Simpson vor. Auf Before The Verdict sind hauptsächlich Remixe von Simpsons 2008er Album Ode To The Ghetto zu hören. Mit einer Monty Pythons Flying Circus-artigen Verwobenheit lässt Madlib stets die Schlusspointe eines jeden Tracks im Keim ersticken und unterbricht gekonnt mit Comedyeinlagen, Filmszenen und Funkplatten. Dazu wirkt Simpsons kraftvoller, leicht agressiver Rap wie ein augenzwinkernder Kontrast. Ein wahnsinnig intensiver, höchst unterhaltsammer Hip Hop Trip. In der 2. Hälfte der LP kratzt der Meister an der Weltklasse-Marke.
Must Have. Madlib, i think i love you…
Before The Verdict erschien Anfang 2010 auf Madlib Invazion zuerst als Deluxe Edition mit einem speziell designten Artwork des Künstlers Gustavo Eandi und war auf 2000 Exemplare limitiert. Diesen Mai erschien die unlimitierte Standard-Edition mit anderem Cover.
Tracklist:
A1 Arraignment (Intro)
A2 Ode To The Ghetto (OJ Simpson Remix)
A3 Yikes (OJ Simpson Remix)
A4 Further
B1 Lucky Guy
B2 Pigs (OJ Simpson Remix)
B3 Life Goes By
B4 Get Bitches (OJ Simpson Remix)
C1 The Exclusive
C2 Robbery (OJ Simpson Remix)
C3 Kill ‚Em (OJ Simpson Remix)
C4 The Paper
C5 I Must Love You (OJ Simpson Remix)
D1 Looking For Trouble
D2 Young Guns
D3 My Moment (OJ Simpson Remix)
D4 American Dream & Future (OJ Simpson Remix)
Release @ Discogs
Release @ FilesTube
…and finally 12 Points go to…
Posted on 13 Mai 2011 | No responses
httpv://www.youtube.com/watch?v=rY24SO2SRuA
Mein Tip für morgen! (Wahrscheinlich falsch…)
JR & PH7 – The Standard
Posted on 10 Mai 2011 | 1 response
Kurz bevor meine Seele diese Woche wieder mal in die Trash-Hölle abdriftet sorge ich noch für etwas Anspruch in meinem Kopf.
Irgendwie fällt mir immer wieder auf das wenn gute deutsche Hip Hop Produzenten am Start sind sie ganz sicher aus Köln kommen. Und ich bin bei weitem nicht mehr der Lokalpatriot der ich einst war. Somit haben wir es hier scheinbar mit Tatsachen zu tun.
Jörg Rottgardt und Peter Härle kommen nun mal aus Köln, produzieren Hip Hop und haben allen Anschein derbste Ami-Connections aufm Zettel. Wie sonst ist es zu erklären das diese 2 Jungs für ihr erstes JR & PH7 Album The Standard einen unglaublich grossen Reigen an nahmhaften US-Rappern rangekarrt haben?
Dabei geht es mit Supastition’s & J-Scienide’s Rock For Y’all direkt schon auf die Hit-Schraube und es wuchten die soulig funkygen Rappelbeats nur so aus den Boxen. Planet Asia nimmt uns mit auf die Strassen und Edgar Allen Floe lädt zum Summer Chill. Das Siegerfeld allerdings räumt Stones Throw Artist Guilty Simpson ab. Aber komplett. Top Rank ist ein wunderbar deep hittiger Supa-Song der keine Fragen offen lässt.
Insgesamt kann man sagen ein recht unbescheidenes Debüt zweier mir bisher völlig unbekannter Knöppedreher. Die präszisen, kraftvollen Beats und wirklich abwechslungsreichen Mic-Performer geben ihnen aber das Recht darauf.
The Standard erschien 2009 auf Supacity. Ausserdem kam Ende 2010 auf Jakarta das Nachfolgealbum The Update raus. Beide sind im Allgemeinen noch „In Stock“.
