Still Corners – Creatures Of An Hour

Posted on 18 Oktober 2011 | 1 response

Tja ähm, eigentlich wollte ich diesen Post bereits Sonntag bloggen, aber irgendwie kamen mir eine Mini-Fahrradtour, gammeln mit der Liebsten und dieser verdammte Job dazwischen.
Dabei brennt mir diese Platte förmlich auf den Nägeln.

Man kennt das ja: Ernst guckende Jungs (einer von ihnen trägt eine dicke Brille), deren Promo-Fotos sowas von gestellt aussehen, in ihrer Mitte eine hübsche, blonde, junge Frau platziert, die quasi so etwas wie der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist. Das funktioniert bei der Londoner Band Still Corners nahezu perfekt!
Gestartet vor einigen Jahren als Self-Release Project das via Bandcamp fleissig Singles und ein Album unters Internetvolk mischte, bringt nun das Quartett um Sängerin Tessa Murray ihren zweiten Langspieler beim sympatischen Indie Label Sub Pop raus.
Creatures Of An Hour umfasst 10 mystisch schöne Rocksongs mit Spät-60er Romantik und leicht psychodelischen Anstrich. Ein wichtiger Faktor ist nicht nur die flüsternd-säuselige Stimme Murray’s, sondern auch das hallige Klangbild. Ein bisschen Hippie, ein bisschen New Wave, flott und farbenfroh wie ein LSD-Rausch.
Gute Platte!

Creatures Of An Hour erschien am 11. Oktober als Einzel-LP und CD auf Sub Pop Records.

Tracklist:
A1 Cuckoo (3:11)
A2 Circulars (2:06)
A3 Endless Summer (3:20)
A4 Into The Trees (4:01)
A5 The White Season (2:53)
B6 I Wrote In Blood (4:11)
B7 The Twilight Hour (3:33)
B8 Velveteen (2:37)
B9 Demons (2:14)
B10 Submarine (4:07)


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Galus – Futura

Posted on 13 Oktober 2011 | No responses

In Polen gibts noch was zu holen! Haha!
Aber mal im Ernst: Wer bitte vermutet Instrumental Hip Hop Produzenten irgendwo zwischen Warschau und Danzig zu finden. Aber über solche Gegebenheiten bin ich ja immer froh. Somit reiht sich der Kollege mit dem Schneidezahn-sprengenden Namen Rafał Gałaszewski in die Nachwuchs-Riege von Beatbastlern ein. Ist doch schön.
Unter seinem Pseudonym Galus veröffentlicht er nun nach einer handvoll Mp3-Releases auch endlich eine Vinyl mit rund 12 Tracks die sich nicht unbedingt an den derzeitigen Boom Bap und Oldschool Standard halten.
Futura ist eher aufs Experimentelle aus ohne dabei verkopft oder schwer zugänglich zu wirken. Nur halt ein wenig anders. Teilweise düsterer, teilweise an Dubstep-Motiven orientiert, aber immer gut geradeaus und bassbetont.
Da geht sicherlich noch mehr demnächst.

Futura erschien Ende September als Einzel-LP auf U Know Me. Die Platte ist auf gerade mal 300 Stück limitiert.

Tracklist:
A1 Futura
A2 Purple Rain
A3 Remember me
A4 Spaceway
A5 Lost Accordion
A6 Cubism
B1 Sicking Suite
B2 Aquarius
B3 Door to the Mind
B4 Bombay Child
B5 Valium
B6 Odyssey

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Robot Koch – The Other Side

Posted on 10 Oktober 2011 | 1 response

Who can stop him? Nobody!
Robot Koch rollt durch den Underground als wär’s nix. 3 Jahre – 3 Alben, ist doch gar kein Problem, Mensch!
Letztes Jahr blieb mir bei Songs For Trees And Cyborgs der Mund offen stehen und ich war heilfroh das ich mir die diesjährige Repress endlich ins Regal schieben durfte.
Beim neuesten Streich The Other Side würde ich ungern nochmal so lange warten. Denn das 13-Track Monster ist noch ein Zacken gelungener. Aber warum eigentlich?

