VA – Bollywood Bloodbath

Posted on 2 Dezember 2011 | 1 response

Mich hats erwischt. Mitten in der Vorweihnachtszeit. Jetzt aber keine Erkältung so, ne. Ich bin vom weltmusikalischen Exotica-Folk-Virus befallen. Das ist ganz schlimm so. Balkan-Pop, türkische 60er Balladen, asiatische Volklieder und dann auch noch das:

Über den Madlib-Umweg via Beat Konducta in India ergriff mich diese Woche eine ausgesprochen kongeniale Compilation.
Schon der Titel Bollywood Bloodbath lässt es vermuten. Es geht in die indische Filmwelt und ihren Soundtracks. Zu Bollywood hatte ich zwar nie einen Zugang, fand aber die Musik immer höchst interessant. Die Compi widmet sich in erster Linie Horrorfilmen der 60er & 70er. Natürlich war ich erstmal darüber erstaunt das es überhaupt indische Gruselfilme geben soll, aber bei solch einer großen Filmwirtschaft wundert mich sowieso nichts mehr.
Was aber macht die Faszination von Bollywood Bloodbath aus?
Nun, zuerst einmal empfinde ich indische Musik grundsätzlich als sehr melodiebezogen und hoch dynamisch. Ein weiterer Punkt sind die vielen Schichten die sich innerhalb eines Songs bilden können. Da gibt es Tempiwechsel, dramatische Veränderungen und unvorhersehbare Plots. Fast wie im Film. Und nicht zu vergessen das ganze drum herum was für uns Europäer so ungreifbar exotisch ist. Seltsam hohe Gesänge, pathetisches Kettenrasseln und streckenweise auch irgendwie völlig absurde Geräusche und Töne. Natürlich ist hier nicht alles erste Sahne aber es gibt einfach unvergessene Momente wie die Beiträge von Bappi Lahiri, Usha Kanna oder Sapan Jagmohan. Ganz schön dreiste Killer. Was bahnt sich da an bei mir…? Könnte gefährlich werden!

Bollywood Bloodbath erschien im Oktober als 2×12″ und CD auf dem schön skurrilen Finder Keepers Label. Die Zweitpressung erscheint diese Woche via hhv.de.

Tracklist:
A1 Rajesh Roshan – Sannata Theme
A2 Hemant Bhosle – Sansani Khez Koi Baat
A3 Bappi Lahiri – He Met Me In The Guest House
A4 Bappi Lahiri – Meri Jaan
A5 Laxmikant-Pyarelal – Aa Jaane Jaan
B1 Ratandeep Hemraj – Birha Ki Maari Koi
B2 Bappi Lahiri – Dance Music
B3 Sapan Jagmohan – Aji Kahan Gum Ho
B4 Bappi Lahiri – Theme Music
B5 Usha Kanna – Jeena Hai To Jee Bhar Hanslo
C1 Rajesh Roshan – Marjaban Too Kuthe Part 1
C2 Sapan Jagmohan – Sote Sote Adhi Rat
C3 Hemant Bhosle – Ab Kahan Jayenge Ham (Sad)
C4 Sapan Jagmohan – Main Theme
C5 Bappi Lahiri – Disco Title Music
C6 Rajesh Roshan – Superman, Superman
D1 Khemchand Prakash – Dance Music
D2 Bappi Lahiri – Aafat
D3 Laxmikant-Pyarelal* – Chal Re Doli
D4 Rajesh Roshan – Marjaban Too Kuthe Part 2
D5 Nadeem & Shravan – Dekho Dekho Dekho Magar Pyar Se
D6 R. D. Burman – Bindya Tarse Kajra Barse

Release @ Discogs
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8tracks: November 2011

Posted on 1 Dezember 2011 | No responses

Advent Advent, der Beat brennt.
Im schönsten November aller Zeiten dominierten die satten Sneares und schweren Jungs. Verschmäht nach hinten geschummelt haben sich die gefühlsduseligen Jaultanten Dillon und Meg Baird. Und irgendwie muss dieser John Heckle auch hineingeraten sein. Aber selbstredend ist alles mit rechten Dingen zugegangen.