Tracklist:
A1 Intro
A2 Rock For Y’All (Feat. Supastition & J-Scienide)
A3 Fast Lane Speedin (Feat. Oddisee)
A4 Summer Chill (Feat. Edgar Allen Floe)
A5 Interlude
B1 Take It To The Streets (Feat. Planet Asia & Rakaa Iriscience)
B2 Top Rank (Feat. Guilty Simpson & Black Milk)
B3 Lets Move (Feat. Skyzoo)
B4 Aint Seen This (Feat. 20/20)
B5 Best Flow (Feat. Pumpkinhead)
C1 Hip Hop Lives (Feat. Edo G.)
C2 The World Keeps Turnin (Feat. Larissa Sirah)
C3 Dreams (Feat. Kev Brown, Emskee & Sean Bogg)
D1 I Keep On Movin (Feat. Kaze & Edgar Allen Floe)
D2 I Don’t Know Why (Feat. Oddisee)
D3 Zone To Da Nightlife (Feat. Median)
D4 The End Is Near (Feat. The Good People & Larissa Sirah)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=8B83EF8F2865C2C6
Release @ Discogs
Release @ FilesTube
Sleepingdog – With Our Heads In The Clouds And Our Hearts In The Fields
Posted on 8 Mai 2011 | No responses
Ok, Zeilenumbruch deluxe. Aber für ein wenig mehr Abwechslung nehm ich das in Kauf.
Ein wahrlich grossartiges Album fiel mir diese Woche in die Hände. Sleepingdog ist das Projekt der Belgierin Chantal Acda, die zusammen mit Produzent Adam Wiltzie ihren mittlerweile dritten Langspieler veröffentlichte. Dort bewegt sich Multi-Instrumentalistin Acda spielerisch zwischen Folk, Ambient und moderner Klassik. Dabei nimmt ihre flüsternd milde Stimme trotz ihrer Zentralität nie einen zu dominierenden Platz ein, sondern fügt sich perfekt ein zwischen Piano, Streicher und Drone-Teppichen. Die insgesamt 8 Songs lassen sich alle Zeit die sie brauchen um jeder für sich seine eigene Atmosphäre zu schaffen. Der schönste Moment dürfte in He Loved to See the World Through His Camera erreicht sein. Eine in sich aufbauende Klavierballade voll emotionaler Pracht.
Ich bin völlig sprachlos. Ganz ganz starke LP!
With Our Heads In The Clouds And Our Hearts In The Fields erschien Ende April auf dem kleinen Indielabel Gizeh die normalerweise nur auf CD releasen. Glücklicherweise kommt das dritte Sleepingdog Album in einer limitierten Vinylauflage.
Tracklist:
A1 The Untitled Ballad Of You & Me (8:19)
A2 It Leaves Us Silent (4:55)
A3 Polish Love Song (4:25)
A4 Kitten Plays The Harmony Rocket (4:42)
B1 He Loved To See The World Through His Camera (3:56)
B2 From Where It Was (5:11)
B3 Horse Lullaby (4:40)
B4 Scary Movie (6:33)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=18CBCACBD813175C
Release @ Discogs
Release @ MediaFire
Buy it on vinyl!
Bullion – Pet Sounds: In The Key Of Dee
Posted on 6 Mai 2011 | No responses
Hier mal wieder etwas aus der Kategorie „Wieso hab ich diese verdammte Platte nicht?“
Seit äh… Jahren ruhen die MP3’s auf der Hard-Disk und der Klick auf „In my Wantlist“ ist nun auch schon ne ganze Weile her. Egal, nun isse im Warenkorb, und wehe einer von euch Halunken schnappt sie mir bis Ende des Monats weg!
Der Londoner Bullion gilt seit einigen Jahren als der neue Shootingstar im Downtempo-Nachwuchs-Kindergarten und brachte auch im Januar diesen Jahres sein erstes offizielles Album auf Vinyl heraus.
