Boog Brown / Apollo Brown – Brown Study
Posted on 5 April 2012 | 1 response
Es gibt Dinge die ich nie verstehen werde. Warum hat schlechtes Fernsehen Erfolg, warum gibt es die FDP noch und warum verdammt nochmal werden die Gräben zwischen CD- und Vinyl-Veröffentlichung von Jahr zu Jahr größer.
Zwischen Brown Study als Silberling und Brown Study auf lecker Plastik liegen anderthalb Jahre. Ist das nicht ne bodenlosen Frechheit?
Trotz meines letztjährigen Apollo Brown Wahn nahm ich nur geringe Notitz vom 2010er Album Brown Study. Was natürlich damit zu erklären ist das mich CD’s einen Scheiß interessieren. Außerdem versetzt es meiner Seele noch einen zusätzlichen Stich das ein Plattenrelease in nicht festzulegender Ferne liegt. Nein, das möchte ich nicht!
Aber egal, jetzt ist es endlich da. Apollo Brown’s Zusammenarbeit mit der noch wenig bekannten Rapperin Boog Brown.
Natürlich lässt der Producer aus Detroit seine ultrakrossen Funksamples auf seine noch krosseren Schnalz-Sneares los. Eine Vermengung die sich in Verbindung mit Boog Brown’s prima Stimme äußerst gut verträgt. Natürlich haben’s Frauen bei mir was Rap angeht etwas einfacher (Achtung: jetzt wirds voll sexistisch!) aufgrund des immer noch stark anhaftenden Exotik-Faktors.
Aber mal völlig ohne Polemik: Dieses Album ist durchweg gelungen und meine Erkenntnis das ich bis an mein Lebensende Apollo Brown Platten kaufen werde wächst stetig. Entschuldigung aber ich liebe ihn!
Brown Study enthält 12 Tracks und erschien in braun-marmoriertem Vinyl als Einzel-LP auf Mello Music. Wo auch sonst…
Tracklist:
A1 Marinate
A2 Master Plan
A3 Friction
A4 Just Be
A5 My Love
A6 Friends Like These
B1 Carpe Diem
B2 Shine
B3 Blink
B4 Play The Game
B5 U.P.S.
B6 Understanding
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Aphroe – 90
Posted on 5 April 2012 | 2 responses
Der Incoming Ordner platzt und ich spiele hier Super Nintendo, nene. Und war da nächste Woche nicht irgend so ne Prüfung? Ach was, bestimmt nur geträumt.
Wo fangen wir denn an? Ah hier, dieser Rapper da aus Bochum.
Eigentlich heißt Aphroe Karsten Stieneke und sieht ein wenig aus wie der junge Russel Crowe. Wie viele von uns ist er den 90ern stark verbunden und hat dort einfach musikalisch am meisten aufgesaugt.
Sein erstes Album 90 ist deswegen auch ein vornehmlich konzeptionelles Werk geworden. Sämtliche Beats stammen von mehr oder weniger bekannten Hip Hop Tracks, was natürlich schon mal mehr als die halbe Miete ist und kaum eine Gefahr für die Gesamtqualität sein müsste. Denn selbstverständlich muss Aphroe raptechnisch auch was bieten können, was größtenteils auch gelingt. Zwar sind mir manche Passagen etwas holperig und ungelenk gezimmert, im Großen und Ganzen aber empfand ich die Platte aber als eine sehr smoothe und leichtfüßige Angelegenheit.
Classic-Beats minus okayer Flow = ausreichend Spaß. Is jut!
90 enthält 10 Tracks und erschien am 28. März als Einzel-LP auf Melting Pot Music.
Tracklist:
A1 Experten
A2 Zeit Ist Knapp
A3 Denkzettel
A4 Wer Hält Das Wort
A5 Kompletter MC
B1 Rap Pestilenz
B2 T.R.E.U. (Sei Dir Gewiss…)
B3 Der Beste Wird Gehen
B4 Suchtkrank
B5 Steh Auf Und Handel
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8tracks: März 2012
Posted on 2 April 2012 | No responses
Ein sehr ausgeglichener Monat: Pop Gören, Hip Hop Schlächter und Producer deren Fans ihre Idole für Gott halten.
Viel Spass!
