Acid Pauli – mst

Posted on 6 Juli 2012 | No responses

Na, auch Angst vor dem Sommerloch?
Noch bevor sich unsere Autobahnen in Blechschlangen verwandeln, wird von musikindustrieller Seite aus wirklich alles rausgekloppt was nicht in der Ferienzeit liegen bleiben darf. Deswegen muss ich auch noch schnell alle gespeicherten Blogentwürfe posten. Bevor’s keinen mehr interessiert.
Aber folgende Platte empfinde ich sowieso eher als ungehypet. Warum eigentlich?

Es gibt nichts was der Münchener Martin Gretschmann noch nicht ausprobiert hat. Als Teil der elektronisch angehauchten Indierock Band The Notwist eroberte er die Herzen der seitengescheitelten Spexleser-Fraktion, unter Console schnupperte er mit dem Überhit 14 Zero Zero Ende der 90er in die Charts hinein und mit seinem Acid Pauli Projekt beglückt er seit vielen Jahren schon die 4/4 Floors dieser Welt.
Nach einer großen Bandbreite an Acid Pauli Maxis auf Disko B und seinem eigenen Label Smaul, gibt es nun auch einen ganzen Langspieler mit 9 sehr unterschiedlichen Tracks.
Dabei verlässt Gretschmann bewusst die Tanzsektoren um sich der Albumlänge entsprechend auf einen experimentierfreudigeren Pfad zu begeben.
So wird mst zu Gretschmann’s Spielwiese, wo viele Dinge ausprobiert und kombiniert werden können. Zum Einen lässt er Beats über Harfen- und Pianoloops stolpern, zum Anderen gerade Kicks langsam um Jazzfetzen schunkeln. Alle Tracks werden getragen von einer ausgesprochen atmosphärischen Größe. Von dunkel und unbehaglich bis hin zu warm und freudestrahlend. Der Sound von Acid Pauli scheint auf mst einen wirklich bemerkenswerten Reifeprozess hinzulegen und würde sich im Plattenregal zwischen Desolate und Kollektiv Turmstrasse sicherlich sehr gut machen. Geheimtip, immer noch!

mst erschien Mitte Juni als Einzel-LP auf Nicolas Jaar’s Label Clowns & Sunset.

Tracklist:
A1 Open
A2 A Clone Is a Clone
A3 Palomitastep
A4 Equation of Time
A5 (La Voz) tan Tierna
B1 Requiem for a Loop
B2 Mutron Melody
B3 Eulogy to Eunice
B4 Close

Release @ Discogs
Buy it on vinyl!


8tracks: Juni 2012

Posted on 2 Juli 2012 | No responses

Wenn ich richtig Vollgas gegeben hätte, wären letzten Monat noch zwei weitere LP’s hinzu gekommen. Aber auch so war der Juni eines der qualitativ hochwertigsten Monate überhaupt.
Hip Hop ist plötzlich wieder da, die Folk-Front schickt meine absoluten Genre-Lieblinge ins Rennen und House, ja House hat mich auch irgendwie zurück. Wie im Märchen.

Tobi @ 8tracks


Ian Pooley – June July 2012

Posted on 29 Juni 2012 | No responses

Guten Morgen!
Tränen trocknen funktioniert ja bekanntermaßen am besten mit Musik. Deswegen gibt es jetzt meinen Mitt-90er Schutzpatron Ian Pooley und dem neuesten Teil seiner monatlichen Mixreihe auf Soundcloud. Deeper und unaufgeregter Sound zum Runterkommen. Hach, das tut gut!


Para One – Passion

Posted on 25 Juni 2012 | No responses

Am meisten kann man mich ja mit Vielseitigkeit beeindrucken. DJ’s die auf Stilbrüche pfeiffen und Produzenten deren Potential über ihr Stammgenre hinaus geht, strömen einfach eine unglaubliche Faszination aus. So fern natürlich auch unterm Strich die eigentliche Qualität der Musik nicht zu kurz kommt. Denn Originalität heißt nicht immer gleich das man am Schluss mit dem gehörten auch zufrieden ist.
Doch über mangelnde Zufriedenheit nach dem (wiederholten) Abspielen folgender Platte kann ich eigentlich nicht klagen.

