Oddisee – People Hear What They See
Posted on 17 Juni 2012 | No responses
Über die klaffende Zeitspanne von MP3, CD und Vinyl-Release habe ich mich ja schon oft aufgeregt. Ganz vorn dabei: Mello Music, das wahrscheinlich beste Hip Hop Label der Neuzeit.
Zum Glück muss man beim neuen Oddisee Album nicht Jahre warten, wie kürzlich bei Brown Study, sondern „nur“ 5 Wochen. Ja Mensch, geht doch!
Dieser Oddisse versetzt mich von Platte zu Platte immer mehr in Erstaunen. Mit Instrumental Perlen wie Rock Creek Park oder Odd Seasons eroberte er im letzten Jahr mein Herz. Und nun stell ich fest das dieser Mann auch verdammt gut rappen kann. Ein rappender Multi-Instrumentalist und Vollblut-Produzent. Wie Madlib, nur weniger bekloppt.
Sein neues 13 Tracks starkes Album People Hear What They See dürfte ihn selber noch ein ganzes Stück weit nach vorne katapultieren. Sein Flow ist präzise, variantenreich und besticht stellenweise mit beeindruckendem Tempo. So schlottern einem beim Opener Ready To Rock ab 2:15 ganz schön die Öhrchen bei solch einem Schwall an Worten. Was folgt sind bemerkenswerte Sample-Ausflüge zu Motown Soul, Jazz-Funk und treffsicheren Hits. Schwächen gibt es hier nicht. Oddisee hält die Fahne bis zum Schluss hoch und am Ende darf grinsend Repeat gedrückt werden. Sichere Top 5 Platzierung in den Jahrescharts.
People Hear What They See erscheint als 2×12″ (inklusive Bonus 7″) am 11. Juli auf Mello Music. Der CD Release erfolgt am 22. Juni. Auf Bandcamp darf man den Tracks bereits seit dem 5 Juni lauschen.
Tracklist:
A1 Ready To Rock
A2 Do It All
A3 That Real
B1 Let It Go
B2 American Greed
B3 The Need Superficial
C1 Way In Way Out
C2 Thinking Maybes
C3 Anothers Grind
D1 Set You Free
D2 Think Of Things
D3 You Know Who You Are
Release @ Discogs
Release @ Files Tube
Preorder @ hhv.de
Kenny Larkin – Classics Mix (1998)
Posted on 16 Juni 2012 | 1 response
Gerade bei SoundCloud nen schönen Mix von Kenny Larkin entdeckt, den der Meister vor wenigen Stunden selber hochgeladen hat. Das Ganze ist gespickt mit unvergessenen Klassikern von Maurizio, über DJ Sneak bis hin zu Robert Hood. Aus einer Zeit als es noch egal war ob man Techno oder House auflegte. Gewummert hat’s immer!
Vielleicht können einige Tracks ja noch identifiziert werden. Bin noch nicht auf alles gekommen…
The Tallest Man On Earth – There’s No Leaving Now
Posted on 14 Juni 2012 | No responses
Erst kommt Nadler wieder, dann Matsson. Ist ja wie Weihnachten im Frühsommer.
Endlich ist er zurück. Der größte Mensch der Welt, mit seinem 3. Studioalbum. 2 Jahre nach The Wild Hunt, dem Nachfolger des grandiosen Debüt’s Shallow Grave, kommt nun mit There’s No Leaving Now die lang ersehnte Antwort auf die Frage ob The Tallest Man On Earth der süßen Frucht Pop widerstehen kann. Er kann! Puh.
Dennoch gibt es Momente die weitaus mehr Elemente um die schönste Krächz-Stimme aller Zeiten bauen, wie zum Beispiel bei Revelation Blues, wo mit einem Streichereinsatz am Schluß die Gänsehaut garantiert ist.
Aber das sind eher die Ausnahmen. Kristian Matsson zeigt sich einer möglichen Veränderung gegenüber völlig unbeeindruckt und verlässt sich bei den meisten Songs auf das Wesentliche. Viele Tracks hätten in ihrer klassischen und leicht rohen Machart auch auf Shallow Grave erscheinen können. Wie das temporeiche Wind And Walls oder die wundervoll karge Ballade On Every Page.
Schwer zu sagen in welcher Relation die neue Platte gemeinsam mit den Vorgängeralben steht, aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist alles (alles!) gleich mitreißend. Entschuldigung Herr Matsson, aber ich liebe Sie!
There’s No Leaving Now erschien als Einzel-LP (inklusive Download-Code) am 12. Juni auf Dead Oceans.