Tobi @ 8tracks


Has-Lo – Coversation B

Posted on 28 November 2011 | No responses

Label des Jahres? Project:Mooncircle, oder? Wat, Mello Music? Stimmt, die hattens echt drauf dieses Jahr!

MM’s Katalog wird mal wieder um eine Attraktion reicher. Und diesmal dürfen alle ran. Alle coolen Labelsäue beglücken Nachwuchs-MC Has-Lo auf seinem zweiten Langspieler.
Conversation B hat es in sich. Der Opener Reincarnate reicht eigentlich schon zum glücklich sein aus. Der wunderbare Cut-up Beat von Audible Doctor (who’s dat?) bohrt sich gnadenlos in Ohr und Hüfte. Exile schiebt bei Face In Disguise alle erdenklichen Fingerübungen ins Feld, Kev Brown lässt bei Never Was Yours entspannt chillen und Beat-Veteran J-Zone begibt sich bei Light Years nach ganz tief unten. Apollo Brown allerdings enttäuscht beim kurzen Hindsight hingegen etwas. Mein Gewinner ist Small Professor, dessen Beat bei Deaden The Pain eines der fiesesten Nummern Zwanzigelf ist.
Und was kann der Spitter? Der hat ne coole deepe Stimme, Flow und Spass dabei. Find’n ok.
Gute, und durch die hohe Producer-Dichte abwechslungsreiche Platte. Darf gekauft werden!

Conversation B erschien als 2×12″, CD und Bandcamp Mp3-Release bei der endtollen Mello Music Group.

Tracklist:
A1 Reincarnate
A2 Face In Disguise
A3 Never Was Yours
A4 Inherit The Stars
B1 Light Years
B2 Hindsight
B3 One For Nana
C1 Deaden The Pain
C2 The Cost
C3 Maxell UR
C4 Forty Days
D1 Retro Chic
D2 Lies That Sound True
D3 Last Day Of School

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Dillon – This Silence Kills

Posted on 27 November 2011 | 1 response

Um nicht wieder eine Glühwein-Metapher zu droppen sollte ich vielleicht mal so Sachen sagen wie „jedes Land bekommt den James Blake/Jamie Woon den es verdient“.
Aber was hat diese äusserst lustige Frau dort Oben mit den zwei Post-Popstep Boys zu tun? Richtig, gar nichts. Also bitte etwas mehr Ernsthaftigkeit bitte. Und vergesst die Rasierklingen nicht…autsch!

Vielleicht hat die Wahlberlinerin Dillon aber einfach nur so eine Art Selbsthilfegruppe besucht. So nach dem Motto: „Hallo, ich bin Dominique Dillon de Byington und meine Stimme ist die Schnittstelle von Björk, Joanna Newsome und Bianca Casady“.
Ausserdem frage ich mich die Ganze Zeit wie es dazu kam als hochtalentierte Sängerin sich ein einstiges Technolabel wie Bpitch Control auszusuchen, dessen einziger Hipness-Vorteil vor 10 Jahren die Homebase war.
Habe ich jetzt gerade gelästert…über Berlin?

Solch starken Abschweifungen zum Trotz sollte ich mal langsam zum dem Punkt kommen das Dillon’s 12 Songs umfassendes Debütalbum This Silence Kills eines der besten Platten des Herbstes ist. Und ab hier mein ich das alles ernst!
Natürlich muss man das mögen. Dieser Niedlichkeitsfaktor der Stimme, diese „ach das können wir doch gleich zum Brunch mit meinen Eltern laufen lassen“ Attitüde und das Gefühl das vereinzelt alles schon mal auf dem und dem Album gehört zu haben. Aber was solls?
Dillon ist eine tolle Songschreiberin. Sie baut ihre Stimme immer geschickt um die jeweilige Melodie ohne dabei auch nur einmal in die Falle der Eingängigkeit zu tappen und verleiht jedem Song etwas (Achtung: abgedroschenes Adjektiv!) magisches.
Ich mag das alles ganz doll. Und Lana Del Rey ist (jetzt doch) ne dumme Botox-Schnepfe!

