Brenk Sinatra – Gumbo 2: Pretty Ugly
Posted on 16 September 2011 | No responses
Seit Mitte letzten Jahres habe ich permanent das Gefühl das ich genau zur richtigen Zeit die Seiten gewechselt habe. Was wären mir für unglaubliche Beat-Perlen entgangen.
Ein weiterer Teil aus der Serie: Der Hi-Hat Club Zyklus legt nach.
Der in Wien ansässige Branko Jordanovic hat vielleicht den besten Artistnamen nach Robot Koch und fiel mir zum ersten mal für den 4. Teil der Hi-Hat Club Serie auf Melting Pot auf. Obwohl man sagen muss das mir Fid Mella’s Parts auf der Scheibe nen Zacken besser gefallen haben. Aber Brenk (Tusch!) Sinatra hat sich imens gesteigert. Immens immens…
Denn bei der Fortführung der Gumboreihe (Teil 1 erschien 2008) blieb mir in regelmäßigen Abständen der Mund offen stehen. Pretty Ugly, das sind 23 fesselnde Unverschämtheiten mit einer enormen Bandbreite an Beats & Samples. Allein schon der Eröffnungs-Schieber Murda Dem lässt einen direkt „Yeah, DAS ist DER Shit“ rufen. Was folgt sind rastlose, vor Funk strotzende Beat-Konstruktionen. Vielleicht hätte man das schon etwas abgenudelte „Woooo, woooo!“ eines KRS-One einfach weggelassen, aber davon mal abgesehen ist die Platte ein unglaublich gut gelungener Instrumental Hip Hop Trip. Spätenstens beim Höhepunkt One Daay tanzt der Saal.
Eine der besten Platten 2011. Punkt!
Gumbo 2: Pretty Ugly erscheint voraussichtlich nächste Woche als Einzel-LP auf Melting Pot Music. Einen MP3-Release via Bandcamp gibt es bereits.
Tracklist:
01. Intro (00:53)
02. Murda Dem (02:26)
03. Lupo (01:27)
04. Whereva (01:38)
05. Everyday Scenario (01:49)
06. Dedicated (02:30)
07. Anotha Sip (01:08)
08. Nite Ridah 2k11 (02:20)
09. Shangri-La (02:26)
10. Can’t Seem To Forget (01:15)
11. Anotha All Nighta (01:45)
12. One Daay (01:54)
13. Perdido (02:18)
14. Bright Foozel (02:05)
15. Wheneva (01:25)
16. The Spirit Of Chad Butler (01:26)
17. Grindas Skit (00:43)
18. Hit U (02:27)
19. Body Skit (00:38)
20. Wolves 2 (Still Hungry) (01:56)
21. Tryin (02:25)
22. Intruda (01:03)
23. It’s Yours (Outro) (01:21)
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Paul White – Rapping With Paul White
Posted on 14 September 2011 | No responses
Ich weiss nicht wie’s euch geht aber oben aufgeführtes Cover empfinde ich bereits als Kaufempfehlung genug. Aber klar, die Musik geht auch in Ordnung. Im Grossen und Ganzen.
Über den Londener Paul White bin ich im letzten Jahr kurz drübergestolpert. Paul White & The Purple Brain hiess das seltsame Album mit dem noch viel seltsameren Artwork.
Nun macht Paul White Hip Hop, was ja mit dem Wort „Seltsam“ eher weniger zu tun hat. White aber hat eine nicht von der Hand zu weisende Affinität zu Psy-Rock, verstörenden Interludes und enorm talentierten Rappern. In dieser Zusammenstellung entsteht ein grosses Sound-Gewaber was nicht jedem Otto-Normal Genrefreund gefallen dürfte.
Aber auf seinem mittlerweile 4. Langspieler komme auch ich endlich auf den Geschmack und Rapping with Paul White dürfte diese Woche bereits 5 Mal gelaufen sein. Nicht schlecht, es ist erst Mittwoch.
Whites MC-Wishlist dürfte extravagant gewesen sein. Für’s Album sind u.a. Jehst, Homeboy Sandman und einer meiner Lieblingsspitter Guilty Simpson an den Start gegangen. Letzterer läutet auch nach ein wenig Intro-Geplänkel die Platte mit seiner unverkennbar coolen Art ein. Dazu White’s stark benebelte Beats…passt!
