Samiyam – Sam Baker’s Album

Posted on 10 Juli 2011 | No responses

Sonntag Morgen. Balkon, Sonne, Kaffee, hungrige Katzen und so…und neues aus Wobbelhausen.
Diesmal wieder unwiderruflich aus dem Flying Lotus Umfeld. Mit dem zusammen bastelte Samiyam nämlich schon Tracks und darf dankenswerterweise nun auch ein ganzes Album auf Steven Ellison’s Label Brainfeeder rauskloppen.
Während der erste Langspieler Rap Beats Vol. 1 eher ein self-release war wird nun mit dem Realnamenstitel Sam Baker’s Album auch auf Vinyl veröffentlicht. Na Gott sei Dank!
Den das 17 Tracks umfassende Gesamtwerk kann sich durchaus hören lassen. Samiyam’s Stärke ist ein gewisser Grad an Kaputtheit. Das bedeutet keineswegs das die Beats hier bis in die Unhörbarkeit gesteigert werden, sondern beispielsweise ein Bleep-gewaltiger Rhythmus mit einen geradezu volkstümlichen Schunkel-Faktor versehen wird (Frosting Packets, Turtles, Wonton Special). Auch hier bewahrheitet sich: In der Kürze liegt die Würze. Denn die wirklich grossen Momente warten in den 1 bis 2 minütigen Stücken. Sobald Samiyam versucht sich über die 2:30 Schallgrenze hinwegzusetzen, scheitert er an einer gewissen Einfallslossigkeit. Zum Glück hält sich dieser Zustand eher in Grenzen und lässt die Platte zu 80 Prozent positiv erscheinen.

Sam Baker’s Album erschien Ende Juni auf Brainfeeder. CD- und Vinylversion enthalten die selben Tracks.

Tracklist:
A1 Escape (3:45)
A2 Bedtime (1:21)
A3 Pressure (2:11)
A4 Bricks (1:41)
A5 Already (1:44)
B1 Frosting Packets (3:45)
B2 Kitties (1:14)
B3 Where Am I (2:39)
B4 Cushion (2:22)
C1 Turtles (1:27)
C2 My Buddy (3:09)
C3 No Dinner (1:30)
C4 Understanding (2:46)
D1 Wonton Special (1:49)
D2 Taco Delay (1:56)
D3 Lifesized Stuffed Animal (2:55)
D4 Sometimes (3:31)

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The Tallest Man On Earth – EP (Vinylpressung)

Posted on 8 Juli 2011 | No responses

Letztes Jahr passierte etwas seltsames. Da saß ich gemütlich auf meiner Couch und schwelgte bei einem Kaffee zu gitarrenlastigen Folk. Nachdem ich mir jahrelang vorprogrammierte Drumpatterns in die Ohren schob erschien dieser Moment völlig aufrichtig und klar. The Tallest Man On Earth aus Schweden raubte mir die Sinne mit seinem Album The Wild Hunt. Den Nachschub abzuwarten ist kaum möglich, aber Kristian Matsson tourt derzeit durch die Welt und das ist sicherlich auch gut so.
Indirekten Nachschub gibt es jetzt aber doch. Jedenfalls für Vinylfreunde. Matssons erste undbetitelte EP von 2006 wurde nun endlich auch auf schwarzes Gold gepresst. Die fünf Tracks umfassende Platte ist weitaus roher und (stimmlich) noch krächziger als das letztjährige Album. Ganz im Sinne des nahezu unbezahlbaren Debütalbum Shallow Grave. Davon entnommen findet sich auf der EP auch das schöne Stück Into The Stream. Aber auch die anderen vier Tracks wissen bedingungslos zu überzeugen, besonders das hochdynamische Walk The Line. Natürlich absoluter Pflichtkauf!

Die EP erschien als CD 2006 auf Gravitation und kam Ende Juni endlich auf Vinyl raus. Erfreulicherweise befindet sich mit In The Pockets ein zusätzlicher Track auf der Platte.

