Quasimoto – Yessir Whatever

Posted on 15 Juni 2013 | No responses

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Gefahr droht. Die Spotify Juni Playlist platzt aus allen Nähten. Entlastung muss her. Posten wir doch einfach mal diesen 4 Wochen alten Entwurf. Platte kommt ja „schon bald“.

Nach einem Monat Mp3 Folter dürfen Vinyl Freunde auch endlich mal mitreden. Madlib verwandelt sich nach 8 Jahren wieder in sein gelbes, Backstein bewaffnetes Plüschmonster mit Heliumstimme. Yeah, good News.
The Unseen war bei Erscheinen 2000 eine völlig neue Form von Hip Hop Hörgewohnheiten. Die maskuline Identifikationsfigur des entweder hoch philosophischen, politischen oder sexistischen MC’s wurde bis zur Schmerzgrenze karikiert. Übrig blieben eine ungreifbare Nerd Puppe und ein Haufen an Seltsamheiten. Hip Hop öffnete sich so vielleicht zum ersten mal einer Art Mainstream Avantgarde. 2005 wurde das mit The Further Adventures Of Lord Quas noch auf ein komplexeres und absurderes Level gehievt. Dann hat Madlib Quasimoto einfach ruhen lassen und andere strange Dinge vollbracht. Das war gut so. Aber nun 8 Jahre später macht es durchaus wieder Sinn seine Stimme auf +16 zu pitchen. Dabei sollte man Yessir Whatever eher als Compilation sehen, als ein Album mit neuem Material. Die Tracks sind eine über die Jahre entstandene Ansammlung an unveröffentlichtem Material bzw. Tracks die nie fertig waren und nun zu einem Endprodukt gemastert wurden. Dies ist als ein gewisser Vorteil den beiden Vorgängerwerken gegenüber zu sehen. Yessir Whatever ist so ein Zwischending. Nicht zu krank, nicht zu gradlinig. Die Dosis von knusprig satten Beats und benebelten Rapzeilen stimmt genau. Man bekommt liebevolle Interludes und vor Samples platzende Breaks mit einer illustren Fülle an erfrischenden Texten serviert. Für Madlib Fans Pflicht – für solche die es werden wollen das ideale Einsteigerwerk.

Yessir Whatever erscheint als 12-Track LP voraussichtlich am 21. Juni bei Stones Throw. Obendrauf gibt es eine Bonus 7″inch mit 2 zusätzlichen Tracks. Auf CD ist das Ganze bereits diese Woche erschienen.

Tracklist:
A1 Broad Factor
A2 Seasons Change
A3 The Front
A4 Youngblood
A5 Astronaut
A6 Planned Attack
B1 Brothers Can’t See Me
B2 Catchin‘ the Vibe
B3 Am I Confused?
B4 Sparkdala
B5 Green Power
B6 LAX to JFK
7″inch:
– Hittin Hooks
– Microphone Mathematics Remix

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Dirty Art Club – Vermillion

Posted on 10 Juni 2013 | No responses

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Eigentlich wäre dieses Duo fast schon in der Langspielplatten Revue geendet. Hey, also nicht das da irgendwelcher Schrott rein kommen würde, nein. Aber so ein bisschen untergegangen wäre das Ganze schon sicher dann. Nene, die Zwei von Dirty Art Club bekommen schön die Aufmerksamkeit die sie verdienen.

Ja, es ist ein Duo aus North Carolina, bestehend aus Madwreck und Matt Cagle. Die beiden produzieren seit rund 2 Jahren gemeinsam recht facettenreiche Beat Entwürfe die sich nicht so recht einordnen lassen. Denn Dirty Art Club sind weitaus mehr als nur Hip Hop Instrumentalisten. Ihre recht knappen Tracks sind für ihre Spielzeit erstaunlich vollgepackt mit allerlei Krimskrams. Ein gutes Beispiel wäre hierfür Track Numero 3 auf ihrem neuen Album Vermillion. Ghost Of The Night Tide hat einen eigentlich recht unspektakulären Beat, der aber auch nur dazu dient die wunderbar herzergreifende Öffnung des Songs ab der Mitte zu begleiten. Ein Meer an zauberhaften Strings fällt hier über den Hörer ein, so schön das man schon fast ein wenig über die 2:52 Spieldauer trauert. Aber das macht eigentlich nicht viel, denn bereits der nächste tragisch-schöne Dirty Art Club Moment wartet schon. Es ist schon bemerkenswert wieviel Schönheit man in so kurzer Zeit transportieren kann, denn nahezu jeder Track auf der Platte hat eine Laufzeit von kaum mehr als zweieinhalb Minuten. Aber wie schon gesagt, mit klassischem Instrumental Hip Hop oder aggressiven Dubstep hat das hier nichts zu tun. Dirty Art Club geht vielmehr einen psychodelischen Weg, der allerdings weniger trippig ist, sondern mehr auf die After Hour nach der durchrauschten Nacht zielt. Eigentlich eine Schande das diese Platte noch keine größere Aufmerksamkeit bekommen hat.