This Silence Kills erschien Mitte November als Einzel-LP (inklusive Bonus-CD) auf BPitch Control.

Tracklist:
A1 This Silence Kills (4:19)
A2 Tip Tapping (3:08)
A3 Thirteen Thirty-Five (3:44)
A4 Your Flesh Against Mine (4:29)
A5 You Are My Winter (4:21)
A6 _________________ (2:16)
B1 Undying Need To Scream (4:53)
B2 From One To Six Hundred Kilometers (3:39)
B3 Hey Beau (2:36)
B4 Texture Of My Blood (2:34)
B5 Gumache (2:56)
B6 Abrupt Clarity (4:05)

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Onra – Chinoiseries Part 2

Posted on 26 November 2011 | No responses

Langsam staut es sich in meinem Incoming Ordner. Dabei hätte ich doch vor einigen Tagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können.
Ich erwähnte kurz das Album Chinoiseries Part 1 des französischen Produzenten Onra und vergaß wohl die baldigen Releases zu checken. Und bumms: Gestern erschien doch tatsächlich Part 2. Ein Prosit auf meine Informations-Kultur.
Aber was solls, hauptsache die Beats schütteln einem schön die Innereien durch, wa?

Wie bei Teil 1 muss man ein wenig an Madlib’s Beat Konducta in India Reihe denken obwohl Onra’s Sample-Urwald etwas fernöstlicher liegt. Seine Spezialität sind folkloristische Gesänge, hoch exotische Melodien und schwer einordbare Seltsamheiten. Die kurzen Tracks fügen sich spielerisch zu einer großen Skizze zusammen und grooven dabei alle lässig aus der Hüfte.
Am besten direkt beide Teile ordern und abtauchen in den Rosenblütenteich der Fatness. Bounce!

Chinoiseries erschien am 25. November als 2×12″ (inklusive Download-Code) und CD auf All City Records.

Tracklist:
A1 The Arrival
A2 A New Dynasty
A3 It’s All Memories
A4 Remember The Name
A5 Open The Door
A6 Gotta Go
A7 Mai’s Theme
A8 Words Of Encouragement
B9 Trapped
B10 One For The Wu
B11 No Matter What
B12 Meet The Queen
B13 Stay With Me
B14 Opium Delirium
B15 Cold Blooded
B16 Where I’m From
B17 Still Broke
C18 Snakes & Smoke
C19 Mai’s Theme 2
C20 Raw Shit
C21 Ms. Ho
C22 All Night
C23 In My Mind
C24 Hide And Seek
D25 Play The Game
D26 Warriors Pride
D27 Like Father, Like Son
D28 Fight Or Die
D29 Through The Flesh
D30 Tears Of Joy
D31 They Got Breaks Two
D32 The End

Release @ hhv.de
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M.E.D. – Classic

Posted on 25 November 2011 | No responses

Wenn der MC nur Durchschnitt ist müssen es halt die Buddy’s ausgleichen. Und der Babba natürlich. Babba Madlib.
Medaphoar aka M.E.D. ist auch vielleicht nicht unbedingt für das Albumformat gemacht. Eher ein guter „feat.-Artist“ auf den man zählen kann.
Deswegen geht Classic für mich auch erst ab dem dritten Track los. Vorher gibts Chartstürmer Aloe Blacc, dessen Gesangspart mir einfach ne Spur zu klebrig ist. Aber dann mit Too Late schließlich kommt dieses Gefühl wieder. Das Gefühl den Beat umarmen zu wollen. Ein süchtig machender Motown-Loop mit diesen unfassbaren Aussetzern und Sprüngen wie sie nur die coole Sau vom Dienst basteln kann. Madlib steuert insgesamt 9 von 14 Tracks bei und das ist genau die Menge die Classic zu einer guten Platte macht. Dabei reicht die Bandbreite von derb düsteren Hymnen wie Get That, über lustig flache Proll Beats wie bei Roll Out, bis hin zu wunderbar anschmiegsamen Ausklang Mystical Magical.
Ich freu mich schon wie Bolle auf Medicine Show No. 12/13.