Koch beginnt eigentlich ganz klassich mit Wobbel-Bass und Bleep-Spiralen. Aber irgendwas scheint anders zu sein. Nach den ersten Tracks weiß man auch was. Die einzelnen Stücke sind kompakter gestaltet und lehnen sich streckenweise an Popsong Strukturen an. Mehr Vocals, mehr Ordnung und ganz klar mehr Zeit zum Zurücklehnen. Floorkiller wie Powerstrip 66 sucht man hier vergebens. Der LP-Titel ist somit keinesfalls PR-bedingt sondern ein weiterer Schritt zum Künster selber. Kochs bisher persönlichstes und möglicherweise auch bestes Album. Weiter so Junge!

The Other Side erscheint voraussichtlich diese Woche als 2×12″ und CD auf Project:Mooncircle. Der MP3-Release via Bandcamp erfolgte bereits letzte Woche.

Tracklist:
A1 Heal
A2 Nitesky
A3 The Other Side
A4 Island
B5 Lights
B6 Glassdrops
B7 Backwards
C8 Autodreams
C9 Midnight On The Moon
C10 Tapedeck
D11 Feel
D12 Bugs
D13 Love

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Dan Mangan – Oh Fortune

Posted on 8 Oktober 2011 | 1 response

Oh, oh oh! Es wird kalt. Anorak-Wetter meets muckelig schönen Indie-Rock. Diesmal auch wirklich Indie…

Erst vor wenigen Tagen erfuhr ich von der Existenz des Kanadischen Sängers Dan Mangan und bereits heute nachdem ich seine beiden letzten Alben gehört habe bin ich schon so etwas wie ein kleiner Fan des bärtigen Mannes. Interessant zu erwähnen ist die Entwicklung die Mangan zwischen Nice, Nice, Very Nice und dem frisch erschienenen Oh Fortune gemacht hat.
Denn während auf dem 2010 erschienenen Album noch vorrangig Neo-Folk zu finden ist, wird auf Oh Fortune klammheimlich Alternative- und Post-Rock Elementen Einhalt gewährt. Das ist soweit begrüßenswert da Mangan’s Stimme recht wandlungsfähig ist. Neben rauen, kraftvollen Passagen kann er mit ihr auch in sanftere Gefilde vordringen. Das wirkt sich auch auf die einzelnen Songs aus, deren Struktur von Stimmungs- und Tempiwechseln geprägt ist. Mal ist Mangan durch und durch melancholisch (Daffodil, Starts With Them End With Us) ohne sich an irgendwelche Dogmen zu halten, mal rockt er einfach wie Sau (Post-War Blues), inklusive Stakkato Drums und fulminantem Gitarrensolo. Seit The Tallest Man On Earth hat mich keine Stimme mehr so berührt.
Wer’s eingängiger mag holt sich Nice, Nice, Very Nice, wer was erleben möchte Oh Fortune. Aber am besten beides! Und zwar sofort! Ganz ganz großartig!

Oh Fortune erschien letzte Woche als Einzel-LP auf Arts & Crafts und umfasst 11 Tracks. Der Vorgänger Nice, Nice, Very Nice lässt sich noch problemlos beziehen.

Tracklist:
A1 About As Helpful As You Can Be Without Being Any Help At All
A2 How Darwinian
A3 Post-War Blues
A4 If I Am Dead
A5 Daffodil
A6 Starts With Them, Ends With Us
B7 Oh Fortune
B8 Leaves, Trees, Forest
B9 Rows Of Houses
B10 Regarding Death And Dying
B11 Jeopardy

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The Field – Looping State Of Mind

Posted on 5 Oktober 2011 | No responses

Was geht eigentlich bei den Kompakt-Jungs so? Schon ewig nicht mehr in Platten aus dem Labelzyklus reingehört. Ich gehöre ja zu den Leuten die dem damaligen Wandel des Delirium Kölns zu einem der einflussreichsten Elektronik Labels der Republik immer sehr skeptisch entgegen sahen. Letztendlich gingen meine Interessen mit denen von Voigt, Mayer, Paape & Co. einfach auseinander.
Heute ist Kompakt ein Künstlerlabel durch und durch, auf dem das Albumformat als die wichtigste Plattform gilt. Sicherlich begrüßenswert, allerdings für DJ’s die mit der Maxi groß wurden ein etwas bitterer Abschied von den wunderbaren Rumpelbeats eines Labels wie zB. Profan.
Nichtsdestotrotz zieht Kompakt das bis heute durch und hat unzählige Nachwuchstalente heran gefördert. Axel Willner zum Beispiel.