Leider trägt nicht jeder der Gast-MC’s zu der sonst musikalischen Souveränität bei. Ein Marv Won klingt irgendwie prollig-blass auf Run Shit und Danny Brown macht bei One Of Life Pleasures die tolle Sample-Hook geradezu kaputt.
Rapping with Paul White lebt also eher von den instrumentalen Passagen obwohl man fairerweise sagen muss das gut 60% aller Mic-Checker nen recht okayen Job machen. Trotzdem sind es gerade die verstörenden Interludes die einen wach halten. Am Ende wird man gar ausgelacht und gefragt ob man verstanden hat. Glaube so augenzwinkernd wurde ich noch nie aus einer Platte entlassen.
Rapping With Paul White erschien Anfang September als 2×12″ auf White’s eigenem Label One-Handed Music. Einen MP3 Release für angenehme 6 Pfund gibt es bereits seit August via Bandcamp.
Tracklist:
A1 We Make A Lot Of Noise (00:16)
A2 Right On (02:11)
A3 Trust (02:48)
A4 Run Shit (03:27)
B5 One Of Lifes Pleasures (02:41)
B6 The Doldrums (03:07)
B7 Life Is Flashing Interlude (00:29)
B8 Stampeding Elephants (02:23)
C9 Rotten Apples (02:35)
C10 Thirty Days (01:43)
C11 A Weird Day (02:31)
C12 African New Wave (01:21)
C13 Indigo Glow (03:39)
D14 Dirty Slang (02:49)
D15 A New Way (01:47)
D16 Evasive Action (03:46)
D17 Wily Walruses (01:26)
D18 We’ll Never End (01:07)
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[Tobfunk-19] Reboot The Silence
Posted on 13 September 2011 | 2 responses
Ich mache meine Drohung wahr und steige in die Cowboystiefel, zwänge mich in die abgeranzte Lederjacke und reite mit meinem prächtigen Shetland Pony durch die Prärie. Abends am Lagerfeuer gibts dann Baked Beans, ne Pulle Malt-Whisky und im Anschluss ne Fluppe ohne Filter…rooah!
Reboot The Silence enthält aber nicht nur Futter für die Folk-Fraktion, sodern auch Alternative Rock, albern-fröhliche Popmusik und sogar einen ESC-Hit den ich klammheimlich eingeschmuggelt habe.
Viel Spass!
Download.zip (Mix, Tracklist, Cover)
Zee Avi – Ghostbird
Posted on 9 September 2011 | 1 response
Immer wenn ich meine Schwester in Frankfurt besucht habe bin ich was Weltmusik angeht völlig angefixt. Da prasselt einem Folklore von Kuba bis Portugal gnadenlos entgegen. Widerstand zwecklos. Dennoch fand ich zu folgener Platte absolut eigenständig.
Die aus Malaysia stammende Singer/Songwriterin Zee Avi wagte nach ihrem Studium in London den Sprung zur Musik und tat dies erstmal auf dem damals noch unkonventionellen Weg via YouTube Homevideo. Selbst aufgenommene Songs mit Gitarre bzw. Ukulele in Kombi mit ihrer grandiosen, klaren Stimme brachten ihr nicht nur gut 6-stellige Klickwerte ein sondern auch nen netten Major Deal bei UMG. Nachdem ihr erstes 2009 erschienenes Album ihr erste Achtungserfolge ausserhalb der Netzwelt einbrachte wurde auch ich hellhörig nachdem ich in LP Numero Zwei reingehorcht habe.
Ghostbird ist ein 11 Tracks umfassendes „Gute Laune“ Package voll mit schönen Dingen wie z.B. Easy Listening, Pop & Jazz, bis hin zu dem was man wohl oder übel in die Weltmusik-Schublade packen muss. Dabei hätte der folkloristische Anteil auch ruhig ein wenig höher ausfallen können. Somit bleibt Zee Avi näher am (akustischen) Pop und scheint sich dort auch wohl zu fühlen. Swell Window, The Book Of Morris Johnson und Concrete Wall sind meine Favoriten. Gutes, kurzweiliges Album mit Spätsommer-Romantik für Veganer-WG’s.
Ghostbird erschien diese Woche als Einzel-LP auf dem Universal Ableger Brushfire. In der Hülle befindet sich auch ein Download-Code für die MP3’s.
Tracklist:
A1 Swell Window
A2 Anchor
A3 31 Days
A4 Milestone Moon
A5 Siboh Kitak Nangis
A6 The Book of Morris Johnson
B7 Madness
B8 Bag of Gold
B9 Concrete Wall
B10 Roll Your Head in the Sun
B11 Stay in the Clouds
Discogs soon
Release @ FilesTube
[Tobfunk-18] OMG It’s Houze Muzik!