Aber darum geht es mir gar nicht.
Wodurch Bullion wirklich grosse Bekanntheit erlangte war ein recht gewagter MP3 Release vor einigen Jahren. Dort kombinierte er den Ground Zero des Pop mit den Monsterbeats eines zu früh Gestorbenen Hip Hop Masters. Will sagen Pet Sounds von den Beach Boys trifft auf J Dilla. Uff, das muss man erstmal sacken lassen!
Billion schuf 13 herrlich skurrile Tracks mit äusserst satten Downbreaks und der völlig zerhackten Stimme von Brian Wilson. Das ist nicht nur ganz schön bekloppt sondern rockt auch wie Hulle. Ein leider etwas untergegangenes Meisterwerk.
Pet Sounds: In The Key Of Dee erschien 2007 als Mp3 und wurde hauptsächlich über Sharehoster vertrieben. Ein inoffizielles Bootleg auf Vinyl folgte Ende 2009 und ist immer noch vorrätig.
Tracklist:
A1 Pet Sounds
A2 Sloppy Jay D
A3 Let’s Go Away For A While
A4 I Just Wasn’t Made For These Times
A5 Here Today
A6 Caroline, No
B1 God Only Knows
B2 You Still Believe In Dee
B3 I Know There’s An Answer
B4 Wouldn’t It Be Nice
B5 That’s Not Dee
B6 I’m Waiting For The Day
B7 Don’t Talk (Close Your Eyes)
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=9F6F4DFD7173263B
Release @ Discogs
Release @ FilesTube
La Funk Mob – Tribulations Extra Sensorielles
Posted on 3 Mai 2011 | No responses
Da ich von der Hauptbeauftragten der deutschen Sprache (nennen wir sie mal Frau Z.) angewiesen wurde meinen Anglizismusverbrauch unter Kontrolle zu bekommen werde ich im folgenden Beitrag weitgehend auf solches verzichten.
Ok, äh, also! Die aufregenden Mai-Neuigkeiten lassen noch auf sich warten. Zeit also sich mal wieder in die tollste Dekade überhaupt zu begeben. Ihr wisst schon…
1994 waren Begriffe wie „Trip Hop“ oder „NuJazz“ noch völlig unverbraucht und frei von jeglichen Klischees. James Lavelle’s Label Mo Wax erfreute sich höchster Popularität und Artists wie Shadow oder Krush steckten in den Startlöchern.
Zwei gewitzte Franzosen wollten auch etwas vom leckeren Downtempo-Kuchen und gründeten das kurzlebige Projekt La Funk Mob. Ihre Namen lauteten Hubert Blanc Francard und Philippe Zdar, und sie sollten ein paar Jahre später als Cassius die Hitparaden der Welt erklimmen. Doch zuvor produzierten sie zum Glück noch eine richtig gute Platte.
Tribulations Extra Sensorielles ist sicherlich eines der typischsten Scheiben aus dem Mo Wax Zyklus. 6 astreine, langsame Break-Klopfer. Viele kleine Samples, ausgedehnte Länge, hoher Funk Faktor.
Das kam damals so gut an das es kurz danach eine Remix EP mit illustren Leuten wie Richie Hawtin oder auch Carl Craig gab. Diese hat ungerechterweise heute einen höheren Stellenwert als die Originalplatte.
Dabei (Achtung AC!) bounced sie doch so nice smooth dahin! Super Ding!
Tribulations Extra Sensorielles wurde 1996 noch einmal nachgepresst. Gebraucht bekommt man sie heute bereits schon für läppische 3 Pfund.
Tracklist:
A La Doctoresse
B Motor Bass Get Phunked Up
C1 Suspense
C2 Ravers Suck Our Sound And Get Fuck
D1 357 Magnum Force
D2 Blunt Konnection
httpvp://www.youtube.com/view_play_list?p=B02B7C34683B919C
Release @ Discogs
Release @ FilesTube