Vermillion erschien als Einzel-LP mit 8 Tracks am 28. Mai auf Phonosaurus Records.

Tracklist:
A1 Hemlock
A2 Sun Burn
A3 Ghost Of The Night Tide
A4 Neon Dreams
B1 Girls In June
B2 The Devil’s Mirror
B3 Evermore
B4 Strange Wolf


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VA – Enjoy The Experience – Homemade Records 1958 – 1992

Posted on 7 Juni 2013 | No responses

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Ja gut, diese Woche über viel zu tun gehabt. Hat man gemerkt, oder? Zumal sich Tante Sonne auch mal hat blicken lassen. Somit musste folgende Platte etwas warten bis ich ihr nach einer Woche Heavy Rotation endlich zu ihrer wohlverdienten Aufmerksamkeit verhelfen konnte.

Aus dem Kuriositätenkabinett des Stones Throw Ablegers Now Again stammt diese knallbunte und schubladenferne Compilation voller Songs von denen noch nie ein Mensch zuvor gehört hat.
Enjoy The Experience umfasst mehr als 20 Tracks fernab eines Major Deals, einer Indie Pressung oder gar eines typischen Geheimtip den man nur vom Hören sagen kennt. Nein, Homemade Records 1958 – 1992 bedeutet wirklich so etwas wie „Platten die nie an die Öffentlichkeit gelangt sind“. Im Guten wie im Schlechten Sinne. Das spielt keine Rolle.
Die Zusammenstellung schert sich dabei nur mäßig um irgend einen roten Faden oder gar ein Konzept. Es ist vielmehr das fassungslose Material ansich was man hier zu Hören bekommt.
Da haben wir zum einen völlig depperte 60s Schlager Songs wie 666, einer Hommage an das Böse, allerdings so schmissig in Szene gesetzt („…the head is full of beer…“) das man völlig verblüfft mit dem Kopf wackelt. Toller, toller Track, leider nur auf der CD-Version erhältlich.
Weitere Gute Laune Garanten sind das Easy Listensing Juwel Inquire Within, das höchst überfrachtete Folk Monster Monkey Bride von der weltbekannten Band 33 1/3 (sic!) oder auch der Todes-Ohrwurm Good Morning Kisses von der völlig verkannten Soul-Legende Michael Farneti.
Weiterhin wäre noch erwähnenswert die seltsame Lo-Fi-Psychodelic-Rock-Techno-Ballade Diska Limba Man oder auch ein liebevolles und völlig desaströs vorgetragenes Elton John Medley aus dem Jahr 1976.
Ihr merkt schon, man muss sich auf diesen wilden, merkwürdigen, bizarren und amateurhaften Trip einlassen. Sonst ist man verloren.
Ich für meinen Teil habe diese Compi richtig lieb gewonnen. Gebt ihr eine Chance. Auf das diese verlorenen Perlen niemals in Vergessenheit geraten. Kauftip!

Enjoy The Experience erschien als Doppel-LP mit 20 Tracks am 29. Mai auf Sinecure Books/Now Again. Die Doppel-CD Version enthält ganze drei Tracks mehr. Bereits seit November 2012 gibt es ein 512 Seiten dickes Buch über die Entstehung der Songs und den Geschichten der Künstler. Diese Edition ist zusätzlich mit einem Download-Code für alle Songs und einer schicken 7″inch obendrauf ausgestattet.