Francis Harris – Leland
Posted on 30 März 2012 | No responses
Meine liebste Phrase von Musik-Journalisten ist ja die der „Neuerfindung des Rades“. Ob im positiven oder negativen sei mal dahin gestellt.
Wahrscheinlich fallen diese Worte im Zusammenhang mit Francis „Adultnapper“ Harris‚ erstem Album ebenfalls häufiger.
Aber wie oft wird bei House bitte das Rad neu erfunden? Alle 10 Jahre vielleicht? Seht ihr!
11 recht unterschiedliche Tracks sind auf Leland zu finden, die noch nicht einmal alle in eine Schublade passen würden. Wäre auch schade gewesen, denn Harris gilt als ein sehr sorgfältiger Produzent dessen Fähigkeiten weit über der Norm liegen.
Bei 3 Tracks lässt er die besonders szenepräsente Gry ran, die gefühlt auf jeder 5. Deep House/Downtempo Platte zu hören ist.
Ansonsten ist Leland sehr Jazz-affin, minimalistisch und sympathisch träge. Langsamkeit ohne die Cosmic-Karte auszuspielen, das gab es schon länger nicht mehr im Tanzbereich.
Eine gute Platte die es sich gerne schon mal in den höheren Regalrängen bequem machen darf.
Leland erschien am 22. März als 3×12″ (inkl. Mp3-Code) auf Scissor & Thread.
Tracklist:
A1 Plays I Play (7:34)
A2 Pensum (7:00)
B1 Lostfound (7:36)
B2 Living Lips (6:02)
C1 Of The Field (8:28)
C2 Mcleod (2:47)
D1 Pharoah In The Morning (6:16)
D2 Whether It Was (6:11)
E1 Picture Us (9:55)
F1 Close Air (8:02)
F2 Leland (6:29)
Release @ Discogs
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Planet Asia – Black Belt Theatre
Posted on 29 März 2012 | No responses
Gleiche Stelle – gleiche Welle! Donnerstag ist Bumsmodel-Tag.
Aber natürlich spielen baldige Prüfungen, unzählige Geburtstagsfeiern und meine neue Lesewut auch eine gewisse Rolle.
Aber dann stieß ich zum Glück auf Planet Asia’s neues Album.
Jason Green gilt eigentlich als der Featuring-Artist schlechthin. Kennen tu ich ihn eigentlich schon seit My Vinyl Weights A Ton und über den Weg lief er mir immer wieder mal. Bei Kan Kick, bei Talib Kweli, bei Strong Arm Steady. Dabei ist der Mann durchaus ein eigenständiger Künstler mit einer strammen Diskographie. Das 7. Album Black Belt Theatre kam diese Woche in die Läden.
Schon bei den ersten 40 Sekunden-Snipptes war ich verliebt. Die Beats sind frisch und simpel auf den Punkt, die Rap-Parts wunderbar eingeteilt. Der große Haufen an Gast-MC’s tut sein übriges. Natürlich kann ein kritischer Hip Hop Fan der Platte vorwerfen altbacken, simpel und vielleicht auch ein bisschen unstrukturiert gestrickt zu sein. Ich allerdings hatte meinen Spass, einen wippenden Fuß und eine saubere Bude. Hausarbeits-Hip Hop…gibt’s sowas?
Jedenfalls danke dafür!
Black Belt Theatre enthält satte 20 Tracks und erschien diese Woche als 2×12″ auf Wandering Worx Music.
Tracklist:
A1 Lost And Found
A2 Grown Folks Talkin‘
A3 Tell The Wold
A4 All Mine
A5 No Apologies
B1 Fuck Rappers
B2 Diamond Life
B3 Furniture
B4 Mach One
B5 Daggers And Darts
C1 Bruce Lee
C2 Golden State
C3 Coons
C4 The Line Of Fire
C5 Big Fish
D1 External Motives
D2 Classical
D3 Stay Ready
D4 Whirlwind Patterns
D5 Dogon Outro
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Lee Bannon – Fantastic Plastic
Posted on 22 März 2012 | No responses
Und während die Herzallerliebste Germany’s Next Bumsmodel guckt, nutze ich einfach mal die Gelegenheit unser Hip Hop Lager in ein besseres Licht zu rücken. Schluss mit dem Schnucki-Putzi Indierock. Hier kommt n‘ ganz krasser Bastard.