Unter The Field erschien 2005 die erste Platte des Schweden auf dem Labelimperium. Things Keep Falling Down passte natürlich perfekt zu Kompakt, deckte es doch die Schnittstelle Ambient, Pop & Techno optimal ab. Allein schon die absurde Wende die der B-Seitentrack Thought Vs Action nahm zeigte wie verspielt und ausgedehnt sich Willner gab.
Nun erscheint sein mittlerweile 3. Langspieler.

Auf Looping State Of Mind wird der typische Field-Sound weitergeführt und die Mischung tranciger Sound-Teppiche mit dezent milden Beats auf 7 episch lange Tracks verlagert. Leider geht das beim Opener Is This Power noch gänzlich schief und Willner verennt sich etwas in einem leicht besoffen klingenden Klangbild. Dies wird allerdings beim nächsten Track wieder vorzüglich ausgebügelt. It’s Up There hat weitaus mehr Dynamik und klingt fast schon wie hochgepitchter Cosmic-Disco, der sogar in den letzten 2 Minuten nochmal richtig losgeht und vielleicht sogar einen Dancefloor lenken könnte. Bester Track.
Die Platte hat nun ihre Sogwirkung ausgelegt und nahezu jeder der folgenen Stücke weiß zu faszinieren. Ein bisschen musste ich an Carl Craig denken, so wie er heute eigentlich klingen müsste. Aber eigentlich ein absurder Gedanke, spielt The Field doch schon längst in seiner eigenen Liga.
Kein Muss, aber dennoch ein Geheimtip.

Looping State Of Mind erscheint voraussichtlich diesen Freitag als 2×12″ und CD auf Kompakt. Den Mp3-Release gibt es bereits seit September.

Tracklist:
01. Is This Power (8:39)
02. It’s Up There (9:18)
03. Burned Out (7:33)
04. Arpeggiated Love (10:51)
05. Looping State Of Mind (10:30)
06. Then It’s White (7:51)
07. Sweet Slow Baby (9:16)

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8tracks: September 2011

Posted on 2 Oktober 2011 | No responses

Ich glaube am Beispiel September sah man gut das das Sommerloch wirklich existiert hat. Kam doch plötzlich direkt nach den Ferien der ganze geile Scheiss raus. Da prasselte es gute Laune, derbe Beats und große Momente. Völlig unproblematische Zusammenstellung.

Tobi @ 8tracks


The Doppelgangaz – Lone Sharks

Posted on 29 September 2011 | 1 response

Bevor sich dieser exzellente Monat verabschiedet, meldet sich Hip Hop auch noch mal zu Wort. Kann ja auch nicht angehen das man hier von der adretten Pop Fraktion übertrumpft wird.

Vinylfreunde mussten sich zwar etwas gedulden aber nun ist es endlich draußen. Das Debüt der Doppelgangaz, ein neues mysteriöses Duo aus den Staaten und ein weiterer Beweis dafür das Oldschool nichts mehr im Weg steht. Man muss es einfach nur machen!
Lone Sharks ist allerdings auch ein Album mit instrumentalen Passagen und ist somit gleich doppelt interessant. Die Raps sind klassisches Storytelling, wortgewandt und punktgenau. Die Beats knistern fein, jazzen bis ins Mark und pfeffern gut was weg. Müsli-Hip Hop für 90er-Nostalgiker und Freunde des relaxten Scheiss.
Ganz weit vorne dieses Jahr!

Lone Sharks erschien bereits vor 3 Monaten als CD- und MP3-Release auf Groggy Pack Entertainment via Bandcamp und kam nun Dank hhv.de Mitte September als 2×12″. Die Vinylpressung ist auf 500 Stück limitiert.

Tracklist:
A1 Happy Face
A2 Nexium
A3 Get Em
A4 Doppel Gospel
B1 Dumpster Diving
B2 The Gods
B3 Pack Kevorkian
B4 Wench Rench
C1 Rap $ Unemployment
C2 Like What Like Me
C3 Lush
D1 NY Bushmen
D2 At Night
D3 Interlude
D4 Dead Already
D5 Suppository

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