Tracklist:
A1 – The Muzzy Band – How Was It? (Intro)
A2 – The Invaders – Spacing Out
A3 – Carol-Leigh & Hank Midlin – Inquire Within
A4 – Gary Schneider – Cast Your Fate To The Wind & The Breeze & I
A5 – Medico Doktor Vibes – Diska Limba Man
B1 – Michael Farneti – ESP Switch
B2 – 33 1/3 – Monkey Bridge
B3 – Gary Wilson – 6.4 = Make Out
B4 – Silk & Silver – Elton John Medley
B5 – Russ Saul – Just To Say Goodbye
C1 – Jade – Music Slave
C2 – Joe E – Come On Sign
C3 – Ray Harlowe & Gyp Fox – Gettin‘ Keyed
C4 – Arcesia – White Panther
C5 – Boa – Never Come Back
D1 – Stephen David Heitkotter – Cadillac Woman
D2 – Dennis The Fox – Piledriver
D3 – Bob Harrison – Why Don’t You Do Right
D4 – Circuit Rider – Old Time Feeling
D5 – Vinny Roman – Ahh…Music
CD-only:
Cleo McNett – Snap
Ray Torske – 666
Sherry Emata – Heaven On Their Minds

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Baths – Obsidian

Posted on 3 Juni 2013 | No responses

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Jaja, die Rückkehrer. Ein weiterer Kollege der mir 2010 versüßt hat, war der US-Amerikaner Will Wiesenfeld mit seinem Post-IDM/Glitch Projekt Baths. Sein Debüt Cerulean gehörte auch gleichzeitig zu meinen liebsten Platten zu dieser Zeit.
Das 3 Jahre ein guter Zeitraum sind sich gut auf den Nachfolger vorzubereiten zeigt die neue Scheibe Obsidian. Bisher nur digital veröffentlicht, geraten schon die ersten Journalisten und Blogger in nervöse Verzückung. Normalerweise ist das für mich kein Anreiz, aber bei solch einer guten Platte mache ich gerne eine Ausnahme.

Baths hat sich auf Obsidian entscheidend weiterentwickelt und was ich zuvor vermutet habe ist zum Glück nicht eingetreten: Das Wiesenfeld den verkopfteren Weg wählen würde. Nein, verkopft sind auf der LP höchstens die etwas dunklen Textzeilen. Die Musik hingegen ist sogar noch ein Stück weit fröhlicher und frischer geworden als auf Cerulean. Ein sehr gutes Beispiel sei der vermutliche Hit der Platte No Eyes, dessen Grundtenor eigentlich jedem Formatradiohörer sofort gefallen würde. Wiesenfeld singt hier von sehnsüchtigen Schweinereien unterlegt mit einer Downtempo 4/4 Kick und wuchtigen Sneares. Spätestens hier wird klar das der neue Baths Sound nicht nur die Ambition hat tanzbarerer zu sein als zuvor, sondern auch das vermeintliche Ziel hat seine Hörerschicht um ein paar Hunderttausend zu erweitern. Wenn das auf solch kluge und ausgefeilte Art passiert, nur zu! Die Beats sind immer glitschig, komplex und sperrig. Dennoch wird hier ein raffiniertes Gesamtpaket für Hörer abseits von Indie geschnürt. Wenn dann noch nicht einmal Qualität eingebüßt wird, ist das von meiner Seite ein klares Ja. Ja, super!

Obsidian erscheint als Einzel-LP mit 10 Tracks voraussichtlich am 21. Juni auf Anticon. Der Digital Release tümmelt sich im Netz seit Ende Mai. Spotify ist wie immer euer bester Freund.

Tracklist:
1 Worsening
2 Miasma Sky
3 Ironworks
4 Ossuary
5 Incompatible
6 No Eyes
7 Phaedra
8 No Past Lives
9 Earth Death
10 Inter

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Auf die 12″ | Mai 2013

Posted on 1 Juni 2013 | No responses

Tja, ich wünschte ich könnte diese Euphorie von den Langspielplatten zu den Tanzmaxis einfach mal mitnehmen, aber irgendwie komm ich da nicht ganz aus dem Tee. Das meiste was ich in diesem Jahr gekauft habe waren Represses, Reissues und Bootlegs. Ist denn niemand anwesend der mal Verantwortung für 2013 übernehmen möchte?
Was ist mit euch da unten?
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VA – Uncanny Valley 15 (Uncanny Valley)

Vom Dresdener Label Uncanny Valley habe ich mir sogar neulich was geleistet. Die großartige 002 um genau zu sein. 3 Jahre später scheint dort drüben aber noch alles im Lot zu sein. UV releasen immer noch hochwertige Various EP’s, mit Leuten von denen ich noch nie zuvor gehört habe, die aber einen recht guten Job machen. A2 gewinnt btw.