Der Franzose Jean-Baptiste de Laubier, zählt mit seinem Projekt Para One zu den fleißigsten Elektronik Produzenten der 00er Jahre. Auf Albumlänge allerdings, gibt es Laubier eher selten zu bewundern. Sein kürzlich erschienener 12-Tracker Passion ist sein dritter Langspieler. Der Erste seit 5 Jahren.
Was beim Hören der Platte ganz klar ins Gewicht fällt ist eine Art Compilation Faktor. Jeder Track gibt eine völlig andere Stimmung wieder und verlagert sich jedes Mal in eine andere Stilrichtung. Das ist in so fern bemerkenswert da auch die Herangehensweise immer hoch individuell erscheint. Da rauscht einem erst eine zutiefst dronige Fläche um die Ohrmuschel (Ice Cold) um dann mit einem nervös zuckenden IDM Track (Wake Me Up) die erste Spur zu legen wie es denn weiter gehen könnte. Solch irritierende Momente sind auf Passion wild gestreut. Hier lauern High-NRG Zitate (Every Little Thing, When The Night) genauso wie verpeilter Electro mit vielen Bleeps (Sigmund) und nicht tot zu bekommende UK Garage Anleihen (Lean On Me).
Ich kann mir durchaus vorstellen das da der ein oder andere wegen Reizüberflutung die Schleusen dicht macht. Wer sich allerdings darauf einlässt und den gewagten Ausflügen des Autors folgen kann, ist hier herzlich zum Reinhören eingeladen.

Passion erschien als Einzel-LP + CD am 21. Juni auf Marble.

Tracklist:
A1 Ice Cold (1:47)
A2 Wake Me Up (3:17)
A3 Every Little Thing (4:09)
A4 Vibrations Followed By Poisoned Apples (Interlude) (5:31)
A5 When The Night (4:18)
A6 Sigmund (3:32)
B1 Love Ave (2:46)
B2 You (3:57)
B3 Albatros (4:20)
B4 Lean On Me (4:30)
B5 The Talking Drums (4:12)
B6 Empire (3:26)

Release @ Discogs
Release @ FilesTube
Buy it on vinyl!


Auf die 12″ (9)

Posted on 24 Juni 2012 | No responses

Das der Juni ein verdammt guter Monat ist, merkt man nicht nur an den Langspielern, sondern auch den den Maxi-Releasen. Freut euch auf eine bunte Auswahl höchst fröhlicher Scheiben.
———-

Ben Sun – Love Momentum EP (Delusions Of Grandeur 26)

Benjamin Sun scheint ein netter Kerl mit einer durchaus lustigen Frisur zu sein. Davon mal abgesehen zitiert er sich fröhlich durch die House- und Discowelten. A1 hat mit seiner naiv verklimperten Art irgendwie schon gewonnen. Kann auf dem Floor bestimmt ne Menge.

 

Release @ Discogs
Buy it on vinyl!
—————

Sir Leon Greg ‎– Warehouse Classics 1 (Warehouse Classics France)

Zitate, Zitate, Zitate! Und an die völlig verschwitzten Disco Boys denken! Hier wird weniger editiert und aufbereitet, sondern vielmehr ein überschaubarer Reigen an Samples aus der Klötzchenkiste aneinandergereiht. Das kann den einen oder anderen sicherlich auch mal langweilen, ich mag’s allerdings. Hat was sympathisch amateurhaftes.

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!

————–

Pirahnahead – SXULNRG (Third Ear)

Das liebe ich ja! Schneller, dubigger Housebeat und eine dominante Frauenstimme haucht irgendwelche Schweinereien ins Mikro. Fleißmaus Pirahnahead weiß halt wie’s geht und schunkelt alle Deep House Nerds ins Himmelreich der Einfachheit. Wisster bescheid.

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!
———–

Glenn Underground ‎– The Wilderness (Strictly Jaz Unit)

Auch ihn liebe ich! Glenn Underground (aka GU, aka CVO) gehört für mich zu den größten und wichtigsten Einflüssen meiner musikalischen Wahrnehmung. Auf dieser Platte finden sich zwei seiner raresten Produktionen. Schnelles Zugreifen empfohlen. He’s so fucking deep, baby!

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!

—————-

Alden Tyrell Feat. Mike Dunn ‎– Touch The Sky (Clone Jack For Daze Series)

Den absoluten Hit des Monats hat der Niederländer Martijn Hoogendijk gezimmert. Unter seinem Pseudonym Alden Tyrell lässt er die lockerste Acid House Nummer seit langem vom Stapel. Garniert mit der coolen Chi-Town Sau Mike Dunn kann hier nix mehr schiefgehen. Passt wie angegossen – rockt wie Zitroneneis mit Schokosplittern.

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!

————-

Bareskin – Flow Control EP (Losing Suki 09)

Ein bisschen ungerader wird’s mit Bareskin. Läuft wohl in der Kategorie UK Garage. Schmissige Vocalfetzen, leicht verstolperte Beats und ein gewisser Grad an äh „Ravigkeit“ machen irgendwie Spaß. Unerklärlich gute Platte!