Tracklist:
A1 It Will Follow The Rain (3:25)
A2 Walk The Line (3:32)
A3 Steal Tomorrow (2:40)
B1 In The Pockets (3:48)
B2 Over The Hills (3:20)
B3 Into The Stream (2:51)

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FM303 – Die Rückkehr des Unmöglichen

Posted on 7 Juli 2011 | 2 responses

Kaum zu glauben, aber ich mache wieder Webradio, einfach so! Zusammen mit Kollege Gubatz startete ich diese Woche das aus dem laut.fm Zyklus stammende FM303. „Das Radio für feine elektronische Musik“ bietet 24/7 abwechslungsreiche Kost und ist selbstverständlich immer Geschmackssicher.
Die von mir zusammengestellten Sendungen

Flow Control – Mittwochs 18 – 20 Uhr (Hip Hop/Rap)
und
Tiefgarage – Donnerstags 18 – 20 Uhr (Deep/Classic House)

möchte ich auf diesem Wege besonders Empfehlen. Aber natürlich lohnt sich immer ein kleiner Tune In bei FM303. Stefan und ich freuen uns auf euch!

FM303 @ laut.fm


Jehst – The Dragon Of An Ordinary Family

Posted on 5 Juli 2011 | 2 responses

Was für einen mäßigen Hip Hop Horizont ich doch immer noch habe. Kennter Jehst? Ja? Ich nicht! Naja, jetzt schon.
Aber ganz ehrlich, wenn ich an rappende Engländer denke, kommt mir erstmal Mike Skinner in den Sinn. Und dann gaaanz lange nix.
Aber gut, gibt scheinbar noch so’n paar Schnodderschnauzen.

Jehst heisst eigentlich William G. Shields, lebt natürlich in London und brachte nun sein mittlerweile 5. Album heraus. Es trägt den Namen The Dragon Of An Ordinary Family und ist durchaus hörenswert.
Musikalisch hatten diverse Bastler die Finger an den Rappelkisten. Unter anderem LG, Chemo, Mr. Thing oder auch Jehst himself. Das bringt natürlich erstmal ne gute Portion Variantenreichtum mit, kann aber auch grössere Klassenunterschiede bescheren. Auch wenn einige Tracks richtig gut sind (Zombies, Old No. 7, Sounds Like Money) und von Jehst’s bissigen Raps getragen werden bilden sich auch regelrechte Lückenfüller. Das ist natürlich bedauerlich da es das Album als Gesamtes qualitativ etwas herabstuft.

The Dragon Of An Ordinary Family erschien Ende Juni auf YNR Productions. Vinylfreunde können sich auf die farbenfrohe 2×12″ freuen. Die A/B Seite ist rot, die C/D Seite hingegen blau. Allerdings ist diese Edition auf 500 Stück limitiert.

Tracklist:
A1 True Intentions
A2 Killer Instinct
A3 Zombies
A4 Thinking Crazy
B1 England
B2 Camberwell Carrots
B3 Starting Over
B4 Old No. 7
C1 The Illest
C2 Sounds Like Money
C3 Back To The Drawing Board
C4 Poison
D1 Interlude
D2 Tears In The Rain
D3 Timeless
D4 Two Point Four (The Dragon Of An Ordinary Family)

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8tracks: June 2011

Posted on 1 Juli 2011 | 1 response

Die kompakte Vormonats-Inventur quer durch die Schallplatten-Galerie.
Ruhig, verspielt, tanzbar, brachial.
Kleiner Tip: der „Buy-Bottum“ führt euch direkt auf die Discogs Seite des jeweils laufenden Tracks.
Viel Vergnügen!


SBTRKT – SBTRKT

Posted on 29 Juni 2011 | 1 response

Bei Dubstep weiss ich ja nie so recht „Wo fängt es an, wo hört es auf?“. Und was ist eigentlich mit so herrlich antiquierten Begriffen wie UK Garage geschehen? Denn man kann 2011 durchaus erkennen das dieses Mischverhältnis RnB-artiger Gesänge mit typisch-schlanken, subbassbetonten Inselbreaks wieder im kommen ist. Mal nennen diese Leute sich James Blake, mal geben sie sich als Jamie Woon aus. Doch bevor ich eine weitere Pointe in den Text werfe komme ich lieber mal auf den Punkt.