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VA – Wolf EP 18 (Wolf Music)

Wolf Music aus UK ist mir hingegen aber völlig entgangen. Klar, Labelgründung 2010 rum, da war bei mir nicht viel mit House. Auch hier auf der 18 tümmeln sich eher unbekannte Gestalten. Ok, außer Session Victim natürlich. Die kenn ja sogar ich. Ansonsten gut ausgetüftelter Nachwuchs Deep House. B2 gefällt mir mit seiner catchy Piano Hook am besten.

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Amir Alexander/Banfield Audio – Scuzzelbutt!/Between Us (Monochromatic 002)

Ah, Acid! Endlich. Eine wie es aussieht bald sehr teure Split-10inch auf Monochromatic, die auf der A-Side zuverlässig Säure und Sneares verschüttet, und die auf der B-Side detroit’esk deep dahinschunkelt. Sehr sehr nett.


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Brothers Vibe – Re-Bang EP (Jersey Underground)

Ich warte ja immer noch auf den ersten „Wetten dass…“ Kandidaten der die komplette Brothers Vibe Diskographie richtig aufsagen kann. Die gefühlte 553 Maxi von den Rodriguez Brüdern ist draußen, und ich kann ihrem deepen Geklöppel immer wieder etwas neues abgewinnen. Ich mag die Jungs einfach. Die B-Seite ist besonders hypnotisch.

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Cabin Fever – Cabin Fever Trax Vol. 31 (RKDS 031)

Aus wirklich unerklärlichen Gründen habe ich keine einzige verdammte Cabin Fever. Warum nur? Die Matt Edwards Reihe bietet wahrlich alles: Remixe, Edits, Bootlegs, wahnsinnige Mash Up’s und Ideen fernab von Trends. Immer versehen mit einer recht progressiven Note in den Beats. Teil 31 ist vielleicht nicht so gut wie die Vorgänger, aber immer noch geht die Rechnung voll auf. Ich muss mir unbedingt mal bei Zeiten was vom Backstock sichern. So geht’s ja nicht!


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Chicago Damn – Bizarre Sex No 4 EP (Chicago Damn)

So, un aber mal ein paar in die Fratz. Der kaputteste Disco Cut up seit langem bietet das renommierte Chicago Damn Projekt from UK. Ein höchst brutaler Partysmasher der kein Höschen trocken zurücklässt. Das sowas nicht one-sided wurde ist schon fast unverschämt. Ich hätt‘ mich das getraut.

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Quell – Them Crowd Kids LP 1 (Ibadan)

Der Grieche Quell ist ja so ein wenig an meiner Rückkehr zu House mitverantwortlich. Seine Perception EP gehört für mich auf jeden Fall zu den besten Maxis der letzten 4 Jahre. Dieser Ibadan 4-Tracker ist zwar etwas schwächer, dürfte aber jedem Old School Hauser einen kleinen Schubs in der Herzgegend versetzen. Teil 2 gibt es übrigens auch schon.

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Dark Sky – In Brackets (Mister Saturday Night 005)

Diese Magie von Detroit Produktionen ist immer nur sehr schwer zu beschreiben. Doch die neue Scheibe auf dem Anthony Naples Label kommt vom recht populären Briten Dark Sky, dessen Entwürfe immer von einer gewissen Schwermut geprägt sind. Die Hi-Hats auf B1 verdienen den St. Germain Gedächtnis Preis.

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Brawther – GSM’s Life (Balance 15)

Aber sind wir doch mal ehrlich: Am glücklichsten machen uns doch runde Kicks und messerscharfe Chords. Dazu noch ein warm anmutender Bassakkord und fertig ist der 300 Euro teure Brawther Release. Haha…wenns um Geld geht: Balance! Die wissen schon wie man die Wertigkeit steigert. Absolute Killerplatte.

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Delroy Edwards – White Owl (L.I.E.S. 024)

Als Rausschmeisser noch ne schöne, flotte Chi-Town House Platte vom neuen Wunderkind Delroy Edwards. 3 Tracks die einem richtig schön die Magenschleimhaut nach außen kehren. Mit Wumms, Bleep, Metall und allem drum und dran. Liebe ich. Werde ich immer lieben. 1995 für immer und immer!