Tracklist:
A1 To Just Grow Away
A2 Revelation Blues
A3 Leading Me Now
A4 1904
A5 Bright Lanterns
B1 There’s No Leaving Now
B2 Wind And Walls
B3 Little Brother
B4 Criminals
B5 On Every Page
Release @ Discogs
Release @ FilesTube
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Débruit – From The Horizon
Posted on 13 Juni 2012 | No responses
Gestern noch nett bei Blockhead geschunkelt, heute schon wieder den Mächten des Wahnsinn’s verfallen.
Überraschend aus dem Hinterhalt erreicht mich das erste richtige Langspieler Album des Franzosen Debruit. Nach ein paar EP’s und viel Liveaktivität, steht seine doppelt schicke Vinyl seit letzter Woche in den Läden.
Wo andere sich bei Downtempo & Breakbeat noch auf der sicheren Seite bewegen und in der Kategorie Gemütlichkeit punkten, räumt der Franzose Xavier Thomas mit Debruit genüsslich den Frühstückstisch im Chill Out Room ab. Seine hochkomplexen Konstrukte orientieren sich auf From The Horizon weniger am rein Abstrakten sondern suchen eher ein Mischverhältnis von subversiven Beats und halsbrecherischen Samplefiguren.
Mal peitscht ein Schrei, mal trommelt’s psychodelisch afrikanisch und mal zersetzt eine höllisch rockende Synthline ganze Tracksegmente. Dabei verliert Debruit nie die Absicht rocken zu wollen aus den Augen. Und das tut die Platte an sich sowieso ganz gut: Rocken! Höllisch!
Ganz großes Tennis. Mit völlig kaputten Schlägern.
From The Horizon erschien am 4. Juni als 2×12″ (inklusive Download Code) in goldenen Vinyl auf Civil Music.
Tracklist:
A1 Cri
A2 Ata
A3 Cuivrée
B1 Afro-Booty Musique
B2 Ogene Udu
B3 Frère
C1 Zef
C2 Mega Wagna
C3 Ouest Wind’s Seagulls
C4 Akoula
D1 Rêve Du Niger
D2 Marabout
D3 The Day I Lost My Funk
Release @ Discogs
Release @ FilesTube
Buy it on vinyl!
Blockhead – Interludes After Midnight
Posted on 12 Juni 2012 | No responses
Schön das ich nochmal nachgehakt habe. Ich hätte fast das vierte Blockhead Album links liegen lassen. Nur weil ich beim Hören der ersten Snippests noch etwas distanziert und skeptisch war. So nach dem Motto: Hm, klingt ja wie immer, och nö…
Falsch gehört!
2 Jahre nach The Music Scene, das Album welches für den Umschwung meines Hörverhaltens mitverantwortlich war, kam nun mit Interludes After Midnight ein 12 Track starker Nachfolger in die Stores.
Meine Skepsis begründete sich mit dem Einknicken von The Music Scene in Hälfte zwei. Von einer mangelnden Konstante ist auf Interludes After Midnight aber nichts mehr zu spüren. Vielmehr nähert sich Blockhead an seine Anfangszeit heran, ohne das er auch nur ansatzweise versucht ein zweites Music By Cavelight zu schaffen. Das war klug, weil dies sowieso nicht zu schaffen wäre.
Die Kehrtwende macht Interludes After Midnight indem es sich nur auf das Wesentliche und auf die Stärken seines Produzenten besinnt. Ein großer, unüberschaubarer Haufen Samples pflügt sich um die simplen aber effektiven Slowbeats, die sich nie zu komplex geben, aber dennoch ihrem Anspruch gerecht werden und den Hören direkt catchen. Jeder Track verläuft völlig anders und setzt sich jedes mal ganz neu zusammen. Diese Mischung aus einer gewissen Unvorhersehbarkeit der Sampleabfolge und dem bewussten Spiel mit Spät-90er Attitüde machen die LP zu einer perfekten Kaufempfehlung für alle die sich zur Downtempo Hochzeit zurücksehnen.
Interludes After Midnight erschien Ende April als 2×12″ auf Ninja Tune. Ausserdem gibt es eine Edition mit einer 7″inch oben drauf die 2 weitere Tracks enthält.
Tracklist:
A1 Never Forget Your Token
A2 Creeps Crunchin‘
A3 Panic In Funkytown
B1 Hungover Like Woah
B2 Meet You At Tower Records
B3 Escape The Meadow
C1 Smoke Signals
C2 Tools Of The Industry
C3 Midnight Blue
D1 Snapping Point
D2 Beyond Reach
D3 The Robin Byrd Era
7″-only:
– Carbon Dated
– Second Wind
Release @ Discogs
Release @ FilesTube
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VA – Closed Expansion
Posted on 7 Juni 2012 | 2 responses
Gut, Katze zur Linken, Gaffel zur Rechten. Alles fein flauschig hier!