Posted on 6 September 2011 | 2 responses
Mein Haus ist Dein Haus. Der letzte Mix dieser Art liegt auch schon ne Weile zurück. Mit nur wenigen Ruhepunkten geb ich auch lieber die Hitschlampe als einen andächtigen Vertreter der Deepness. Bisschen Gay wird’s auch mal dann und wann. Also los: Schwitzen für den Weltfrieden – body to body! *tuff*
Download.zip (Mix, Tracklist, Cover)
Tufu – Hässlon
Posted on 4 September 2011 | 1 response
Von einem eher mittelmäßigen MC zu einem wütenen Rächer des verlorenen Deutschraps.
Damit hatte ich sowieso die letzten Jahre immer wieder erhebliche Probleme. Maskierte Spinner, Türsteher mit kleinen Pimmeln oder auch kreidebleiche Flow-Versager mit Nationalstolz. Seien wir ehrlich: Deutscher Hip Hop musste in der Nivau-Skala scheinbar ganz nach unten um überhaupt wieder an Qualität zu gewinnen. Dank der Posse um Huss & Hodn kann man mal wieder von sowas wie Aufbruchstimmung sprechen. Obwohl mir Retrogott’s (aka Huss) sprachlicher Stil nie so ganz zugesagt hat, sondern mich eher an ungelenke Freestyleversuche erinnern. Somit war da noch ne Menge Luft in punkto Landessprachen-Akrobatik.
Grosse Hoffnungen bereitet mir nun ein junger Herr aus dem schönen Westerwald dessen erstes Vinylalbum mich zuerst etwas irritierte, später aber nach einiger Distanz irgendwie auch begeistert hat.
Denn auf Hässlon von Tufu kommt das erste „Hurensohn“ schon nach den ersten Sätzen (aber auch „Du Opfer“ „behindert!“ und „Spast“ dürfen nicht fehlen), und der geneigt politisch korrekte Hörer ist bereits unterwegs Richtung Stopptaste. Doch bevor man alles in die uninspirierte Battle-Rap Schublade knallt sollte man mal genau hinhorchen.
Weil die 14 Tracks umfassende LP ist eigentlich ein gelungener Rundumschlag gegen alles was ich weiter Oben aufgeführt habe. Tufu rappt wortgewandt, clever und immer mit Fluss. Die zynisch untermauterte Wut schwingt ständig mit und raspelt geradezu quälend süffisant die verkrustete Hornhaut vom Hip Hop Klumpfuß. Das wird beim Titeltrack Hässlon mit seinem fiesen Refrain („anzünden!“) eindrucksvoll auf die Spitze getrieben.
Die Beats der Platte wären eigentlich noch einen eigenen Artikel wert. Hier legten u.a. Beatvadda, Herbert Elch oder auch The Red One Hand an und kreierten einen richtig schön kratzigen Jazzsound der geradezu schreit nach Instrumentals.
Insgesamt wohl eines der besten deutschsprachigen Alben der letzten Jahre. Jedenfalls müsste ich lange überlegen was muttersprachlich in vergangener Zeit besser war…
Hässlon erschien Mitte August als Einzel-LP und MP3-Release auf Sichtexot. Laut Labelinfo ist die Platte auf 500 Stück limitiert.
Tracklist:
01. Schwarzer Krauser (01:09)
02. Ave Maria (02:31)
03. Abfinden (03:07)
04. Alles hat seine Grenzen (02:01)
05. Eisbär (02:11)
06. Mauer (01:39)
07. Beat I (01:05)
08. Kugelkettendarm feat. Loki (02:07)
09. Cabernet Sauvignon feat. Johnny Moto (03:22)
10. Beat II (01:43)
11. Thekenrand (02:24)
12. Wir alles du nichts (02:47)
13. Hõsslon (02:58)
14. Geister feat. Anthony Drawn (03:51)
Release @ Discogs
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That’s meine Hood
Posted on 4 September 2011 | 1 response
Der „sympatische“ Kollege Eko Fresh führt euch mal durch das beschauliche Humboldt/Gremberg. Der Ort von dem dieser Blog entsteht. Bestaunt Sportwettenbüros, Tatoostudios und den Döner an (meiner) Ecke. Yeah!