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Over und Aus.


Langspielplatten Revue | Mai 2013

Posted on 30 Mai 2013 | 1 response

Ein toller Monat, dieser Mai. Neben einem Haufen großartiger Alben addiert sich noch der ESC-Faktor hinzu. So ist für genügend Abwechslung und schräge Qualitätsschwankungen ausreichend gesorgt. Ich fühle mich außerordentlich kulturell angereichert.
Das sind die Platten die noch unbedingt erwähnt werden müssen:
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Eloquent & Wun Two – Jazz Auf Gleich

Ich gebe Ihnen hier mein Ehrenwort – ich wiederhole: Mein Ehrenwort – das ich bis zum heutigen Tag vom Label Sichtexot keinerlei Schmiergelder bekommen habe. Meine Intention deren hochkarätigen Alben zu bewerten, ist allein von meinem Verständnis für guten, deepen und warmen Rapsound geprägt. Auch wenn ich einräumen muss das auf dieser Scheibe auch so mancher Füller zu finden ist, sind es allein die vor Fatness platzenden Beats von Wun Two wert sich diesen Kracher erneut ins Regal zu holen. Überdope.

Jazz auf Gleich erschien als Einzel-LP mit insgesamt 13 Tracks am 7. Mai auf Sichtexot. Wer beim Label direkt bestellte, bekam eine exklusive 7-inch als Bonus dazu.

Tracklist:
A1 Intro mit Flowtec
A2 Was Tun
A3 Bam Bam mit Tufu
A4 Fantastisch I
A5 Kleinod mit Loki
A6 Weird Schon
A7 Banalitäten mit Flowtec
B1 Grenzgänger mit Loki und Tufu
B2 Fantastisch II
B3 Lord Quas
B4 Wackness 101
B5 Zieh Dir Das Rein mit Anthony Drawn
B6 Jazz Auf Gleich
B7 Absurde Ausfälle
B8 Outro

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Ugly Heroes – Ugly Heroes

Jetzt ist es doch leider mal passiert. Mir wurde der Apollo Brown Sound einfach zu viel. Deswegen findet sich der Master der zerhackten Funk-Beats auch in dieser Unterkategorie. Natürlich ist das immer immer immer noch ausreichend um von einer guten Platte zu sprechen. Die Ugly Heroes bieten dafür auch genügend Material an tollen Songs. Die beiden MC’s Verbal Kent und Red Pill gehen klar und natürlich werden alle ihre Wortbeiträge von Browns typischen Kloppern perfekt unterlegt. Aber so nach 2 Jahren intensivster Brown-Analyse würde ich mir jetzt mal langsam eine gewisse Entwicklung herbeiwünschen. Ist das machbar?

Ugly Heroes ist digital bereits via Mello Music erschienen. Der Vinyl Release mit 15 Tracks ist für den 14. Juni geplant. Die Deluxe Edition ist mit einer Bonus 7″ ausgestattet und wird um die 26 Ocken kosten.

Tracklist:
1 The Feeling
2 Desperate
3 Good Things I Die
4 Long Drive Home
5 Hero’s Theme
6 Graves
7 Heart And Soul
8 Take It Or Leave It
9 Never Go
10 Sweet Love
11 God’s Day Off
12 Just Relax
13 This Is Life
14 Impaired Judgement
15 Push


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K-Def – The Exhibit

Moment mal, K-Def? Hatten wir den nicht schon bereits vor 2 Monaten mal? Stimmt, One Man Band gehört sogar für mich bisher zu den besten Platten in diesem Jahr. Bei diesem fix veröffentlichten Nachfolger wird dann auch klar was für ein Typ dieser Kevin Hansford ist. Ein wie von der Fleißmaus gebissener Bastard nämlich, der den ganzen Tag hinter einem Berg Samplern verbringt. The Exhibit ist zwar nicht ganz so ausgefeilt wie One Man Band, dafür aber gibt es mehr als solide Instrumental Kost die sich für einen lazy Sunday geradezu perfekt eignet. Ich mag diesen Kerl und seine lebhaften Hip Hop Entwürfe einfach.

The Exhibit erschien als Einzel-LP mit 15 Tracks am 30. April auf Redefinition Records. Eine auf 500 Stück limitierte Auflage in blau-grünem Vinyl gibt es auch. Bei hhv.de sogar noch In Stock.