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!
————-

Lord Of The Isles – Futures (Unthank 003)

Bisschen entspannter geht es hier zu. Ein britisches Musikprojekt was sich nur schwer einordnen lässt. Diese durchsichtige 10″ mit ihrer wirklich schicken Hülle beinhaltet ein breites Spektrum an Klängen zwischen Ambient und Detroit Techno. Könnte euch in nem Jahr nen Fuffi kosten. Also besser jetzt zuschlagen!

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!

———–

Jared Wilson – For Professinal DJ Use Only (7777-04)

Jared Wilson ist nicht nur bekannt für völlig beknackte Plattentitel sondern auch für eine hohe Konsequenz in punkto analoger Klangerzeugung. Besonders munden mir die beiden 303 vs. 808 Tracks. Aber irgendwie auch ein bisschen bekloppt der Gute.

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!
————-

Appointment – Reunion (Appointment 006)

Aber was rede ich von Bekloppten. Hier Appointment, DAS sind Bekloppte. Alle vier Tracks wissen zu überzeugen mit ihrem Hang zu völligem Wahnsinn. Mit Kickdrums die einem den Hinterkopf zerfetzen können wenn man zu nah dran geht. Übersteuerter Chi-Town House wie es ihn Mitte der 90er auf Djax up gab. Mike Dearborn, DJ Skull und Woody Mc Bride lassen grüßen. Blutgrätsche of the month!

 
Release @ Discogs
Buy it on vinyl!

———–
Auf die 12″ (1 – 8)


IG Culture ‎– (The Many Districts Of) Soulful Shanghai

Posted on 19 Juni 2012 | No responses

Ein bisschen untergegangen ist ja das neue IG Culture Album. Und um ein Haar hätte ich es fast vergessen hier aufzuführen. Nene, so nicht!

Aber eine wirkliche Erklärung warum diese tolle Platte so wenig Aufmerksamkeit bekommt habe ich auch irgendwie nicht. Ist doch (The Many Districts Of) Soulful Shanghai für mich eines der vielseitigsten Platten der letzten Jahre. Ja, ich wiederhole: Der letzten Jahre!
Hinter IG Culture steckt Ian Grant, der auf eine äusserst breit gefächerte Liste an Produktionen, Rap-Lyrics und Remixen zurück blicken kann. Eigene Alben kommen vom Meister eher selten raus. Soulful Shanghai ist erst sein 4. IG Culture Langspieler.
Aber wie schon erwähnt hat der es in sich.
Auf der 16 Tracks umfassenden LP finden sich unglaublich bemerkenswerte Ausschweifungen in Klanggebiete die ich vorher für kaum möglich hielt. So kann man neben klassischen Hip Hop Tracks (I Can’t Believe It) auch detroit’ischen Deep House (Talkin‘ Bout Mine), relaxten Funk (The Blessed Mizels) und mit dem Schlusstrack The Sankofaz Peace Arkestra völlig ausufernden Free Jazz erleben. Und das beste: Die Qualität leidet unter dieser bunten Mischung am wenigsten.
Eine ausgesprochen großartige Platte.

(The Many Districts Of) Soulful Shanghai erschien am 18. Mai als 2×12″ auf Kindred Spirits.

Tracklist:
A1 I Can’t Believe It
A2 Truth
A3 Core Exit
A4 Talking Bout Mine
B1 Black Renaissance
B2 Futures Back
B3 Take It There
B4 The (Blessed) Mizells
B5 Half Black, Half Japanese
C1 Bluff And Fold (Gamble And Bluff)
C2 Catalog Pieces
C3 The Revolution Will Not Be Tell Lie Vise
C4 Do The Math
D1 Tangible Dream
D2 Outsider (The Lite)
D3 Whats Happening
D4 The Sankofaz Peace Ark-Extra

Release @ Discogs
Buy it on vinyl!


Tobi @ tumblr: Für die kleine Platte zwischendurch

Posted on 19 Juni 2012 | No responses

Für die hier im Blog besprochenen Platten nehme ich mir für das Schreiben der Texte und zusammensuchen der Quellen und Statistiken immer gerne viel Zeit.
Bei Twitter verlinke ich so gut wie täglich neue Platten die mir auf den Online Stores meines Vertrauens über den Weg laufen. Hinzu kommt jetzt auch noch mein eigener Tumblr Blog, auf dem ich neben Plattentips auch Videos, Bandcamp-Releases sonstigen Schnickschnack der mich musikalisch anspricht poste. Quasi für die kleine Platte zwischendurch, für die ich weniger Aufwand betreiben möchte.
Wer darauf Lust hat, ist zum Vorbeikommen eingeladen!

Tobi @ tumblr


« newer postsolder posts »