Wenn nach der wirklich hartnäckigen ESC-Saison der letzte Rest an Schlager-Schlacke aus dem Gehörgang entfernt wurde, merkt man das spätestens nachdem man zu den wirklich dreckigen Sachen greift. Instrumental Beatz haben mich zurück, juhu!
An der überfälligen Wende beteiligten sich auch zwei Plattenlabels mitsamt einer kooperativ erarbeiteten 16-Track Compilation.
Zum einen Cascade Records aus Paris, zum anderen Resistant Mindz aus Leipzig. Heraus kam mit Closed Expansion eine beispiellose Zusammenstellung an modernen und unkonventionellen Hip Hop und Downbeat Tracks. Ob völlig instrumental, zutiefst abstrakt oder mit subversiven Rap Parts versehen, diese Scheibe überzeugt in jeglicher Hinsicht. Die Beats schaufeln nur so förmlich den Sand aus dem verrosteten Getriebe der temporär verhärteten Genres. Ein wirkliches Highlight erwartet hier alle Freunde von basslastiger Andersartigkeit. Vielleicht bisher die beste Platte 2012…huch!
Closed Expansion erschien als 2×12″ am 5. Mai parallel auf Cascade Records und Resistant Mindz. Digital gibt es den Release via Bandcamp zu beziehen.
Tracklist:
A1 Fitzambro$e – Gamezyokt
A2 Duktus – Cause Life
A3 Repeat Pattern feat. El Stoof – Paper Animal Fire
A4 ReedFlavor – Solar Flash
B1 2skinnyblkguys – Blistex
B2 RLP – Foncanoids
B3 Chris Medleigh – No Antidote
B4 AL_PD – Guild
C1 Gosip Klobucar feat. Front2Blaq – Clash of Individualists
C2 FantastikClick&Sport G – 3Stars
C3 Dyze – Aerial Glow
C4 Ichiro – Kumari
D1 Ackryte – Filmstrip
D2 Mr.Beef – Peaceful Warrior
D3 Broke – Over
D4 Dnte – Watching U
Release @ Discogs
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Session Vicitm – The Haunted House Of House
Posted on 6 Juni 2012 | No responses
Schön ist es wenn an den Konsumenten an sich gedacht wird. Oder an den Fan an sich. Der Konsument holt sich vielleicht nicht unbedingt jede Platte mit nur einem guten Track drauf. Der Fan schon eher, er ist rücksichtsloser und engstirniger anzusiedeln. Und wenn sich beide beim Plattenladen um die Ecke zufällig über den Weg laufen und dann vor der Theke feststellen das sie beide das neue Session Victim Album in den Händen halten ist doch eh alles in Butter.
Ich habe es schon immer für gut befunden EP’s die als eine Serie gedacht sind, später als Abschluss im Paket zu veröffentlichen. Was habe ich mich vor vielen Jahren um die Zusammenfassung der Herbert-Parts auf Phono gefreut. So etwas hätte ich auch gerne mit allen Studio 1 oder Freiland Platten. Herr Voigt was sagen sie dazu?
Aber zurück zu den neuen Helden deutscher Housemusic. Hauke Freer und Matthias Reiling releasten seit 2008 gemeinsam unter ihrem Projekt Session Victim zahlreiche Maxis für Labels wie Real Soon oder Retreat. Mit ihrer Triologie The Haunted House Of House, die auf dem britischen Label Delusions Of Grandeur erschien, manifestierten sie ihre derzeitig recht respektable (Lauer-)stellung im Radar der 118 BPM Fraktion.
Nun gibt es nach dem abschließenden 3. Teil auch das Komplettpaket mit allen Maxis als 11-Track LP zu kaufen.
Das wirklich hervorstechendste an dem typischen Session Victim Sound ist seine unaufgeregte Souveränität. Ein Track des Duo’s ist in keinster Weise auf den Effekt der Ekstase erpicht. Vielmehr ist man an der klassischen Herangehensweise eines Housetracks interessiert. Ob es da mal etwas deeper, Disco-elitärer oder auch progressiver werden kann, Session Victim Tracks sind immer mit einer kopfnickenden Präsenz versehen. DJ-freundlich im Aufbau, angenehm überschaubar im Verlauf. House wie ich ihn schon immer ab spannendsten fand.
The Haunted House Of House erschien als 3×12″ (inklusive Poster!) am 22. Mai auf Delusions Of Grandeur. Allerdings ist das Ganze auf nur 500 Stück limitiert. Tempo ist geboten!
Tracklist:
A1 The Haunted House
A2 Alpine Glow
B1 Dark Sienna
B2 Flying Visit
C1 Cow Palace
C2 Bison
D1 Push Comes To Shove
D2 F.I.N.E.
E1 Zoinks
E2 Good Intentions (Album Mix)
F1 Light Scent Of Decay
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!