Tracklist:
A1 Exhibit 2A
A2 The Fundamentals
A3 Improvs From The Brain
A4 Mind Boggled (Instrumental)
A5 Get Your Mustard (Instrumental)
A6 Relay The Piece (Instrumental)
A7 Lost My Thought Part 1 (Instrumental Intermission)
B1 Stay Thinking About Music (Instrumental)
B2 Belly Pots (Instrumental)
B3 Sitting At The Crib Pondering [Times Change Part 2] (Instrumental)
B4 Chord Tester (Instrumental)
B5 Rock It (Instrumental)
B6 Lost My Thought Part 2 (Instrumental Outro)

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Yatha Bhuta Jazz Combo ‎– Yatha Bhuta Jazz Combo

Wie man Free Jazz mit Hip Hop mischt hat Madlib mit Yesterdays New Quintet ja breits vor über 10 Jahren eindrucksvoll bewiesen. Außer ihm haben sich das bisher nur wenige Produzenten getraut. Jetzt hat sich der Franzose Onra mit dem Geheimtip Buddy Sativa zusammengerafft und genau solch ein Unternehmen in Form einer unaussprechlichen Fiction Band auf die Beine gestellt. Die Yatha Bhuta Jazz Combo schwenkt ambitioniert zwischen improvisierter Jam Session, krautrock-artigen Auswüchsen und glücklicherweise auch angenehm beruhigenden Passagen. Mit solch einer musikalischen Wucht und Experimentierfreude wird so mancher wohl ein Problem haben. Auch wenn ich einräumen muss das die Platte nicht unbedingt „Bügelmusik“ ist, mag ich den erhabenen Grundton dieses leicht anstrengenden Werks. Zum alleine hören und an die Decke starren ideal.

Yatha Bhuta Jazz Combo erschien als Einzel-LP mit 12 Tracks am 15. Mai auf All City Dublin.

Tracklist:

A1 Universe Is Love
A2 UFO Paradise
A3 Dark Karma
A4 360°
A5 The Muse Inside
A6 Endangered Species
B1 Honey, Hash, Rose
B2 The Garden Of Heavenly Delights
B3 The Time Is Now
B4 Cos(X)
B5 Untitled (Afrojazz)
B6 Wandering, Wondering

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Lucas Arruda – Sambadi

Da mir dieser Kollege im April durchgeschlüpft ist, kommt halt die Zweitpressung vom Monatsanfang kurzerhand auf die Liste „Gegen das Vergessen“.
Muss ein brasilianischer Beatmaker eigentlich automatisch auch südamerikanischen Einfluss in seine Kompositionen mit einfließen lassen? Nö, muss er nicht, kann er aber! Der noch unbeschriebene Lucas Arruda tut genau das. Er packt einen ganzen Sambawagenumzug mitsamt leicht bekleideten Tänzern und wirklich allem Pipapo in seinen Drumcomputer und spukt eine wirklich grandiose Symbiose an tollen Tracks aus. Das schrüft auch häufig mal an einer gewissen Radiokompatiblität vorbei, aber ohne das einem die Mainstream-Haare zu Berge stehen. Eine Platte die einem gemütlich das Gesichtsfett massiert und ja, auch so ein wenig auf dieses verdammte Wetter kackt. Uhaaa uhaaa, du bist so heiß wie ein Vulkan!

Sambadi erschien in der Erstpressung als Einzel-LP mit 10 Tracks am 16. April auf Favorite Recordings.

Tracklist:
A1 Physis
A2 Tamba Part 1
A3 Batuque
A4 Who’s That Lady
A5 Rio Afternoon
B1 Na Feira
B2 Sambadi (Album Version)
B3 Carnival
B4 Alma Nova
B5 Tamba Part 2

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Locust – You’ll Be Save Forever