Das sich Maskierung in der Elektronik-Szene lohnt haben Artist wie Daft Punk, Felix oder auch die Snuff Crew Jungs eindeutig bewiesen. Von diesem optischen Stilmittel macht auch der Brite Aaron Jerome gebrauch, der mit seinem Pseudonym SBTRKT (wird wohl „Subtrakt“ ausgesprochen) seit 2 Jahren einen konsequenten Ausstoss an Dubstep-Maxis zu verzeichnen hat. Nun wagt er sich ans Albumformat und bringt eine unbetitelte LP beim Beggars Ableger Young Turks heraus.
Und dieses 11 Tracks umfasende Werk gefällt mir überraschend gut und beweist das UK Garage bzw. Post-Dubstep keineswegs ewig lange, verkopfte Bassfrickellei sein muss, sondern auch in einem Pop/Radioairplay Kontext funktionieren kann. Das macht sich vorallendingen bei den vocallastigen Passagen des Langspielers bemerkbar. Und davon hat die Platte einige zu bieten.
Schon der zweite Track Hold On lässt einen lässig mit dem Fuss wippen. Sänger Sampha kommt mit seiner soulig weichen Stimme glücklicherweise noch häufiger vor (Trials Of The Past, Something Goes Right) und verwandelt die Stolperbeattracks zu wahren Open Air Hymnen. Mein Favorit ist allerdings Right Thing To Do, wo die kühl agierende Jessie Ware sich austoben darf.
Das letzte Drittel der Platte ist etwas schwächer, dies ist aber völlig egal weil man sowieso schon nach den ersten 7 Tracks vor Freude völlig durchgedreht ist. Hammer Teil!

SBTRKT erschien diese Woche auf Young Turks. CD- und Vinylversion enthalten die selben Tracks.

Tracklist:
A1 Heatwave
A2 Hold On
A3 Wildfire
A4 Sanctuary
A5 Trials Of The Past
A6 Right Thing To Do
B1 Something Goes Right
B2 Pharaohs
B3 Ready Set Loop
B4 Never Never
B5 Go Bang

Release @ Discogs
Release @ FilesTube

Buy it on vinyl!


Marissa Nadler – Marissa Nadler

Posted on 26 Juni 2011 | 2 responses

Bis zur ersten reinen Folk-Selektion isses auch kein so langer Weg mehr. Vor 2 Monaten noch die Hip Hop Fahne hochgehalten und nun wachsen mir an den Füßen plötzlich Cowboy Stiefel. Ist klar oder?
Die aus Massachusetts stammende Sängerin Marissa Nadler war ursprünglich der malenden Kunst zugewandt und tauschte um 2004 rum endgültig den Pinsel gegen Mikro und Akustikgitarre. Gute Entscheidung den Nadler gilt mittlerweile als eine der grössten Singer/Songwriter Talente ihres Genres. In dieser Woche erschien ihr fünftes Studioalbum.
Wenn man wie ich völlig unvoreingenommen an die unbetitelte Platte geht ist man nach den ersten Zeilen des Openers In Your Liar, Bear bereits gefangen in der prachtvollen Welt der Marissa Nadler. 11 behutsam und liebevoll arrangierte Songs mit viel Melancholie, subversiven Texten und vorallendingen Nadlers vielseitiger Mezzosopran-Stimme die stellenweise ein wenig an Kate Bush erinnert.
Problematisch wird es allerdings wenn Nadler an der Pop-Schraube dreht und sich mit zusätzlichem Schlagzeug Einsatz ins Abseits schunkelt. Das merkt man gerade bei einem Song wie z.B. The Sun Always Remind Me, der sicherlich auch gut im Lokalradio zwischen Bryan Adams und Phil Collins aufgehoben wäre.
Auf älteren Alben von Nadler merkt man davon noch nichts. Wer also ein durchweg perfektes Folk-Album hören möchte sollte sich dem 2007 auf Peacefrog releasten Songs III: Bird On The Water widmen.
Ansonsten bleiben einem dennoch grossartige Momente wie bei Mr. John Lee Revisited, Wind Up Doll oder das vielleicht beste Stück Daisy, Where Did You Go.
Wenn’s das hier gäbe würde ich 4 von 5 Sporen Sternen verteilen. Alles noch im grünen Bereich Mrs. Nadler!

Das neue Album erschien diese Woche bei Nadler’s eigenem Label Box Of Cedar Records. Das von mir angepriesene Songs III: Bird On The Water erschien Februar 2007 bei Peacefrog Records auf Vinyl in limitierter Auflage und liegt heute preislich im 40 Euro Bereich.

Tracklist:
A1 In Your Lair, Bear
A2 Alabaster Queen
A3 The Sun Always Reminds Me Of You
A4 Mr. John Lee Revisited
A5 Baby I Will Leave You In The Morning
B1 Puppet Master
B3 Wedding
B4 Little King
B5 In A Magazine
B6 Daisy, Where Did You Go?

Release @ Discogs
Release @ FilesTube


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