Der 24jährige Lee Bannon aus Sacramento hat es innerhalb von wenigen Tagen geschafft mich von einem völlig von Gitarren eingelullten Hemdträger, zurück zu verwandeln in den sich im Dreck suhlenden Hip Hop Hipster der ich letztes Jahr noch war.
Aber wie kam das? Wie hat dieser hinterlistige kleine Schmutzfink Bannon das nur geschafft? Ja genau so. Er griff in den weich gewordenen Torf, zog einen stinkenden Klumpen Erde heraus und wuchtete ihn direkt auf seine Rappelkiste.
Mit anderen Worten: Bannon schmückt seine knappen Tracks nicht mit netten, lauschigen Jazz Samples oder sonstigen Plüsch. Er fuhr mit dem Fahrstuhl des Grauens nach ganz tief unten ins Plug Research Label-Zentrum, knallte sein Demotape auf den Tisch und sagte: „Hier ist mein Album. Es heißt Plastic Fantastic, released es, jetzt!
Mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Man muss es selber gehört haben. Aber wenn ihr Madlib UND Flying Lotus mögt seid ihr hier richtig…ihr versteht, oder?
Plastic Fantastic erschien als Einzel-LP am 20. März auf Plug Research. Der CD-Release erfolgte bereits im Februar.
Tracklist:
A1 Fantastic Plastic
A2 Peaces
A3 Phone Drone
A4 Grey
A5 Search & Destroy
A6 PG&E
B1 In Color
B2 Shout Out To Bannon (In Color)
B3 Lord Gnarlon
B4 Plastic Man
B5 Space Glide
B6 The Things
B7 The Noise In Color
B8 A Fantastic Good Bye
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Soko – I Thought I Was An Alien
Posted on 17 März 2012 | No responses
Eigentlich hatte ich ja vor vom Balkon aus zu bloggen, äber ähm…naja, Frühling schon vorbei?
Whatfuckingever!
Aber alle Depressionen der letzten Wochen sind nun mit nem dicken Lappen weggewischt worden. Verantwortlich dafür ist ein blutjunges französisches Punkgör die laut meinem Empfinden aus dem Gar Nix kam. So ganz stimmt das aber nicht.
Denn Stéphanie Sokolinski alias Soko hatte 2007 mit dem Self-Release I’ll Kill Her einen Mini-Hit und kratze wohl auch schon an so mancher Radiostation. Dann allerdings wurde ihr das zu viel, machte 4 Jahre lang erstmal gar nix, um plötzlich als wäre nichts passiert ihr Debütalbum auf nem Warner-Ableger abzuliefern. Krass, oder?
Krass ist auch was Soko auf I Thought I Was An Alien alles kann. Bei I Just Want To Make It New With You gibt sie das gelangweilte Electrobeat-Mädel, We Might Be Dead By Tomorrow schmücken folkloristische Streicher und bei Don’t You Touch Me legt sie geschickte Rock-Finten. Überhaupt ist es bemerkenswert wie wandlungsfähig Soko’s stimmliche Qualitäten sind. Sie ist fröhlich, sie ist verletzt, sie ist wütend, sie ist sarkastisch, sie IST die Platte!
Der größte Moment ist bei Treat Your Woman Right erreicht, einer herzzerreißenden Akustikballade, wo sich ihre Stimme vor Zerbrechlichkeit fast schon überschlägt und man um ihre Fassung fürchtet. Das ist ganz derbes Kino!
Unglaublich gutes Album. Unglaublich. Un-glaub-lich!
I Thought I Was An Alien erschien diese Woche als Einzel-LP (inklusive CD) auf Because Music.
Die Songs in kompletter Länger kann man sich auch über deren SoundCloud Account anhören.
Tracklist:
A1 I Just Want To Make It New With You 2:21
A2 I Thought I Was An Alien 2:18
A3 People Always Look Better In The Sun 2:18
A4 We Might Be Dead By Tomorrow 2:41
A5 No More Home, No More Love 2:36
A6 For Marlon 3:23
A7 First Love Never Die 4:22
A8 Treat Your Woman Right 4:19
B1 How Are You 3:45
B2 Don’t You Touch Me 3:23
B3 Destruction Of The Disgusting Ugly Hate 3:55
B4 Happy Hippie Birthday 4:01
B5 I’ve Been Alone Too Long 4:44
B6 Why Don’t You Eat Me Now You Can 1:28
B7 You Have A Power On Me 2:49
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