Verlassen wir aber mal den Zug der guten Laune und widmen uns kurz mal der Kategorie „Elektronik-Helden der 90er“. Der Niederländer Mark Van Hoen gehört mit seinem von den Kritikern oft gefeierten Projekt Locust sicherlich dazu. Seine auf dem R&S Sublabel Apollo veröffentlichten Platten gelten als wichtige Pfeiler von Stilen wie IDM, Ambient oder auch DnB. Natürlich nagt auch an solch einem Act wie Locust der Zahn der Zeit und wir wissen alle mit welcher Tragik so manch verblichener Star von damals gestraft wurde. Ich weiß wirklich nicht was Van Hoen die letzten Jahre so gemacht hat. Seit 2001 hat man kein Lebenszeichen mehr empfangen. Seine neue Platte allerdings ist ein überraschender Fingerzeig geworden. Es sind eine Menge dicht verwobener Ambient Tracks zu finden, die von einer gewissen Zeitlosigkeit geprägt sind. Mit den Beats hingegen hat sich Locust etwas verkalkuliert. Hier klingt alles sehr stark überholt und oftmals auch deplatziert. Die Stärken der LP liegen eher bei den chilligen Passagen. Hiervor ziehe ich gern meinen Hut.

You’ll Be Safe Forever erschien als Einzel-LP mit 13 Tracks am 30. April auf Editions Mego.

Tracklist:
A1 Fall For Me
A2 I Hear A Quiet Voice
A3 Strobes
A4 The Worn Gift
A5 Just Want You
A6 Remember
A7 Oh Yeah
A8 Do Not Fear
B1 More Like Prayer Than Science
B2 The Washer Woman
B3 The Flower Lady
B4 Subie
B5 Corporal Genesi

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Bibio – Silver Wilkinson

2013 ist irgendwie das Jahr von Leuten die ich vor einigen Jahren für mich neu entdeckt habe und die nun mit frischem Material wiederkehren. Nach Cocorosie, Dexter und Still Corners zieht auch Bibio mit einem neuen Langspieler nach. 3 Jahre nach Mind Bokeh, einer Platte die den renommierten Briten endgültig in die Hipster Charts beförderte, kommt nun mit Silver Wilkinson ein Schritt zurück in den Ruheraum wie es scheint. Nur ganz selten schert Bibio aus in die temporeicheren Gefilde. Meistens durchzwirbelt eine insgesamt sehr folkige Lo-Fi Stimmung mit viel Gewaber und dezentem Gesang die einzelnen Tracks. Ein bisschen fühlt man sich zurückversetzt in die Phase von Hand Cranked, dem wie ich finde besten Bibio Album. Das ist bemerkenswert, wo es doch oft eher genau umgekehrt und häufig auch grandios zum Scheitern verurteilt ist.
Meine kleine Geheim-Lieblingsplatte.

Silver Wilkinson erschien als Einzel-LP mit 11 Tracks und wunderhübschem Klappcover am 8. Mai auf Warp Records.

Tracklist:
A1 The First Daffodils
A2 Dye The Water Green
A3 Wulf
A4 Mirroring All
A5 À Tout à L’heure
A6 Sycamore Silhouetting
B1 You
B2 Raincoat
B3 Look At Orion!
B4 Business Park
B5 You Won’t Remember…

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MS MR – Secondhand Rapture

So, und nun noch die Mainstream Abteilung. Die macht sich hier in unserer kleinen Abschluss Inventur erstaunlich breit in diesem Jahr.
Dabei ging es für das schrill bunte Duo MS MR erschreckend schnell mit dem Major Signing. Eigenproduzierte Tracks und Videos stellte man bei Tumblr online, kassierte Klicks, Comments und Fame und war plötzlich ratzfatz im Studio bei RCA. Die Musik von MS Plapinger und MR Hershenow ist ein kraftvoller Pop Entwurf mit hohem Ohrwurm Charakter und dennoch einer verblüffenden Tiefe. Diese kommt zum einen durch die breit angelehnten Synth-Flächen, zum anderen durch Plapingers soulig warme Stimme. Auch wenn nicht alles sitzt ist das zu verschmerzen, schließlich ist das immer noch Majorkost. Wollen ja nicht übertreiben.

Secondhand Rapture erschien als Einzel-LP mit 12 Tracks am 10 Mai bei Columbia/Sony.