Classic erschien Anfang November als 2×12″ und CD auf Stones Throw Records. Ausserdem gibt es noch eine 3×12″ Edition mit den Instrumentals oben drauf. In Anbetracht der Killerbeats wohl die beste Investition.

Tracklist:
1 Int’l (3:11)
2 Where I’m From (3:58)
3 Too Late (2:22)
4 War & Love (3:09)
5 Classic (2:52)
6 Get That (3:40)
7 JWF (3:02)
8 Roll Out (4:21)
9 Blaxican (2:05)
10 Outta Control (3:19)
11 Flying High (2:15)
12 Medical Card (2:40)
13 1 Life 2 Live (2:54)
14 Mystical Magic (2:26)

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Onra & Quetzal – Tribute (Vinyl Reissue)

Posted on 22 November 2011 | 1 response

Nicht auszudenken welch schlaflose Nächte mir bevorgestanden hätten von folgender Platte schon 2007 erfahren zu haben und mit welch großer Sehnsucht ich einer schönen, satten 12″, die es damals noch nicht gab, entgegengefiebert hätte.
Hätte, Wenn & Aber. Ich weiß davon ja erst seit ein paar Wochen. Mit einer ganz anderen Erkenntnis.
Manchmal würde ich gerne einfach mal nach Berlin fahren und den hhv.de Jungs nen dicken Schmatzer verpassen.

Tja, wie es aussieht können die Franzosen auch ganz gut mit ihren Rappelkisten umgehen. Die 2 Pariser Onra & Quetzal haben sich schon seit ein paar Jahren einen Namen in der Beat-Szene gemacht und können stolz auf ein paar wirklich gute Platten zurückblicken. Ihr gemeinsames Werk Tribute erschien 2006 und gab es in vollem Umfang (immerhin 35 Tracks) nur auf CD. Vinylfreunde mussten sich mit einer popeligen 7″ zufrieden geben.
Aber Dank Project:Mooncircle/hhv.de darf man nun das gesamte Paket auch auf seinen Technics genießen.
Aber was macht Tribute eigentlich so besonders?
Zuerst einmal läuten beide Produzenten im Wechel jeweils einen eigenen Beat ein, was dem Ganzen eine hohe Dynamik und viel Abwechslung beschert. Dann sind es natürlich die Beats selber die mit tollen Funk, Soul & Hip Hop Samples ausgestattet sind. Und dann ist da noch ein nicht unwesentlicher Ohrwurmfaktor der sich natürlich dadurch zeigt das man gerne auch ein zweites oder auch drittes Mal die Nadel ganz außen ansetzt.
In diesem Zusammenhang sei auch mal Onra’s 2007er Album Chinoiseries erwähnt, das ich sogar noch einen Tick besser finde.

Tribute erschien Anfang November als 2×12″ auf Project:Mooncircle bzw. hhv.de. Der CD-Release von 2006 erschien bei Bo Bun Records. Chinoiseries von Onra ist bei hhv.de auch wieder In Stock.

Tracklist:
A1 Settle Back (Intro)
A2 Ready
A3 In My Place
A4 On A Sunny Day
A5 Far From Here
A6 Dans Mons Bus
A7 Gotta Have It
A8 About You (Interlude)
A9 You Don’t Have To Go
B10 Kofi
B11 Let Me Know
B12 Misunderstood
B13 Ya Fohi (Interlude)
B14 Arts And Policy
B15 Music Machine
B16 Por La Calle (Interlude)
B17 Brenton’s Revenge
B18 Feelin‘ Blue
C19 47,6%
C20 Stop (Walk On By)
C21 Dirty Roots (Interlude)
C22 Wait
C23 Come Back I Don’t Love You
C24 This Is How I Feel Right Now
C25 Alright
C26 What’s That ?!? (Interlude)
C27 Caramel Dream
D28 Traces (Interlude)
D29 Give Something
D30 Don’t
D31 Tranqu’ile (Herbe Et Fruits)
D32 C’est Pour Toi
D33 Viva La Tristeza
D34 Sorry
D35 Managua’s Brother (Outro)

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