Tracklist:
A1 Hurricane
A2 Bones
A3 Ash Tree Lane
A4 Fantasy
A5 Dark Doo Wop
A6 Head Is Not My Home
B1 Salty Sweet
B2 Think Of You
B3 Twenty Seven
B4 BTSK
B5 No Trace
B6 This Isn’t Control

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Daft Punk – Random Access Memories

Jut, ham‘ wa alles? Ach verdammt, da war ja noch etwas. Gut, bringen wir’s hinter uns!
Daft Punk, die Superstars meiner DJ-Jugend sind zurück. Bis zum 2005er Album „Human After All“ lebte ich ja in dem Irrglauben das es vielleicht noch einmal wie früher werden würde. Das man wie bei Homework bei echt jedem verdammten Tracks ausflippt und ihn feiert wie das Größte überhaupt. Aber eigentlich sollte bereits bei Discovery klar geworden sein das es nie nie nie wieder so sein wird.
Hey, aber dafür ist Random Access Memories ein sehr homogenes, reifes und geradezu erwachsenes Old Fashioned Disco Album geworden, das wäre es in den frühen 80ern rausgekommen sicher die Sensation überhaupt gewesen wäre. Ich mag die erste Hälfte zweifelsohne. Ausgenommen dieser todlangweiligen Giorgio Moroder Tribute rockt es bis zur Gigantensingle „Get Lucky“ völlig schnörkellos. Dann wird das ganze einfach etwas blass und vergänglich und am Schluss hege ich doch noch einmal kurz die Hoffnung das Daft Punk irgendwann mal wieder einen Track vom Schlage eines Rollin‘ & Scratchin‘ dahinrotzen werden. Hach, wäre das wundervoll Guys.

Random Access Memories erschien als Doppel-LP mit 13 Tracks am 17. Mai auf Columbia/Sony.

Tracklist:

A1 Give Life Back To Music
A2 The Game Of Love
A3 Giorgio By Moroder
B1 Within
B2 Instant Crush
B3 Lose Yourself To Dance
C1 Touch
C2 Get Lucky
C3 Beyond
D1 Motherboard
D2 Fragments Of Time
D3 Doin‘ It Right
D4 Contact

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Und sonst so…? Achja Snoop Dogg macht jetzt Reggae. Ähm…ich muss weg!


Klub des Loosers – Last Days

Posted on 29 Mai 2013 | No responses

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Bei der Durchforstung des Beatmaker Dschungels stelle man sich vor ich würde jedem dem ich über den Weg laufe einen Klebezettel mit seinem Namen an die Stirn pappen. Das sähe im Raum Köln sicherlich besonders lustig aus. In Frankreich hingegen liefen höchstwahrscheinlich ein paar Schrauber weniger damit rum. Dabei versuche ich schon seit über einem Jahr das Kollektiv Klub des Loosers zu erwischen. Das Duo würde ich auch gerne direkt mal fragen wie man als Franzose auf solch einen Projektnamen kommt.

Klub des Loosers bestehen aus dem Producer und MC Romain Goehrs und DJ Detect. Beide arbeiten schon recht lange zusammen und haben es mit ihrem Verliererklub auf immerhin drei Alben gebracht. Jetzt erschien Numero Vier und ich habe endlich mal den Klebezettel erfolgreich befestigen können. Ein Glück.

Auf der neuen Scheibe Last Days geben sich Klub des Loosers weitaus moderner und klarer in ihren Beats. Vorbei scheint die Zeit der breit angelegten Old School Beats mit satten Sneares und Jazz Sampling. Last Days ist ein Album das sich sehr viel Spielraum für die verschiedensten Stimmungen und Beat Varianten lässt. Auch wenn sich die einzelnen Tracks in sich eher wenig wandeln, ist alles so wunderbar präzise auf den Punkt, so dass man die jeweils 2 Minuten ohne große Patternwechsel als Genugtuung empfindet. Das merkt man gerade in Momenten wo sich Klub des Loosers als hervorragende Arrangeure geben, die jede Hat, jede Sneare und jede Kick genau zu setzen wissen. Es ist ein erstaunlich gutes und ein höchst süchtig machendes Album geworden. Meinen Glückwunsch!

Last Days erschien als Einzel-LP mit 20 Tracks am 13. Mai auf Modulor. Eine Record Store Day Edition erschien in blauem Vinyl.

Tracklist:
A1 Arrival
A2 Special Guest
A3 True Story
A4 The Lab
A5 Working Time
A6 On Drugs
A7 The Trip
A8 Wet Dreams
A9 On His Own Way
A10 High Again
B1 Iron Birds
B2 Anonymous
B3 Workaholic
B4 Recovery
B5 Nervous Breakdown
B6 The Declaration
B7 Magic Pills
B8 Alone
B9 Prepared
B10 Goodbye (The Heart Pulses)

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